Der SK Rapid darf weiterhin auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Europa-League hoffen. Dank des 2:0-Auswärtssieges am Donnerstag gegen CSKA Sofia rückten die Hütteldorfer in Gruppe L auf Rang drei vor und liegen nur noch drei Punkte hinter dem Zweitplatzierten Beşiktaş Istanbul, der im Parallelspiel gegen Spitzenreiter FC Porto eine 1:3-Heimniederlage kassierte.

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Steffen Hofmann tastet sich an den Europacup-Torrekord von Hans Krankl heran

Mit einem Heimsieg in zwei Wochen gegen die Bulgaren und einer gleichzeitigen Beşiktaş-Schlappe in Portugal wäre in der letzten Runde am 15. Dezember in Istanbul ein Endspiel um Platz zwei garantiert, doch so weit will Trainer Peter Pacult noch gar nicht denken. "Unser Ziel war immer, gegen CSKA Punkte zu machen. Sollten wir jetzt daheim gewinnen und Beşiktaş gegen Porto verlieren, hätten wir noch eine Chance, aber wir schauen zuerst, dass wir so viele Punkte wie möglich machen, und erst dann, was rauskommt."

Dem Coach war die Freude über den ersten Pflichtspielsieg nach zuletzt drei erfolglosen Versuchen deutlich anzumerken. "Es war wichtig, dass die Spieler für ihren großen Aufwand belohnt worden sind." Besonders zufrieden war Pacult mit der Überlegenheit in der Zentrale. "Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir ZSKA früh gestört und im Mittelfeld viele Bälle gewonnen haben, vor allem Heikkinen und Pehlivan", lobte der 50-Jährige und sprach von einem verdienten Sieg.

Nur wenig Gegenwehr

"Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, waren von der ersten Minute an präsent und haben den Gegner im Spielaufbau immer wieder erfolgreich gestört", analysierte Pacult. Allerdings wurde seiner Mannschaft das Leben nicht allzu schwer gemacht, schließlich wirkten die in der Liga nur auf Rang neun liegenden und in der Europa League tor- und punktlosen Bulgaren völlig verunsichert. "Aber so einfach war es nicht für uns. Wir mussten bis zum Schluss konzentriert spielen", beteuerte der Wiener.

An mangelnder Konzentration lag es jedoch, dass die Rapidler viele Kontersituationen nicht nutzten und es daher verabsäumten, schon früh den Sack zuzumachen. "In der zweiten Hälfte haben wir klar dominiert, da hätten wir die Partie mit ein, zwei Toren früher entscheiden müssen", bemängelte Pacult.

Abschlussschwäche bleibt

Diese Ansicht vertrat auch Kapitän Steffen Hofmann. "Nach dem 1:0 hatten wir das Match unter Kontrolle, dann haben wir aber auch einen höheren Sieg verpasst. In den Kontern hat uns die letzte Durchschlagskraft gefehlt", meinte der Deutsche, dem nach seinem 16. Europacup-Treffer im 39. Spiel für Rapid nur noch zwei Tore auf die vereinsinterne Bestmarke von Hans Krankl fehlen.

Nach dem ersten Rapid-Sieg im elften Auswärtsspiel in einer Europacup-Gruppenphase ist beim Regisseur die Hoffnung auf einen Aufstieg wieder größer geworden. "Wir haben gewonnen, und auch das Beşiktaş-Ergebnis ist so, wie wir es uns gewünscht haben. Jetzt liegt es an uns - wenn wir gegen die Bulgaren daheim gewinnen, haben wir es wieder selbst in der Hand", sagte Hofmann.

Gewaltsame Proteste gegen CSKA-Klubführung

In dieser Partie in zwei Wochen im Wiener Happel-Stadion wird Gjorgji Jovanovski nicht mehr auf der CSKA-Trainerbank sitzen. Wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtete, wurde der Mazedonier nach dem Match ebenso wie Sportdirektor Emil Kostadinov von Vereinschef Dimitar Borissov gefeuert. Der 54-jährige Jovanovski war damit bereits das siebente "CSKA-Trainer-Opfer" in diesem Jahr. "Wir hatten keine andere Wahl nach den negativen Resultaten der vergangenen Wochen", begründete Borisov seine Entscheidung.

Erboste Fans warfen Fackeln, Knallkörper und Flaschen in Richtung Hauptausgang, als die Klub-Spitzen das Stadion verließen. Im Zuge der Ausschreitungen beschädigten die Randalierer zahlreiche Autos und setzten Mülltonen in Brand. Nach den Angaben der bulgarischen Exekutive wurden Polizisten verletzt, 15 Personen wurden festgenommen.


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apa