Raus aus dem Rampenlicht: Viele altbekannte Gesichter verdienen ihr Geld weitgehend unbeobachtet von der deutschen Presse bei Vereinen im Ausland. Heute geht es um einen ehemaliges deutsches Top-Talent, das in Australien sein Glück gefunden hat.  
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Jubel in Down Under: Thomas Broich (mi.) nach seinem wichtigen Halbfinaltreffer.

Er galt als Supertalent, als Querdenker, als die Zukunft des deutschen Fußballs auf der Spielmacher-Position - sein Spitzname: Mozart. Doch so richtig durchsetzen konnte sich Thomas Broich, der eigentlich eher Beethoven mag, im deutschen Profi-Fußball nie. Ob bei Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln oder beim Club in Nürnberg, der gebürtige Münchner kam selten über gute Ansätze hinaus.

Nachdem es für ihn beim 1. FC Nürnberg letzte Saison nur zu sieben Einsätzen reichte, entschloss Broich sich für einen Schnitt. Er packte die Koffer und wechselte auf den fünften Kontinent, den er zuvor schon als Tourist bereist hatte.

Bei Brisbane Roar hat sich der Techniker auf Anhieb durchgesetzt und ist absoluter Leistungsträger der Mannschaft aus dem Nordosten Australiens. Diese steht jetzt auch dank Broich im Finale der A-League. Nachdem im Halbfinalhinspiel die Central Coast Mariners mit 2:0 besiegt wurden, lag Brisbane im Rückspiel zwischenzeitlich mit ebenfalls zwei Toren zurück. In der 63. Minute war es dann Thomas Broich höchstselbst, der mit seinem Anschlusstreffer die Weichen zum Finaleinzug stellte. Am Ende kamen die Gastgeber aus Queensland sogar noch zum Ausgleich.

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Tosun trifft weiter nach Belieben

Bereits letzte Woche hat weltfussball über Cenk Tosun und dessen Traum-Einstand bei Gaziantepspor berichtet. Am Wochenende knüpfte der Ex-Frankfurter nahtlos an seine bisher gezeigten Leistungen an und traf beim 2:1 seines Klubs gegen Eskişehirspor gleich doppelt. Der deutsche U-21-Auswahlspieler schoss dabei bereits in der ersten Halbzeit einen Zwei-Tore-Vorsprung für sein Team heraus, den der gebürtige Berliner und türkische Ex-Nationalspieler Ümit Karan kurz vor Ende nur noch verkürzen konnte.

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Ex-Bundesligaspieler in Tschechien treffsicher

Als Ersatz für den seinerzeit verletzten Ioannis Amanatidis kam Léonard Kweuke in der Winterpause 2008/2009 zu Eintracht Frankfurt. Für die Hessen bestritt der Stürmer jedoch nur sechs Partien, ohne dabei auch nur ein Tor geschossen zu haben. Dementsprechend wurde die Kaufoption auf den Kameruner nicht gezogen. Es folgte der Wechsel in die Zweite Liga zu Energie Cottbus. In der folgenden Saison konnte er dort in 29 Zweitligaspielen immerhin fünfmal einnetzen.

Vor dieser Spielzeit zog der kantige Angreifer weiter nach Tschechien zu Sparta Prag. Dort läuft es erheblich besser für Kweuke: Am Wochenende traf er beim 2:0-Sieg seines Teams über Banik Ostrau doppelt und hat nun bereits sieben Saisontore auf seinem Konto stehen.

Ebenfalls einen Treffer erzielen konnte Jiří Kaufman. Der lange Jahre in Deutschland aktive Tscheche (Hannover, Cottbus, Karlsruhe, Aue) markierte beim 3:1-Erfolg seines Vereins Bohemians Prag über den 1. FC Slovácko zehn Minuten vor Schluss den Endstand.


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Julian Bischoff