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Der 1. FC Nürnberg wird am Wochenende in den Club der 1000er einziehen – als 13. Verein bestreiten die Franken dann das 1000. Bundesligaspiel. Grund genug für weltfussball, die letzten Jahrzehnte des Traditionsvereins Revue passieren zu lassen.
Die Meisterfeier des 1. FC Nürnbergs 1968
Wenn man in Deutschland von dem Club spricht, ist nur ein Verein gemeint – der 1. FC Nürnberg. Als die Franken in der Saison 1963/1964 zu den Gründungsmitgliedern der neu geschaffenen Bundesliga gehörten, waren für den 'Club' die schönsten Zeiten allerdings bereits vorbei. Als „deutscher Rekordmeister“ stiegen die Jungs vom damaligen Trainer Herbert Widmayer in die Spielrunde ein. Ein Titel, der immerhin bis 1987 Bestand haben sollte. Ein Titel, mit dem sich die Franken ganze 63 Jahre lang schmücken konnten. Ein Titel, den ausgerechnet der bayrische Rivale Bayern München übernommen hat. Immerhin wird es noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis die 'Roten' diesen Zeitraum knacken werden.
Der einstige Glanz blitzte fortan nur noch sporadisch auf. 1968 holte die Elf um Spieler wie Franz Brungs, Georg Volkert oder Heinz Strehl zum letzten Mal die Meisterschaft. In dieser Spielzeit gelang zudem der legendäre 7:3-Erfolg im Derby gegen die Bayern. Doch bereits zu jener Zeit deutete sich an, was den Nürnbergern in der jüngeren Geschichte blühen sollte. Der FCN erarbeitete sich den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft, was ein Jahr nach der Meisterschale den Anfang nehmen sollte. Abstieg als amtierender Titelträger – einmalig!
"Der Club is a Depp"
Mit einem Schlag geriet die glorreiche Vergangenheit in Vergessenheit. Es war nicht mehr die Rede von Ruhm und Ehre, keiner blickte mehr auf die Rekordserie von über 100 Spielen in Folge ohne Niederlage zurück, keiner erinnerte sich an neun deutsche Meisterschaften. Fortan hieß es nur noch: „der Club is a Depp“. Ein Spruch, der sich bis in die heutige Zeit immer wieder bewahrheiten sollte. Allen voran bei den zahlreichen Abstiegen und Abstiegskrimis, von denen zwei sicherlich Bundesligageschichte geschrieben haben.
Zum einen 1995, als drei Spieltage vor Schluss Bayerns Thomas Helmer das „Phantomtor“ im deutschen Profifußball erzielte. München gewann damals mit 2:1, dem Club hätte in diesem Spiel ein Punkt zum Klassenerhalt gereicht, ein verschossener Elfmeter rundete die Pleite. Das Wiederholungsspiel ging mit 0:5 verloren. Oder 1999, als der FCN als Tabellenzwölfter in den letzten Spieltag startete und sich 90 Minuten später in der 2. Liga wiederfinden sollte. Ein einmaliger Absturz.
DFB-Pokal, Europa League, Abstieg
Wie bei kaum einem anderen Verein wechseln sich im Frankenland positive wie negative Erfolge ab. Beispielsweise halten die Rot-Schwarzen den Rekord, als einziger Bundesligist in einer Saison nicht einen Punkt auswärts geholt zu haben (1983/1984) oder als einzige Mannschaft binnen drei Jahren drei Mal hintereinander sportlich abgestiegen zu sein (1994-96).
Gründe, die die leidgeplagte Nürnberger Fan-Seele eigentlich zerreißen müssten, wären nicht immer wieder Höhepunkte zu verzeichnen. So freute sich eine ganze Region mit dem sympathischen Slowaken Marek Mintal, als dieser 2005 die Torschützenkanone für den treffsichersten Spieler der Saison erhielt. Zwei Jahre später feierte der FCN den DFB-Pokal-Sieg und den damit verbundenen Einzug in die Europa League. Freude, die in Franken meist von kurzer Dauer ist. Ein Jahr später folgte der siebte Abstieg – Rekord. Damit folgte auf die letzten beiden bedeutenden Titel des 'Clubs' ein Abstieg – logisch, Rekord.
Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte Historie zurück und feiert nun an diesem Wochenende das 1000. Bundesligaspiel gegen die Berliner Hertha. So hieß damals auch der Gegner beim ersten Bundesligaspiel 1963. 1:1 trennten sich die Teams in Berlin, Nürnbergs Torschütze war Club-Legende Max Morlock. Gastgeschenke werden zum Jubiläum allerdings nicht erwartet: doppeltes Glück? Nicht beim Club. Oder präsentieren sich die Hauptstädter selbst in Feierlaune? Schließlich zieht die Hertha in vier Wochen nach. Dann werden die Berliner ebenfalls im Club der 1000er aufgenommen – als dann 14. Verein der Bundesligageschichte.
Nico Schrimpf
>> Video: der legendäre 7:3-Sieg gegen die Bayern
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