Erstmals in ihrer Länderspielgeschichte hat die Nationalmannschaft von Amerikanisch Samoa einen Gegner schlagen können. Als wäre der 2:1-Sieg über Tonga alleine nicht geschichtsträchtig genug, verbreitete sich via Kurznachrichtendienst "Twitter" auch die Nachricht, dass bei Amerikanisch Samoa mit Johnny "Jayieh" Saelua eine Transgender-Person die Abwehrchefin gibt.

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Etwas mehr als 10 Jahre nach dem 0:31-Debakel gegen Australien schreibt Amerikanisch Samoa wieder Fußballgeschichte

James Montague war ganz aus dem Häuschen. Der Sportjournalist war als einer von rund 300 Zuschauern vor Ort in der nach dem aktuellen FIFA-Präsidenten benannten Sportanlage "J. S. Blatter Complex" und berichtete für die renommierte Tageszeitung "New York Times" über den allerersten Sieg des südpazifischen US-Protektorats im Fußball. Die mit fünf weiteren Kleinstaaten ex aequo auf dem 204. und damit letzten Rang der FIFA-Weltrangliste liegende Insel bezwang im Rahmen der WM-Qualifikation die Gäste aus Tonga mit 2:1. Nach 30 Niederlagen in Folge in über 17 Jahren gewann Amerikanisch Samoa endlich ein offizielles Länderspiel.

Über den Kurznachrichtendienst "Twitter" ließ Montague seine Leserschaft noch während des Spiels an den Leistungen der Nummer 16 der Samoaner teilhaben: Johnny Saelua oder besser gesagt Jayieh Saelua. Der Journalist lobte ihre solide Abwehrleistung, die gegebene Torvorlage zum 1:0-Führungstreffer sowie die Rettung auf der Torlinie nachdem der Tormann bereits geschlagen war. Kurzum, Saelua war für ihn "die Frau des Spiels".

"Das Team akzeptiert mich. Wir haben gegenseitigen Respekt füreinander und das ist großartig", meinte Saelua danach gegenüber der "N.Y. Times" und erklärte weiter: "Es ist alles Teil der Kultur." Denn sie gehört zu den sogenannten Fa'afafine. In der Kultur Polynesiens, werden damit Personen bezeichnet, welche männlichen Geschlechts sind, aber sozial als Frau wahrgenommen werden. In der Gesellschaft sind Fa'afafine das "dritte" Geschlecht. Homosexualität ist nicht automatisch Bestandteil der Lebensweise, aber auch nicht kategorisch ausgeschlossen.

Pionierleistung - aber keine Premiere

Um eine weitere Weltpremiere, nämlich der erstmaligen Teilnahme einer Transgender-Person (also jemand der die ihm/ihr zugewiesene soziale Geschlechterrolle getauscht hat) an einem FIFA-Bewerb, wie Montague vermutete, handelte es sich aber trotzdem nicht. Ihr Debüt feierte Jayieh bereits am 15. Mai 2004 beim 0:11 gegen Fidschi. Zu dieser Zeit sorgte Amerikanisch Samoa aber bestenfalls für Schlagzeilen, wenn die Niederlage einmal höher als gewohnt ausfiel, wie etwa beim 0:31 gegen Australien.

Wenn auch mit Verspätung wahrgenommen, es bleibt bei einer Pionierleistung, wie auch Thomas Rongen, der niederländische Teamchef der Samoaner, feststellt: "Ich habe wirklich eine Frau in der Innenverteidigung. Können Sie sich das in England oder Spanien vorstellen?"

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Sebastian Kelterer