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Ghana und Brasilien bestreiten heute Abend das Endspiel der U20-Weltmeisterschaft. Zum ersten Mal könnte eine afrikanische Mannschaft den Titel holen. Während Ghana bisher überzeugte, spielen Brasiliens Edeltechniker ein eher schwaches Turnier.
Ghana ist nahe dran. Wieder einmal. Zum dritten Mal steht die U20-Auswahl des Afrikameisters im Weltmeisterschaftsfinale, gewonnen hat sie es noch nie – kein afrikanisches Team schaffte das bisher. Heute, da sind sich Mannschaft und Trainer einig, soll es endlich etwas werden mit dem Titel für Ghana. "Seit der Qualifikation wissen wir, dass wir das Potenzial haben, dieses Turnier zu gewinnen. Und jetzt, wo der Erfolg in greifbare Nähe gerückt ist, werden wir uns diese Chance nicht mehr nehmen lassen", kündigt Verteidiger David Addy an. Die südamerikanische Dominanz in den Spielen der wichtigsten Nachwuchs-Weltmeisterschaft soll gebrochen werden.
Wenn Ghana spielt, fallen Tore
Und tatsächlich, die Ghanaer hätten sich wohl kaum einen günstigeren Zeitpunkt dafür aussuchen können. Brasilien, das zeigte nicht nur die deutsche B-Elf, die Brasilien am Rande einer Niederlage hatte, ist schlagbar. Die Seleção bewies wie immer, dass sie über hervorragende Techniker verfügt. Allerdings wussten eben diese im Turnierverlauf nur ganz selten als Mannschaft zu überzeugen. In dieser Hinsicht hängt der chronische Turnierfavorit und mehrfache Titelträger den bislang titellosen Ghanaern hinterher. Was die Afrikaner bisher gezeigt haben, war durchaus sehenswert und stets unterhaltsam – spielfreudig mit einem Hang zum Wahnsinn. Ghanas Nachwuchself kann den Gegner überrollen, praktiziert ein starkes Flügelspiel und hat bislang 14 Treffer erzielt, acht davon alleine Stürmer Dominic Adiyiah. Der Afrikameister ist zweifelsohne nicht ganz schuldlos daran, dass der Torrekord bei der U20-WM bereits eingestellt wurde.
Brasiliens Torhüter Rafael erwartet "anstrengenden Tag"
Kein Wunder also, dass Brasiliens Torwart Rafael, der ebenfalls ein gutes Turnier spielt, Respekt vor Ghanas Angriffsspiel zeigt: "Sie sind schnell, haben einen exzellenten Sturm und sind zweifellos genauso verdient im Finale gelandet wie wir. Da habe ich wahrscheinlich einen anstrengenden Tag vor mir", mutmaßt der Keeper im Vorfeld der Partie. Ghanas Trainer, Sellas Tetteh, sieht das ähnlich und wähnt seine Elf gar in der Favoritenrolle. "Es gibt", betont der Coach, "keinen Grund für uns, nervös zu sein." In der Tat: Gemessen an den bisherigen Auftritten dürften die Afrikaner die Nase vorne haben. Am Ende aber dürfte es auch eine Frage der Nerven sein, welches Team sich den Titel sichert. Befreit aufspielen können dagegen Ungarn und Costa Rica, die nach ihren knappen Niederlagen gegen die Finalisten heute lediglich um den dritten Platz spielen.
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Maike Falkenberg |