Die Ermittlungen um den ausgedehnten Manipulations- und Wettskandal in Italien ziehen weitere Kreise und führen auch ins Ausland. Die Staatsanwälte von Neapel, die wegen Verstrickungen von Mafia und Fußball ermitteln, vermuten, dass mafiöse Organisationen, die italienische Fußballspiele manipuliert haben sollen, auch in Südamerika und in Deutschland aktiv waren.

"Noch unklar ist, ob die Manipulationen durch korrupte Personen im Ausland erfolgt ist", berichtete der Oberstaatsanwalt von Neapel, Giandomenico Lepore, nach Angaben italienischer Medien vom Samstag. In den vergangenen Monaten war es zu Kontakten zwischen den neapolitanischen Staatsanwälten und den Justizbehörden in Bochum gekommen, berichtete die "Gazzetta dello Sport".

Inzwischen läuft die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Cremona auf Hochtouren, in der es um manipulierte Fußballmatches der Serie A und B sowie der Lega Pro in der vergangenen Saison geht. Sieben Stunden lang wurde am Freitag der ehemalige Tormann des Drittligisten Cremonese, Marco Paoloni, befragt. Der hoch verschuldete Keeper, der laut den Staatsanwälten zu den Drahtziehern der Affäre gilt, soll im vergangenen November vor dem Spiel gegen Paganese Schlafmittel in Getränke seiner Teamkollegen geschüttet haben. Daraufhin hatten sich mehrere Spieler unwohl gefühlt, ein Kicker hatte sogar einen Unfall verursacht.

Paoloni bestätigte zwar, dass er wegen seiner Leidenschaft für Fußballwetten schwer verschuldet sei, er bestritt jedoch, dass er seinen Mannschaftskollegen Schlafmittel verabreicht habe. Laut Medienberichten zufolge könnten bald einige Serie A-Spieler in den Sog der Affäre geraten.

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apa