Der Londoner Traditionsklub Arsenal FC hat am Freitagnachmittag anlässlich der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen drei Statuen von Vereinslegenden enthüllt. Abgebildet werden neben dem englischen Trainer-Pionier Herbert Chapman mit Tony Adams und dem Franzosen Thierry Henry auch zwei Spieler aus der jüngeren Vergangenheit der Gunners.

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In ähnlicher Pose ist Tony Adams nun vor Arsenals Arena im Londoner Stadtteil Islington verewigt

Herbert Chapman gilt als einer der ersten richtungsweisenden Lehrer des modernen Fußballs. Seine taktischen Überlegungen nach der 1925 erfolgten Änderung der Abseitsregeln machten ihn zum Erfinder des WM-Systems. Neben seinen Leistungen in den Bereichen Taktik und Trainingsmethodik wird er auch als treibende Kraft hinter der Einführung der Rückennummern sowie des Flutlichts in Stadien beschrieben. In seiner Amtszeit zwischen 1925 bis zu seinem plötzlichen Tod 1934 machte er aus dem bis dato wenig erfolgreichen Klub Arsenal eine dominante Kraft im englischen Profifußball und legte den Grundstein für weitere Titelgewinne nach seinem Ableben.

Auch über die Grenzen seiner Heimat hinaus fand Herbert Chapman Anerkennung. So zählten Österreichs Wunderteam-Verbandskapitän Hugo Meisl sowie der damalige Exil-Engländer und Austria-Trainer Jimmy Hogan zu seinen Bewunderern und Freunden. Stets mahnte Chapman seine Funktionärskollegen im Mutterland des Fußballs dazu, sich den kontinentaleuropäischen Entwicklungen im Sport gegenüber offen zu zeigen. Denn sonst würde der englische Fußball überrollt werden.

Arsenals derzeitiger Manager Arsène Wenger würdigte die Leistungen seines Ahnen auf der Trainerbank: "Ich denke, Chapman ist der größte Manager in der Geschichte des Klubs. Er hatte eine Vision."

"Mr. Arsenal" Tony Adams und Rekordtorschütze Thierry Henry

Die beiden anderen Geehrten hatte der Franzose, der die sportlichen Geschicke von Arsenal seit Oktober 1996 führt, selbst unter seinen Fittichen. Tony Adams stammte aus dem klubeigenen Nachwuchs und trug das rot-weiße Dress zwischen 1983 und 2002 insgesamt 669 Mal. 1988 wurde der Abwehrspieler im Alter von nur 21 Jahren zum Kapitän der Gunners ernannt. Für Schlagzeilen sorgte der 66-fache englische Internationale durch Alkoholexzesse und Schlägereien auch abseits des grünen Rasens.

Ein Rettungsanker war für Adams sicherlich die Verpflichtung von Wenger als Manager. Der neue Trainer forcierte eine Professionalisierung des Lebensstils in der Arsenal-Kabine und unterstützte sein Sorgenkind im Kampf gegen den Alkohol. Heute unterhält Adams eine wohltätige Einrichtung für Sportler und Sportlerinnen mit verschiedensten Suchtproblemen.

"Vom Grunde meines Herzens, Danke Arsenal!", Stürmerstar Thierry Henry war durch die Ehrung sichtlich gerührt. Der Welt- und Europameister erzielte für die Gunners zwischen 1999 und 2007 insgesamt 226 Treffer und überbot den bis dahin von Ian Wright gehaltenen Klubrekord von 185 Toren klar.

Nach seiner Zeit im Norden Londons wechselte Henry zum FC Barcelona, mit dem er jene europäischen Titelgewinne feiern konnte, die ihm mit Arsenal verwehrt geblieben waren. Seit 2010 steht der Franzose bei New York RB unter Vertrag und ist somit einer der wenigen Fußballer, die noch als Aktive mit einer Statue geehrt wurden.

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Sebastian Kelterer