Österreichs Bundesliga startet am Wochenende in die spannendste Frühjahrsmeisterschaft aller Zeiten. So sah es zumindest Vorstand Georg Pangl am Donnerstag bei der Frühjahrsauftakt-Pressekonferenz in Wien. Spannend bleibt auch, ob rechtzeitig gestartet werden kann, denn die Witterungsverhältnisse machen den Verantwortlichen zu schaffen. Deshalb stehen ein bis drei Absagen im Raum.

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Bundesliga-Vorstand Georg Pangl erklärte die Terminprobleme der Bundesliga

Ein späterer Ligastart wäre aber nicht möglich gewesen, da der enge Terminplan keinen Spielraum lässt, erklärte Pangl. "Es gibt keinen freien Termin, wir haben keine Möglichkeit eine komplette Runde nach hinten zu verlegen", sagte Pangl. Die UEFA hat als Deadline für die nationalen Bewerbe den 20. Mai genannt, da geht das ÖFB-Cup-Finale über die Bühne. "Danach dürfen wir nicht mehr spielen und auch im Herbst gab es keinen freien Termin", erklärte der Burgenländer. Die vielen internationalen Spiele im Europacup sowie der Nationalteams sind dafür mitverantwortlich.

Zwei von fünf Spielen zum Auftakt der Frühjahrssaison in der Bundesliga sind witterungsbedingt abgesagt worden. Schnee und Kälte verhinderten die für Samstag angesetzten Partien Wacker Innsbruck gegen Salzburg und Admira gegen Kapfenberg. Das Sonntag-Match Wr. Neustadt gegen Rapid soll hingegen wie geplant stattfinden. Ersatztermine wurden bisher nicht festgelegt.

Gludovatz stellt Ligamodus in Frage

Aufgrund der Terminproblematik tritt Paul Gludovatz bei einer Beibehaltung der Zehnerligen auch für eine Reduzierung der Spiele in der Bundesliga ein. "Ich glaube nicht, dass wir mit 30 oder 32 Runden schlechter dastehen würden", betonte der Ried-Trainer. Es gebe auch bereits ein fertiges Konzept mit Play-off-Modus in der Schublade. "Wenn man sich jetzt darauf einigen würde, könnte man es schon ab der Saison 2013/14 umsetzen", sagte der ehemalige ÖFB-Nachwuchsteamchef.

Dazu wird es allerdings aller Voraussicht nach nicht kommen. "Das schürt die Zweiklassengesellschaft. Die unteren vier oder fünf Vereine, egal, wo man den Strich zieht, würden dann im Frühjahr nicht mehr gegen die Großen spielen. Da bekommst du die kleinen Teams nicht mit ins Boot", gab Pangl seine Sicht der Dinge preis.

Der Liga-Vorstand ist für "gute Ideen immer offen", allerdings auch der Meinung, dass die diesbezüglichen Diskussionen bald wieder zu Ende sein werden. "In zwei Wochen wird der Rasen wieder grün sein und es sieben Grad plus haben und keiner wird mehr darüber reden", war sich Pangl sicher.

Infrastrukturelle Probleme

Rückendeckung bekam der Liga-Vorstand übrigens von Franco Foda. "Man muss bei solchen Vorschlägen auch immer die wirtschaftliche Seite mitüberlegen. Wenn du drei Heimspiele weniger hast, hast du auch weniger Einnahmen", gab der Sturm-Graz-Trainer zu Bedenken. Für den Deutschen wäre eine andere Sache viel wichtiger, nämlich vorhandene Rasenheizungen in allen Stadien. "Dann würde es viel weniger Probleme geben", sagte Foda.

Die Stadien von Kapfenberg, Mattersburg, Wiener Neustadt, Ried und der Admira haben so eine Einrichtung allerdings nicht. Und aus finanziellen Gründen ist mit einer raschen Umsetzung auch nicht zu rechnen, zumal die Bundesliga-Statuten diese auch nicht vorschreiben.

Spannung, hohe Europacuptauglichkeit und Österreicher-Anteil

Unabhängig von den ganzen Diskussionen kündigte Pangl wie schon in der vergangenen Saison die spannendste Frühjahrsmeisterschaft aller Zeiten an. Diesmal ist die Ausgangslage an der Spitze mit sechs Teams innerhalb von fünf Punkten noch einmal eine Spur ausgeglichener. "Es geht nicht mehr spannender, die Tabellensituation ist das Beste, was uns passieren kann", sagte der Liga-Vorstand. "Es ist auch ein Zeichen der Stärke, weil sich Österreichs Klubfußball im internationalen Bereich gut entwickelt hat", ergänzte Pangl und verwies auf den aktuell 15. Platz Österreichs in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung.

Erfreut über das ausgeglichene Rennen war auch Liga-Präsident Hans Rinner. "Es wäre keine Überraschung, würde der Meister wieder erst im buchstäblich letzten Moment gekürt", sagte der frühere Sturm-Präsident. Auch finanziell gesehen gab es gute Nachrichten, hatten doch alle zehn aktuellen Bundesliga-Klubs 2011 einen positiven Abschluss in der Bilanz. Der Nicht-Österreicher-Anteil in der Bundesliga ist in der vergangenen Saison im Vergleich zur Saison 2004/05 (43,24) auf 30,95 Prozent gesunken, auf der anderen Seite ist der Österreicher-Anteil im selben Zeitraum von 56,76 Prozent auf 69,05 Prozent gestiegen.

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apa