Die Klubs der Bundesliga haben sich in der Sommer-Übertrittszeit bisher als Sparmeister erwiesen. Zwar können die Erstligisten vor dem Startschuss in die Saison mit den Auftritten in der ersten Cup-Runde am Wochenende mit einigen neuen Gesichtern aufwarten, viel auf den Tisch gelegt wurde dabei aber nicht. "Transferkönig" ist vorerst die Austria.

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Austrianer Dare Vršič war bislang der teuerste Neuzugang in diesem Sommer

Die Wiener ließen sich den slowenischen Mittelfeldstrategen Dare Vršič kolportierte 500.000 Euro kosten. Der 27-Jährige soll unter Neo-Coach Peter Stöger mithelfen, die jüngste Pannensaison ohne Europacup-Teilnahme vergessen zu machen. Kommen soll bei der Austria noch die bereits mehrmals angekündigte Verstärkung im Angriff. Ein spielstarker Spieler der Marke Barazite soll es werden.

Meister Salzburg erwies sich bisher als dezent zurückhaltend. Für Christopher Dibon wurde eine Ausbildungsentschädigung von rund 250.000 Euro an die Admira überwiesen. Mit dem vormaligen Austrianer Florian Klein kam ein weiterer Teamverteidiger ebenso ablösefrei wie der zuletzt für Mattersburg spielende Stefan Ilsanker.

All diese Wechsel wurden bereits unter Ricardo Moniz vermeldet. Unter dem neuen Trainer Roger Schmidt könnte Salzburg aber noch einmal tief in die Tasche greifen. Ganz oben auf der Liste soll Angreifer Marcel Sabitzer stehen. Der 18-jährige Admiraner wurde von Marcel Koller zuletzt sogar ins Team einberufen und erfüllt die Salzburger Kriterien "jung, österreichisch, talentiert" perfekt.

Bei der Admira hat Sabitzer noch einen laufenden Vertrag bis Sommer 2013, eine Verlängerung seines Kontraktes hat er bisher ausgeschlagen. Für die Südstädter wäre ein Transfer also die Möglichkeit, noch einmal groß abzukassieren.

Rapid: Ohne Einnahmen auch keine großen Ausgaben

Rapid gab sich in punkto Wechsel ebenfalls bescheiden. Für US-Stürmer Terrence Boyd wurden laut Vereinsangaben nicht mehr als 200.000 Euro an Borussia Dortmund überwiesen, der brasilianische Verteidiger Gerson wurde von Absteiger Kapfenberg ausgeliehen. Rapids zurückhaltende Bemühungen scheinen dahingehend logisch, da die Grünweißen heuer keine markanten Einnahmen verbuchen konnten.

2008 war die Kassa noch mit den Abgängen von Erwin Hoffer (Napoli) und Stefan Maierhofer (Wolverhampton) reicht gefüllt worden. 2010 ging Nikica Jelavić (Glasgow) für eine Millionenablöse, im Vorjahr war es das Trio Tanju Kayhan, Veli Kavlak (beide Beşiktaş) und Yasin Pehlivan (Gaziantepspor).

Cupsieger Ried blieb seiner Linie treu und verpflichtete mit Mario Reiter, Andreas Schicker (beide Wr. Neustadt) und Rene Gartler (Rapid) in der Liga bewährte Kräfte. Mit Clemens Walch holten die Innviertler außerdem einen Deutschland-Legionär ebenfalls ohne Ablöse aus Kaiserslautern zurück in die heimische Liga. Prominentester Abgang ist Flügelspieler Stefan Lexa, Daniel Beichler musste nach Ende seines Leihvertrags wieder zurück nach Berlin.

Große Umwälzungen gab es bei Sturm Graz unter Neo-Coach Peter Hyballa. Ein Dutzend Spieler verließ die Steirer, insgesamt sechs Neue kamen. Vor allem in der Defensive verstärkte sich Sturm und holte neben Michael Madl von Wiener Neustadt auch den Serben Nikola Vujadinović ablösefrei von Udinese. Der bereits ausgeliehene Rubin Okotie wurde vom 1. FC Nürnberg fix verpflichtet.

Wiener Neustadt muss eine ganze Mannschaft ersetzen

Sturm übertrumpfen konnte einzig Wiener Neustadt. Die Niederösterreicher wechselten beinahe ihren gesamten Kader aus und präsentierten mit Heimo Pfeifenberger auch einen neuen Trainer. Allein vier Profis kamen von der Austria, von Rapid wurden zwei Spieler ausgeliehen.

Aufsteiger WAC setzt hingegen weiter auf die spanische Welle. Ruben Rivera soll im Angriff für Tore sorgen, David de Paula im Mittelfeld wirbeln. Mit Jose Solano und Torjäger Jacobo standen bereits zwei Akteure aus dem Land des Welt- und Europameisters in der Wolfsberger Meisterelf. Für Bundesliga-Erfahrung bürgen auch Ex-Rapidler Christian Thonhofer und Ex-Austrianer Michael Liendl. Dazu kam auch der Liechtensteiner Teamkicker Michele Polverino.

Nachrüsten können die Bundesligisten noch bis zum Ende der Transferperiode am 31. August.

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apa