Raus aus dem Rampenlicht: Viele altbekannte Gesichter verdienen ihre Brötchen inzwischen unbeobachtet von der Sportpresse in kleineren Ligen. Heute geht es u.a. um den Ex-Stuttgarter Roberto Hilbert und um einen ehemaligen Bundesligatrainer.                        

pic Roberto Hilbert erzielte am Wochenende seinen ersten Treffer in der SüperLig

Die Transferoffensive, die Beşiktaş Istanbul vor dieser Saison startete, konnte sich durchaus sehen lassen. Neben dem neuen deutschen Trainer Bernd Schuster wurde Real Madrid-Ikone Gutí verpflichet, Ricardo Quaresma kam nach zwei eher enttäuschenden Jahren von Inter Mailand. Außerdem konnte  man den türkischen Nationalspieler Mehmet Aurelio von Betis Sevilla zurück in die Türkei holen.

Etwas überraschender mutete da der Wechsel von Roberto Hilbert zu den „Schwarzen Adlern“ an. Einst beim VfB Suttgart als großes Talent gehandelt und zum deutschen Nationalspieler aufgestiegen (8 Einsätze), konnte Hilbert an seine im ersten Jahr gezeigten Leistungen, die 2007 erheblich zum Gewinn der deutschen Meisterschaft des VfB beitrugen, nicht mehr anknüpfen. Im Sommer folgte der Wechsel, der bei den Beşiktaş-Anhängern nur für mäßige Begeisterung sorgte. Während Quaresma bei seiner Ankunft am Flughafen von über 25.000 traditionell fanatischen Fans empfangen wurde, waren es beim Ex-Stuttgarter ganze 20.

Nach schwierigem Start mit wenigen Einsätzen scheint Hilbert die Skeptiker und vor allem seinen Trainer überzeugt zu haben. Mittlerweile kommt er auf acht Ligaeinsätze, sechs davon über die komplette Spielzeit. Auch als Torschütze tritt der gebürtige Forchheimer nun in Erscheinung: Am Wochenende gelang Hilbert der Treffer zum 2:0 gegen Gençlerbirliği. Ein wichtiger Sieg für Beşiktaş, das nur auf Platz sechs liegend mit dem Erfolg immerhin den Anschluss nach oben wieder herstellen konnte.

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Holger Fach holt den Pokal in Kasachstan

Seine Trainerkarriere in Deutschland verlief für Holger Fach bisher alles andere als erfolgreich. Bei jeder seiner bisherigen Stationen (Gladbach, Wolfsburg, Paderborn und Augsburg) wurde Fach vorzeitig entlassen. Seit Anfang Januar diesen Jahres versucht er sein Glück etwa 4000 Kilometer von der Heimat entfernt bei Lokomotiv Astana. Mit dem Hauptstadtklub aus Kasachstan gelang Fach nun der  erste größere Erfolg als Trainer. Mit einem 1:0-Erfolg über Shakhter Karagandy sicherte sich sein Team zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den kasachischen Pokal.

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Casey und Smolarek in der Heimat erfolgreich

Insgesamt sieben Jahre spielte der US-Amerikaner Conor Casey in Deutschland. Bis auf eine gute Zweitligasaison für den Karlsruher SC 2003/2004, in der er 14 Tore schoss, hat Casey seine Torgefährlichkeit im deutschen Fußball nie wirklich unter Beweis stellen können. Seine vier Tore in 44 Bundesligaspielen sprechen Bände. Im Jahr 2007 folgte die Rückkehr in seine Heimat.

Dort hat sich der bullige Stürmer mittlerweile als einer der besten Angreifer der MLS profiliert und kann mit einer beeindruckenden Torquote von 43 Toren in 92 Spielen aufwarten. Auch diese Saison verlief bisher sehr erfolgreich für Casey. Mit 13 Treffern in der Regular Season führte er seine Colorado Rapids in die Playoffs. Nun steht das Team im Finale, am nächsten Montag treffen die Rapids in Toronto auf den FC Dallas. Gegen eben diesen Gegner ausgeschieden ist David Beckhams Klub Los Angeles Galaxy. Im zweiten Halbfinale setzte es für die Kalifornier, bei  denen die ehemaligen Bundesliga-Profis Landon Donovan (Bayern, Leverkusen) und Jovan Kirovski (Dortmund) zum Einsatz kamen, eine 0:3-Niederlage.

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Zurück seine Heimat gewechselt ist auch Ebi Smolarek, obwohl er vorher nie in Polens höchster Spielklasse aktiv war. Da sein Vater Włodzimierz als Profi in der holländischen Eredivisie für Feyenoord Rotterdam und den FC Utrecht tätig war, wuchs Smolarek in den Niederlanden auf. Er spielte zunächst für die Feyenoord-Jugend und schließlich für die erste Mannschaft. Nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund verbrachte er drei Spielzeiten beim BVB, in denen er 25 Bundesligatore erzielen konnte und zum Publikumsliebling der Dortmunder Anhänger aufstieg. Es folgten weniger erfolgreiche Gastspiele in England und Griechenland, bevor Smolarek  zu Beginn dieser Saison erstmals nach Polen wechselte, zum zweimaligen polnischen Meister Polonia Warschau. Am Wochenende traf der 29-jährige Angreifer beim 3:1-Erfolg seines Teams gegen Ruch Chorzów bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit, so viele Tore hatte der er in der gesamten letzten Saison in der griechischen Liga erzielt.

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Julian Bischoff