picWas haben der ehemalige argentinische Nationalspieler Martin Palermo und der färöische Erstligist EB/Streymur gemeinsam? Es fing verheißungsvoll an in der Ortschaft Streymnes und spitze sich zu, als es Streymur schaffte, in einem Spiel drei Elfmeter zu verschießen.

Während Martin Palermo am 4. Juli 1999 gegen Kolumbien ganz alleine für das Missgeschick zuständig war, scheiterten beim färöischen Erstligisten am letzten Wochenende gegen HB Tórshavn gleich drei verschiedene Spieler vom Punkt.

Noch in der ersten Minute zeigte Schiedsrichter Gaardbo auf den Punkt. Fróði Benjaminsen verwandelte sicher zur Führung für die Gäste aus der Hauptstadt. Was danach folgte, werden die meisten der 800 Zuschauer und vor allem die Spieler so schnell nicht vergessen: Der Rumäne Sorin Anghel wird nach 15 Minuten zu Fall gebracht, klarer Elfmeter für EB/Streymur. Doch Alex Dos Santos, der sonst so sichere Elfmeterschütze der Hausherren, scheitert an HB-Tormann Dawid.

Erst Versager, dann Held

Gut eine halbe Stunde ist gespielt, da markiert Pauli Hansen den Ausgleich. Kurz darauf ertönt erneut ein Pfiff des Schiedsrichters. Torwart Dawid holt Arnbjørn Hansen von den Beinen, nun versucht sich Gert Hansen vom Elfmeterpunkt. Der Verteidiger zielt aber zu genau und der Ball geht am linken Pfosten vorbei.Doch damit nicht genug: Kurz vor der Pause sieht der Referee ein Handspiel der Gäste im Strafraum und zeigt folgerichtig zum vierten Mal in der ersten Hälfte auf den Punkt.

Arnbjørn Hansen schnappt sich den Ball, aber auch der Torjäger vom Dienst kann die Kugel nicht im Netz unterbringen – Dawid lenkt den Ball an den Pfosten. Innerhalb von 28 Minuten hatten die Kicker des Europa League-Teilnehmers somit 3 Elfmeter verschossen!

Glück im Unglück: Arnbjørn Hansen traf in der zweiten Hälfte noch zweimal – ganz ohne Elfmeter. Somit konnte sich EB/Streymur trotz der frappierenden Schwäche am Elfmeterpunkt drei Punkte sichern und bleibt dem Spitzenduo B36 Tórshavn und Víkingur auf den Fersen.

>> zum Elfmeterdrama

Furiose Aufholjagd nicht belohnt

picAngesichts dieses kuriosen Elfmeterdramas geriet die Partie 07 Vestur gegen NSÍ Runavík fast zur Nebensache – dabei war sie die mit Abstand spannendste des Spieltags. Lange sah alles nach einer klaren Sache für die favorisierten Gäste aus: 4:1 hieß es nach 50 Minuten aus ihrer Sicht, doch Jens Rasmussen (57.) und Clayton Soares (62.) schafften für den Aufsteiger den Anschluss.

In der 85. Minute krönte der Senegalese Badara Diedhiou die Aufholjagd mit einem sehenswerten Linksschuss in den Winkel und sorgte für wahre Jubelorgien unter den 300 Fans. Das Happy End blieb allerdings aus: Eine Hereingabe der Gäste lenkte Rógvi Nielsen 2 Minuten später ins eigene Tor, Christian Høgni Jacobsen machte in der 5. Minute der Nachspielzeit nach einem Konter alles klar und sicherte NSÍ drei wichtige Auswärtspunkte.

>> zur vergebenen Aufholjagd
>> alle Spiele der Vodafonedeildin

Matthias Leisner