Raus aus dem Rampenlicht: Viele altbekannte Gesichter spielen mittlerweile weitgehend unbeobachtet von der deutschen Presse bei Vereinen im Ausland. Heute geht es um fünf ehemalige Bundesligaspieler, die am Wochenende als Joker erfolgreich waren.

picHamit Altintop überwindet Torwart Javi Varas zum 6:1

Hamit Altintop hatte es nicht leicht, seit er im Sommer 2007 von Schalke zu Bayern wechselte. Der gebürtige Gelsenkirchener kam beim Rekordmeister über den Status des Ergänzungsspielers nie hinaus und beklagte sich öffentlich darüber. Umso mehr verwunderte es, dass er sich zur aktuellen Spielzeit Real Madrid anschloss, wo die Konkurrenz nicht kleiner ist. Aus der spanischen Hauptstadt schlug ihm gleich ein kräftiger Wind entgegen, die spanischen Medien sahen den Transfer – im Gegensatz zu Trainer José Mourinho – sehr kritisch, vom Ex-Sportdirektor Valdano wurde er gar als unwürdig bezeichnet. Die heftige Kritik bewog Altintop im November zu der Aussage, er werde im Winter wechseln, wenn man ihm nicht das Gefühl gebe, gebraucht zu werden. Ob der Vizekapitän der türkischen Nationalmannschaft dieses Gefühl nun am vergangenen Samstag hatte, als er vier Minuten vor Schluss beim Stande von 5:1 für sein Team eingewechselt wurde, ist nicht überliefert. Dass er nach überstandenen Rückenproblemen in seinem sechsten Pflichtspieleinsatz für Real sein erstes Tor erzielen konnte, dürfte den flexibel einsetzbaren Spieler dennoch gefreut haben.

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Manchmal verläuft eine Fußballerkarriere ganz anders, als man es anfangs erwartete. Der beim FC Santos ausgebildete Eduardo Gonçalves de Oliveira, hierzulande als Edu bekannt, kam 2004 als gelernter Abwehrspieler zum VfL Bochum, ehe ihn Peter Neururer zum Stürmer umfunktionierte. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren in Südkorea holte Felix Magath den robusten Angreifer vor knapp zwei Jahren zu Schalke 04, wo er jedoch nur Ergänzungsspieler war und Anfang der aktuellen Saison an Beşiktaş Istanbul ausgeliehen wurde. Dort gelang ihm nun im Spiel bei Samsunspor nach seiner Einwechslung das erste Ligator. Nachdem der Brasilianer im Strafraum von den Beinen geholt worden war, verwandelte er den fälligen Strafstoß sicher und rettete seinem Team damit einen Punkt.

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Mbokani mit Siegtreffer, Bulykin und Santa Cruz treffen spät

Der Transfer von Dieumerci Mbokani zum VfL Wolfsburg vor einem Jahr war wohl das, was man gemeinhin als klassisches Missverständnis bezeichnet. Als der Kongolese in der vergangenen Winterpause vom AS Monaco ausgeliehen wurde, erhoffte man sich von dem Mittelstürmer mehr Torgefahr. Mbokani blieb aber blass und konnte in sieben Einsätzen kein einziges Tor erzielen. Zu Beginn der aktuellen Saison ging es dann zum RSC Anderlecht, um an seine erfolgreiche Zeit in Belgien mit 42 Toren in 93 Spielen anzuknüpfen. Gegen Sporting Lokeren konnte Mbokani nun immerhin sein drittes Saisontor im sechsten Einsatz erzielen. In der 65. Minute eingewechselt, gelang dem 26-Jährigen der entscheidende Treffer zum 3:2 in der 84. Minute.

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Dmitriy Bulykin dürfte vorrangig Fans von Bayer Leverkusen oder Fortuna Düsseldorf ein Begriff sein, spielte er doch für beide Teams aus dem Rheinland je eine Saison. Zwar konnte er hierzulande seine Torgefährlichkeit nicht demonstrieren. In der vergangenen Saison wäre der Russe jedoch mit 21 Treffern für ADO Den Haag beinahe Torschützenkönig der Eredivisie geworden. Inzwischen steht der 32-Jährige bei Ajax Amsterdam unter Vertrag und traf am vergangenen Sonntag auf seinen Ex-Verein, den man mit 4:0 abfertigte. Dabei konnte Bulykin nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung das 3:0 beisteuern und hat nun bereits vier Treffer in neun Partien erzielt, obwohl er meist nur als Joker zum Einsatz kommt.

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Ein anderer Mann hat seine erfolgreichste Zeit bereits hinter sich, geht man von der Torquote aus. In der Saison 2007/2008 kam Roque Santa Cruz auf überragende 19 Tore in 37 Spielen für die Blackburn Rovers. Ansonsten blieb der langjährige Bayern-Spieler den Beweis seiner Torgefahr aber schuldig. Aktuell versucht es der inzwischen 30-Jährige als Leihspieler für Real Betis Sevilla in der Primera Division. In der Begegnung bei Atlético Madrid gelang dem eingewechselten Stürmer nun das entscheidende Tor zum 2:0 in der 90. Minute, womit er den dritten Auswärtssieg seiner Mannschaft perfekt machte.

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Azad Derakhshani