Der Grazer AK ist wieder einmal insolvent. Zum vierten Mal in fünf Jahren meldeten die Roten Teufel Konkurs an. Die Passiva betragen 368.000 Euro. Wie es sportlich weiter geht, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

picDer GAK ist am Boden - der Masseverwalter rückt an

Die Steirer haben am Montag bei der Generalversammlung schon angekündigt, dass der Konkurs unausweichlich sein wird. Das erhoffte Wunder ist seitdem ausgeblieben. Nach Rücksprache mit den juristischen Beratern hat Präsident Benedikt Bittmann nun den Insolvenzantrag eingereicht.

140.000 Euro ist man für die Nutzung des Trainingszentrums Weinzödl schuldig, die Kommunalsteuerrückstände belaufen sich auf 153.000 Euro und mit 30.000 bis 40.000 Euro steht der Meister von 2004 bei der Gebietskrankenkasse in der Kreide. Das Räumungsurteil für die Sportstätten Weinzödl ist zudem insgesamt 131.180 Euro hoch.

Bereits am Donnerstag tauschten die Grazer mit dem DSV Leoben das Heimrecht für das kommende Regionalliga-Spiel. "Die UPC-Arena kostet 8000 Euro für ein Spiel. Das können wir uns derzeit nicht leisten", meinte Bittmann.

Zuletzt schöpfte man kurz Hoffnung, das Pferdezüchter Piet Hoyos den Verein übernehmen könnte. Dieser winkte aber schnell ab. "Der GAK ist kein hoffnungsloser Fall", meinte er gegenüber der Kleinen Zeitung.

Als Insolvenzverwalter wurde Norbert Scherbaum bestellt, der schon den Zwangsausgleich von Sturm Graz und die drei vorherigen Konkursverfahren des GAK betreut hatte. Die Gläubigerversammlung ist für 30. Oktober, 10:55 Uhr beim Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen angesetzt, die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 18. Dezember (11.00 Uhr) statt.

Das erste Konkursverfahren war im März 2007 mit 20 Mio. Euro an Passiva eröffnet worden und sah nach einem Zwangsausgleich eine Quote von 20 Prozent vor. Weil dies nicht erfüllt werden konnte, folgte im November 2007 der zweite Konkurs, wieder mit 20-prozentiger Quote, die im Oktober 2008 erfüllt wurde.

Das dritte Verfahren folgte schließlich im Oktober 2009 und endete mit einem weiteren Zwangsausgleich im Juli 2010, abermals mit einer 20-prozentigen Barquote.

Auch strafrechtlich laufen die Ermittlungen, u.a. wegen des Verdachts von Schwarzgeldzahlungen. Der Prozess wird frühestens für Mitte 2014 erwartet.

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red/apa