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Bundesliga .:. News
| 08.06.2009 - 14:23 Uhr |
| Fandel beendet Karriere: «Der richtige Zeitpunkt» |
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Frankfurt/Main (dpa) - Auf dem Platz traf er fast immer den richtigen Ton, und auch beim Abgang von der großen Fußball-Bühne blieb sich Konzertpianist Herbert Fandel treu. Ohne Pauken und Trompeten hat einer der besten deutschen Schiedsrichter fast heimlich die Pfeife aus der Hand gelegt und seine erfolgreiche Karriere vorzeitig beendet. «Für mich war immer klar, dass ich dann aufhöre, wenn ich es selbst will. Es sollte ein Moment sein, in dem ich mit ausschließlich positiven Gedanken abschließen kann. Jetzt ist nach einer langen Karriere der richtige Zeitpunkt gekommen», sagte Fandel in einem auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verbreiteten Interview. In seiner Laufbahn suchte Fandel nie das Rampenlicht. Er pfiff insgesamt 247 Bundesligaspiele, dazu kamen 26 Länderspiele und 56 Europapokalpartien. Der 45-Jährige aus Kyllburg vertrat Deutschland bei der Europameisterschaft 2008 und leitete 2006 das UEFA-Cup- Endspiel FC Sevilla gegen FC Middlesbrough. Das erste Bundesligaspiel 1995 zwischen dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt bezeichnete er als «sehr emotionalen Moment», das Champions-League-Finale 2007 zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool als Höhepunkt seiner Karriere. «Davon hatte ich schon als Jugendlicher geträumt, einmal dieses Spiel zu leiten. Ich kann mich heute noch an nahezu jede Situation erinnern», sagte Fandel. Gemeinsam mit Markus Merk war er im vergangenen Jahrzehnt das Aushängeschild der deutschen Referees, stand dabei aber lange im Schatten seines berühmten Kollegen. So auch bei der WM 2006 im eigenen Land, wo er Merk den Vortritt lassen musste, weil der Weltverband FIFA nur einen Schiedsrichter aus jeder Nation nominierte. «Im Laufe der Jahre habe ich begriffen, dass Entscheidungen auch sportpolitisch begründet sein können. Diese sportpolitischen Kriterien hätte man seitens der FIFA früher und stärker betonen könne, dann wären auch keine falschen Hoffnungen geweckt worden. Aber Schwamm drüber...», erklärte Fandel im Rückblick auf den wohl bittersten Moment seiner Laufbahn. Vor zwei Jahren musste Fandel ein Negativ-Erlebnis ganz anderer Art verarbeiten. Im EM-Qualifikationsspiel Dänemark gegen Schweden wurde der Unparteiische kurz vor Schluss von einem Fan auf dem Platz attackiert. «Nach solchen Gewaltausbrüchen von Spielern oder kranken Menschen überlegt man schon, ob das alles noch Sinn macht», sagte Fandel nach den Vorfällen in Kopenhagen. In der vergangenen Saison kam er wegen einer Fußverletzung nur noch selten zum Einsatz. «Die Pausen haben mir Zeit zum Nachdenken gegeben. Ich habe die Verletzung als Signal verstanden, aber das war nicht entscheidend für meinen Entschluss», erklärte Fandel. Dieser sei nach der EURO langsam gereift und erst in den vergangenen Wochen ganz konkret geworden. «Vorher war da nur das Gefühl, dass ich meine großen Ziele erreicht hatte und damit eine neue Zeit anbricht.» Von Fandels Entscheidung überrascht wurde die Führung der Deutschen Fußball Liga (DFL). «Mit Respekt und Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass Herr Fandel seine aktive Schiedsrichter-Karriere beendet. Er hat dauerhaft national wie international auf höchstem Niveau Spiele geleitet und war durch seine unaufdringliche und sachliche Art Vorbild und Aushängeschild für das deutsche Schiedsrichterwesen», sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. Und Holger Hieronymus, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb», meinte: «Herbert Fandel hat viel dazu beigetragen, das Bild der Schiedsrichter in der Öffentlichkeit positiv zu prägen.» Dem Fußball bleibt Fandel künftig als Mitarbeiter im Schiedsrichter- Ausschuss treu. «Volker Roth hat schon vor längerer Zeit in dieser Hinsicht mit mir gesprochen, aber auch DFB-Präsident Theo Zwanziger und Vizepräsident Rainer Koch haben sich gewünscht, dass ich meine Erfahrungen einbringe. Dieses Vertrauen ehrt mich», sagte Fandel. Über seine berufliche Zukunft hat sich der Familienvater noch keine konkreten Gedanken gemacht: «Es gibt nun viele Möglichkeiten und Perspektiven in meinem Leben, aber ich werde jetzt nicht in Aktionismus verfallen. Nach dieser Karriere werde ich jetzt erstmal durchatmen.» |




