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Der afrikanische Kontinentalverband hat Togo mit einer harten Strafe für den Rückzug vom Africa Cup of Nations belegt. Die togoische Nationalmannschaft wird von den kommenden zwei Kontinentalbewerben ausgeschlossen (2012 & 2014). Obendrauf gibt es noch eine Geldstrafe in der Höhe von 50.000 US-Dollar. Die Delegation aus Togo war bei der Anreise zum Afrika Cup in Angola einem Terroranschlag zum Opfer gefallen, der zwei Menschenleben und zahlreiche Verletzte forderte. Togos Auswahl erklärte daraufhin den Rückzug vom Turnier. Die nun verhängte Sperre wird nun als nachträgliche Verhöhnung empfunden.

Emmanuel Adebayor und der Fußball - eine Frage der Prespektive, wer im Vordergrund steht
Regierungssprecher Pascal Bodjona nannte die Entscheidung des afrikanischen Kontinentalverbandes, Togo von den kommenden beiden Afrika Cup Bewerben auszuschließen „beleidigend.“ Die Westafrikaner wurden gesperrt, weil sie nach dem Terroranschlag auf ihren Mannschaftsbus, beim diesjährigen Turnier nicht angetreten waren.
Der Konvoi der togoischen Auswahl wurde bei der Passage durch die angolanische Enklave Cabinda von Seperatisten angegriffen. Der Anschlag forderte zwei Tote und mehrere Verletzte.
Die Region gilt seit der Staatsgründung Angolas im Jahre 1975 als umkämpft. Dennoch wurde Cabinda von Veranstaltern als Spielort des Afrika Cups auserkoren.
Hick-Hack um Teilnahme
Noch im Schockzustand sah sich die Mannschaft, zu der neben Starstürmer Emmanuel Adebayor auch der ehemalige Österreich-Legionär Eric Akoto gehört, nicht in der Lage am Turnier teilzunehmen.
Kurz darauf revidierten die Spieler ihre Meinung. Togos Nationalmannschaft solle trotzdem antreten, um die Toten und Verletzten zu ehren.
Das Team musste jedoch auf Anordnung der togoischen Regierung zurück in die Heimat reisen.
Schon zu Beginn des Wettkampfes hatten die Togoer genug Gründe sich unverstanden zu fühlen. Neben der Turnierteilnahme, die zum heiß diskutierten Politikum wurde, verfehlten internationale Beobachter das Thema komplett.
Weisheiten aus Europa
Vereinsbosse aus England, die ein große Anzahl der teilnehmenden Spieler stellten, forderten – aus Sicherheitsgründen – die Abreise ihrer Schützlinge. Zuvor schon hatten sie den Zeitpunkt des Turniers kritisiert, da dieser auf den Terminkalender europäischer Klubmannschaften keine Rücksicht nehme.
Ebenso wurde der Terroranschlag als erneuter Anlass wahrgenommen, die Fähigkeit Südafrikas, eine Weltmeisterschaft auszurichten, in Frage zu stellen.
Immerhin wurde der im Vorfeld für die Gruppe B, in der sich neben Togo auch die starken Mannschaften von Ghana und der Elfenbeinküste befanden, verwendete Begriff „Todesgruppe“ aus dem aktiven Vokabular der Medien gestrichen.
Kleidung sorgt für Eklat
Tiefpunkt der Berichterstattung über das Schicksal der Togoer war aber ein Fernsehinterview mit Emmanuel Adebayor. Tränenüberströmt erzählte der Manchester City-Spieler, wie der Pressesprecher der Delegation in seinen Armen starb.
Der wahre Aufreger für manche Medien war allerdings das von Adebayor getragene Polohemd. Dort prangte nämlich das Wappen seines Ex-Klubs Arsenal London auf der Brust und damit zentral am TV-Bildschirm.
Fragwürdiges Urteil
Während sein Klub mit entsprechendem Feingefühl reagierte und ihm für die Rückkehr in den sportlichen Alltag Zeit gab, ließ der Afrikanische Verband, bei der Entscheidung ihn und seine Teamkameraden zu sperren, jegliches vermissen.
Die afrikanische Konföderation betont jedoch, dass die Strafe deswegen verhängt wurde, weil die Mannschaft erst auf Befehl der Regierung abtrat. Es wird also eine Einmischung des Staates in sportliche Angelegenheiten vermutet.
Togo will berufen
"Togo wird alle möglichen legalen Mittel anwenden, um gegen diese Entscheidung vorzugehen", sagte der Sprecher Pascal Bodjona. Das Land will die Suspendierung nicht auf sich sitzen lassen.
Ein langwieriger Instanzenweg ist vorprogrammiert. Ebenso wie Wortspenden verschiedener Funktionäre von FIFA-Präsident Blatter bis hinab zu Klubbossen allerorts.
Bis die Situation gelöst sein wird, gilt jedoch: Der Afrika Cup hat geendet, wie er begonnen hat – mit der Togoer Nationalmannschaft als Opfer.
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sk/red |