Mit Hilfe alternder Stars und Trainerfüchse versucht die Chinesische Super League an Niveau zu gewinnen. Nicht zuletzt, um selbst starke Spieler zu produzieren, die sich folglich auch im Ausland durchsetzen und irgendwann das Nationalteam stärken sollen. Es wartet viel Arbeit auf Didier Drogba, Marcello Lippi und Co. Letzterer setzt wie sein Vorgänger aber auch voll auf den chinesischen Ex-Austrianer Xiang Sun.

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Was für ein Glück für Shanghai Shenhua, dass man Didier Drogba als Entwicklungshelfer ködern konnte. Hätte er mit Chelsea heuer nicht die Champions League gewonnen, wäre er in Europa geblieben

Nicolas Anelka, Didier Drogba, Freddie Kanouté, Yakubu Ayegbeni oder Lucas Barrios. Sie alle stürmen neuerdings im Reich der Mitte. Noch hat keiner von den einstigen Stars diverser europäischer Topligen in der chinesischen Super League für Furore gesorgt. In der Schützenliste führt derzeit ein gewisser Cristian Dănălache mit 15 Treffern in 19 Runden.

Dănălache ist Rumäne und kickte unter anderem schon in Saudi Arabien und Israel, aber noch in keiner Klasseliga. Seit Sommer 2011 steht er bei Jiangsu Sainty unter Vertrag. Trifft er weiter so häufig, könnte er in den 30 Spieltagen durchaus den Torrekord von Li Jinyu brechen, der 2007 für Shandong Luneng 26 Mal traf.  Li Jinyu ist mit 120 Toren auch Allzeit-Rekordschütze seit der Einführung der Profiliga  1994. Bei AS Nancy brachte er es 1999 nur auf sechs Einsätze in der Ligue 1 und kein Tor.

Bislang hat es gar kein Chinese geschafft, sich dauerhaft in einer europäischen Topliga zu etablieren. Manchester United versuchte es 2006 bis 2008 mit Dong Fangzhuo. Der Stürmer kostete die Red Devils 500.000 Pfund Ablöse, die sich bei bestimmten Einsatzzahlen auf über 3,5 Mio. erhöhen hätte können.  Es wurden dann aber eh nur 18 Minuten in der Premier League, 18 Minuten in der Champions League und ein Spiel im League-Cup.  Später setzte sich Dong freilich in Belgien und Armenien durch.

Auweia, Du Wei! Celtic blamiert, Keano vergrämt - Abflug

Celtic Glasgow probierte es mit Du Wei, lieh den Verteidiger im Frühjahr 2006 für ein halbes Jahr von Shanghai Shenhua. Am 8. Jänner durfte er im schottischen Cup für die Bhoys gegen Zweitligist Clyde ran, verschuldete in der ersten Hälfte den Treffer zum 0:1 und einen Elfmeter und versaute letztlich das Debüt von "Keano" Roy Keane (1:2).

Manager Gordon Strachan nahm Du Wei zur Halbzeit raus und wenige Tage später durfte der Verteidiger auch schon wieder heimfliegen. Die Homepage von Celtic gab es dafür noch etwas länger auch auf chinesisch, die Du-Wei-Leiberl gingen nur mit dem chinesischen Schriftzug halbwegs weg.

Aber gleich wieder super in der Super League

In der Super League zählt Du Wei bei Shandong Luneng derzeit wieder zu den besten und ist mit sechs Toren der erfolgreichste Schütze unter den Verteidigern. 2010 führte er das Nationalteam als Kapitän zum Sieg bei den Ostasien-Meisterschaften. Im letzten Teamkader von José Antonio Camacho stand mit Stürmer Chengdong Zhang (Beira-Mar) nur ein Legionär.

Vielleicht sorgen Drogba und Co. mit ihrer Klasse ja dafür, dass das Niveau der Super League derart steigt, dass der ein oder andere Chinese dann von dort aus den Sprung nach Europa schafft. Fragt sich nur, wie ernst die Legionäre im Reich der Mitte ihre Aufgabe nehmen. Seydou Keita hat über seine Beweggründe von Barcelona nach Dalian Aerbin zu wechseln erklärt: "Ich habe lange mit Éric Abidal gesprochen, er hat mir zu meinem Wechsel nach China gratuliert. Wenn man 32 ist, dann ist nicht einfach einen solchen Vertrag zu bekommen."

Für Ex-Austrianer Sun scheint auch unter Lippi die Sonne

Tabellenführer in der Super League ist Guangzhou Evergrande. Die meiste Einsatzzeit beim neuerdings von Marcello Lippi betreuten Team hat übrigens Linksfuß Xiang Sun mit 1.337 Minuten. Bei Austria Wien hatte er es als Leihspieler in der Saison 2008/2009 insgesamt auch auf stolze 1.146 Minuten gebracht. 350.000 Euro Ablöse waren der Austria dann aber doch zuviel.

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Thomas Schöpf