Nach vielen Klassikern wurde die weltfussball-Datenbank jetzt um Spieldetails einer eher exotischen Fußball-Nation bereichert. Neben der A-League seit 2005 ist jetzt auch ihr Vorläufer, die NSL, ab 1994/95 mit Details und Statistiken verfügbar.        

picFünf Treffer gelingen Archie Thompson im Finale 2007. Um nicht den Überblick zu verlieren, zählt er schon nach seinem dritten Tor mit.

Neuestes Mitglied der Spieldetails-Gemeinde sind jetzt neben den kontinuierlich erweiterten Daten der A-League seit 2005 auch zehn Jahrgänge NSL von 1994/95 bis zur Auflösung der höchsten Spielklasse in ihrer alten Form im Jahre 2004. Insgesamt sind es jetzt weit über 400 Spieltage und über 2.500 Einzelspiele, in denen es - weitestgehend im Schatten der europäischen Ligen - zur Sache ging.

Down Under als Pool für Talentspäher, ...
Immer wieder wurden aber Down Under namhafte Spieler gescoutet, die es dann in die europäischen Ligen - meist die englische Premier League - zog. So holte sich Mark Viduka zweimal den Titel des Torschützenkönigs ehe er über Zagreb und Celtic Glasgow (dort Torschützenkönig 1999/2000) den Weg nach Leeds fand. Zusammen mit Harry Kewell, Danny Milosevic, Jacob Burns und Jamie McMaster spielten 2000/01 und 2001/02 gleich fünf Aussies während der Blütezeit in Leeds, wo das Team 4. bzw. 5. wurde und das Halbfinale der Champions League erreichte.

Auch zahlreiche andere Spieler wie Scott McDonald (Torschützenkönig 2007/08 in Schottland) und Joshua Kennedy (Torschützenkönig 2010 und 2001 in Japan) machten in der NSL ihre ersten Profispiele, ehe sie nach Europa wechselten. Auch diese sind neben vielen anderen (Brett Emerton, Vince Grella, Mark Bresciano, Brett Holman, Mark Schwarzer, Scott Chipperfield …) jetzt in den Spieldetails vorhanden.

... als neue Heimat für Spieler aus Europa ...
Auch fanden immer wieder Europäer den Weg auf den roten Kontinent. Der deutsche Akteur mit den meisten Einsätzen ist der Jenaer André Gumprecht, der u.a. für Leverkusen, Wattenscheid und in Australien z. B. für Perth Glory spielte und mit dem Team 2003 Meister wurde. Für Auckland liefen der Hamburger Dennis Ibrahim und Andreas Bluhm (ehemals Gladbach, Aachen und Augsburg) auf.

... und als Fluchtpunkt für Fußballrentner
In Zeiten der A-League wurde Australien oftmals als unterschätzter, angenehmer Ausklang einer teils großen Karriere benutzt. Viele Stars wie Romario oder Mário Jardel enttäuschten jedoch auf ganzer Linie und kosteten den Vereinen viel Geld und den Fans jede Menge Nerven. Der ehemalige Welttorjäger Jardel vermochte in 11 Spielen nicht einmal das Tor zu treffen. Bei Weltfußballer Romario hinderte nur ein für die Fans geschnürtes Ticketpaket seinen Trainer daran, ihn im letzten seiner vier Spiele nicht aufzustellen. Auch schon in den frühen Jahren der NSL tauchten namhafte Gastspieler wie Bobby Charlton, Kevin Keegan, Ian Rush, Peter Beardsley oder Nicola Berti auf den Spielberichtsbögen auf. Der damals 38-jährige Rush soll fünf Monate nach seinem Karriereende jedoch eine überraschende Fitness bescheinigt worden sein.

Denkwürdige Spiele
Auch eine Reihe denkwürdiger Spiele ist nun in der Datenbank verewigt. Dazu gehört neben einem der torreichsten Spiele der NSL, dem 9:4 von Wollongong gegen Newcastle United auch das Finale 2006/2007, welches mit 6:0 endete und Archie Thompson fünf Tore in Folge erzielte. Eines der torreichsten Spiele, das 5:5 der Newcastle Breakers gegen Canberra Cosmos am 16.2.1996, sollte übrigens als ein Musterbeispiel gelten, niemals aufzugeben. Auch bei einem Stand von 1:5 ist auf fremden Platz noch was drin, selbst wenn nur etwas mehr als 20 Minuten zu spielen sind ...

Auf und ab im Lauf der Zeit
Gleich die erste unserer Spielzeiten mit Spieldetails wartet mit einer Besonderheit auf. 1994/95 gab es nach einem Unentschieden ein Elfmeterschießen. Der Sieger dort bekam zwei Punkte, der Verlierer einen. Bei einem regulären Sieg gab es deren vier.

>> Die Saison 1994/1995

Immer wieder gaben sich Teams in der NSL die "Klinke in die Hand". Es gab zwar keinen echten Abstieg, aber oft konnten Teams die Anforderungen nicht mehr stemmen und mussten sich zurückziehen. Kein Wunder also, dass die ewige Tabelle 49 Teams umfasst. Für vier Teams war gleich nach einem Jahr wieder Schluss. Blütezeit der NSL war die Jahrtausendwende. Das Finale der Saison 1999/2000 sahen in Perth 43.242 Zuschauer.

Ein negativer Höhepunkt war hingegen die folgende Saison, in der nach acht Spieltagen die Carlton Blues aufgaben und sich kurz vor dem Saisonende Eastern Pride zurückzog. Vor Beginn der folgenden Saison löste sich dann noch Canberra Cosmos auf, so dass man nur mit 13 statt mit 16 Teams ins Rennen ging. Vielfach fehlte das liebe Geld. Auch die Absage der Klub-WM 2001 soll entscheidenden Einfluss auf die Liga gehabt haben. Von da an ging es bis zur Auflösung der NSL im Jahre 2004 bergab. Das Zuschauerinteresse sank bei den meisten Vereinen, nur Adelaide United (als Nachfolger der abgemeldeten Vereins Adelaide City) konnte in der letzten Saison der NSL noch mehr Zuschauer als zuvor anlocken. Das letzte Finale der NSL wollten nur noch 9.630 Zuschauer sehen.

Der Aufstieg der A-League
Der Verband nahm sich fast ein Jahr Zeit das Konzept neu zu überdenken und eine sattelfestes Lizenzierungsverfahren zu erstellen. Im europäischen Spätsommer war es nach über einem Jahr Pause soweit: die A-League wurde als Nachfolger der alten NSL installiert. In der Zwischenzeit mussten die Spieler in den State Leagues unterkommen oder wechselten ins Ausland.
Die neue A-League boomt, trotz kleinerer Rückschläge. Der Zuschauerzuspruch ist gestiegen und lediglich die Erweiterung wird immer wieder durch Vereinsauflösungen gebremst. Das Gros der Vereine wirkt jedoch aufgrund des Konzepts recht stabil. Selbst das jüngste Sorgenkind Gold Coast United, deren Inhaber man per Regularien aus seinem "Sessel" beförderte, scheint inzwischen noch zu retten. Erweiterungsgedanken gibt es für die Zukunft in Bezug auf West Sydney, Tasmanien und die Region um Wollongong.

>> Die besten Torjäger seit 1994
>> Die Ewige Tabelle seit 1977

Martin Kruse