Das millionenschwere Red-Bull-Projekt RasenBallsport Leipzig hat auch im zweiten Versuch den Aufstieg in die 3. Liga und somit in den deutschen Profi-Fußball verpasst. Die vom Wiener Trainer Peter Pacult betreute Mannschaft spielt in der letzten Runde der Regionalliga Nord nur noch eine Nebenrolle.

picPeter Pacult musste sich Holstein Kiel und dem Hallescher FC geschlagen geben

Sollte RB Leipzig auswärts gegen den Tabellenführer Hallescher FC punkten, kann Holstein Kiel mit einem Sieg in Wolfsburg noch an Halle vorbei stürmen. So würde sich RB Leipzig immerhin die Blamage ersparen, Gast bei Halles Aufstiegsfeier zu sein.

RB Leipzig hat den Aufstieg also auch im zweiten Regionalliga-Jahr verpasst. Am vergangenen Samstag besiegelte ein Tormannfehler von Pascal Borel in letzter Minute beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg II den Nichtaufstieg. Im Dreikampf mit Halle und Kiel konnte man sich nie absetzen. Gerade in den direkten Duellen fiel auf, dass die mit zahlreichen ehemaligen Profis wie Timo Rost, Tim Sebastian, Sebastian Heidinger oder Borel bestückte Mannschaft nicht besser als die beiden Konkurrenten war. Die Folge: Eine weitere "Ehrenrunde" in Liga vier.

Dabei sind die Rahmenbedingungen in Leipzig bereits professionell und die Investitionen langfristig ausgerichtet. Die Namensrechte an der für die Weltmeisterschaft 2006 neu gebauten, 44.345 Zuschauer fassenden Arena hat Mateschitz gleich für dreißig Jahre erworben. Und im vergangenen Sommer wurde der erste Teil des insgesamt etwa 30 Millionen Euro teuren Trainingsareals eröffnet, auf dem die U17 des Vereins bereits Jugend-Bundesliga-Spiele absolviert.

Macher Mateschitz zeigte sich bisher stets bereit, in die Mannschaft zu investieren. Pacult, seit Gründung im Jahr 2009 der dritte Trainer, durfte seinen Kader prominent verstärken, zuletzt in der Winterpause mit den Österreichern Roman Wallner und Niklas Hoheneder. Eher beschönigend klingt da Pacults Bilanz vor der letzten Runde: "Neues Trainerteam, halbe neue Mannschaft - ich bin nicht unzufrieden. Auch, wenn das ganz Große gefehlt hat."

Ein Etat von mehr als sieben Millionen Euro stehen der sportlichen Leitung um Wolfgang Loos zur Verfügung. Pacult soll trotz des verpassten Aufstiegs bleiben dürfen. Er kann immerhin auf eine höhere Punkteausbeute als Vorgänger Tomas Oral verweisen - und auf einen guten Draht zu Mateschitz. Das hilft, denn kaum jemand weiß, wie viel Geduld der Geldgeber mit dem Projekt hat.

Nun hat der erhoffte baldige Sprung in die Bundesliga und sogar ins internationale Geschäft einen weiteren herben Dämpfer bekommen. Die Mannschaft leistet sich immer wieder Ausrutscher - etwa bei der TSV Havelse oder beim ZFC Meuselwitz. So gab es den bisherigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte bereits vor der ersten Runde der Regionalliga-Saison, als man sensationell mit 3:2 gegen den VfL Wolfsburg gewann. 31.212 euphorisierte Zuschauer träumten von einem baldigen Wiedersehen mit den Profis. Doch nun muss sich RB Leipzig auch in der nächsten Saison mit den Amateuren der Wolfsburger messen.

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apa