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17.03.2009 - 12:40 Uhr
«Dreckiger Arbeitssieg» für Mainz 05

Wiesbaden (dpa) - Der Fußball kann grausam und ungerecht sein - vor allem für Abstiegskandidaten wie SV Wehen Wiesbaden. Dem «Schlusslicht» fehlte beim 0:2 gegen den FSV Mainz 05 im Derby der 2. Bundesliga trotz eines beherzten Auftretens das nötige Quäntchen Glück.

Der Aufstiegskandidat von der anderen Rheinseite spielte hingegen schwach, hatte aber Fortune. «So kann es nicht weitergehen», sagte 05-Trainer Jörn Andersen und kündigte seinem Personal nach dem «dreckigen Arbeitssieg» eine intensive Aussprache an. «Solange rechnerisch noch alles möglich ist, geben wir nicht auf», meinte SVWW-Coach Wolfgang Frank und hofft auf ein Wunder.

Nach der sechsten Liga-Pleite in Serie nach Treffern von Elkin Soto (37. Minute) und Srdjan Baljak (90.+1) sowie neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer bleiben den frustrierten Seelen in Wehen nur Durchhalteparolen. «Viele haben uns doch schon abgeschrieben. Vielleicht hilft das», sagte Frank. Der Trainer hofft nun, dass der FSV Frankfurt im Hessen-Derby am Freitag damit anfängt.

Die Schulterklopfer hatten Konjunktur in der mit 11 721 Fans wohl für längere Zeit letztmals ausverkauften Brita-Arena. Den Akteuren ging die Lobhudelei zu weit. «Das mit der guten Leistung kann ich nicht mehr hören. Dafür gibt es keine Punkte», meinte Sascha Amstätter. Der Sturm ist das Problem: 21 Tore in 24 Spielen - Liga-Minuswert. Der letzte Treffer gelang am 13. Februar, seit 384 Minuten herrscht totale Flaute. Sanibal Orahovac scheiterte gar per Elfmeter an Dimo Wache (20.). «Es kann einfach nicht sein, dass wir Chancen haben und die anderen die Tore schießen», monierte Ronny König.

«Ich habe innerlich noch nie so oft den Kopf geschüttelt», sagte 05-Präsident Harald Strutz zum schwachen Auftritt seiner Profis. Die gaben sich immerhin selbstkritisch. «Alle haben gesehen, dass nicht die bessere Mannschaft gewonnen hat», gab Wache zu. «Jetzt müssen wir Taten sprechen lassen», forderte Markus Feulner. Coach Andersen hatte spielerische Qualität schon nach dem 1:1 gegen Augsburg für das Derby angemahnt, erhört hatte ihn sein Team nicht. Dennoch bleiben die 05er auswärts mit 27 Punkten die Nummer 1 der Liga, daheim schwächeln sie. Feulner bangt daher schon wieder um den gerade zurückeroberten Platz zwei: «Wenn wir so gegen Aachen spielen, haben wir keine Chance.»