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07.02.2010 - 20:13 Uhr
Bayern schließen zu Bayer auf - Dortmund kriselt

Düsseldorf (dpa) - Für Bayern München war es ein perfekter Spieltag, doch Trainer Louis van Gaal mochte sich selbst über die Fast-Übernahme der Tabellenspitze nicht freuen. Im Gegenteil: Er war sauer.

«Ich bin sehr böse. Wir haben arrogant gespielt», schimpfte der Niederländer nach dem 3:1 bei Meister VfL Wolfsburg. Mit dem achten Sieg in Serie rückte der Rekord-Titelträger am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga der weiter ungeschlagenen Elf von Bayer Leverkusen (beide 45 Punkte) ganz dicht auf die Pelle und steht nur noch zwei Tore schlechter da als die Rheinländer, die durch das 1:1 beim VfL Bochum zwei Punkte liegen ließen. «Man kann von meiner Mannschaft nicht erwarten, dass sie jedes Spiel bis zum Saisonende gewinnt», sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes.

Borussia Dortmund kriselt. Eine Woche nach dem 1:4 von Stuttgart gab es für den BVB beim 2:3 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt erstmals seit fast 19 Jahren wieder eine Heimniederlage gegen die Hessen, für die Benjamin Köhler (8.), Sebastian Jung (65.) und Alexander Meier (74.) trafen. Mats Hummels (17.) und Lucas Barrios (57.) konnten die dritte Saison-Heimpleite des BVB nicht verhindern. Dortmund (36 Punkte) bleibt Fünfter, Frankfurt (31) ist Siebter. Bester Aufsteiger bleibt Mainz 05. Das heimstarke Team von Trainer Thomas Tuchel bezwang Borussia Mönchengladbach im zweiten Sonntag-Spiel 1:0 (1:0) und hat mit 30 Zählern schon jetzt mehr Punkte als Hoffenheim und Stuttgart. Der ehemalige Gladbacher Bo Svensson (44.) sorgte für das «Tor des Tages» und die achte Auswärts-Niederlage der Borussia.

Auch die Verfolger des Top-Duos patzten: Dem Tabellen-Dritten Schalke 04 wurde beim 0:0 in Freiburg ein Tor von Marcelo Bordon nicht zuerkannt, der Hamburger SV (36) musste beim 1. FC Köln nach klarem 3:1-Vorsprung noch das 3:3 hinnehmen. Angesichts dieser Ergebnisse zeigte sich van Gaal doch ein wenig versöhnt: «Die Konkurrenz hat Punkte verloren, deshalb bin ich froh», meinte der Bayern-Coach, den die Konzentrationsmängel seiner Elf mehr ärgerten als der noch nicht vollzogene Wechsel an der Spitze. «Ich denke nicht, dass es so wichtig ist, jetzt Tabellenführer zu sein.»

Doch das scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Selbst Rudi Völler betonte, der Weg zum Titel führe nur über das Münchner Star- Ensemble. «Die Bayern sind gespickt mit Weltklasse-Spielern. Sie bestimmen, wer Meister wird», sagte Bayers Sportchef. Größer war der Frust bei Schalke und dem HSV. «Das war ein extrem ärgerlicher und unnötiger Punktverlust», schimpfte Bruno Labbadia, dessen Elf in Köln noch die Tore von Milivoje Novakovic (75.) und Adil Chihi (88.) kassierte. Selbst der niederländische Stürmerstar Ruud van Nistelrooy konnte sich über sein Kurzdebüt nicht freuen. «Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an.»

Schalke-Coach Felix Magath platzte nach dem 0:0 in Freiburg der Kragen, weil Bordons Kopfball an die Unterkante der Latte (47.) deutlich hinter der Torlinie aufgesprungen war, der Treffer aber nicht gegeben wurde. Doch nicht den Referees gab Magath die Schuld, vielmehr kanzelte er die Regelhüter ab und forderte, in derartigen Zweifelsfällen endlich technische Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. «Solange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir damit leben. Der DFB, die UEFA oder irgendein Verband glauben, ohne die neuartigen Instrumente auskommen zu können. Mit einem Chip im Ball hätten alle sofort Klarheit, und wir bräuchten uns nicht zu ärgern», sagte Magath, dessen Elf mit drei Punkten hinter dem Spitzen-Duo aber weiter auf Europapokal-Kurs steuert.

Werder Bremen (2:1 gegen Hertha BSC) und 1899 Hoffenheim (2:1 gegen Hannover 96) stoppten ihre Negativserien, das «Keller»-Trio verlor weiter an Boden. Hannovers Talfahrt setzt sich auch unter Mirko Slomka fort, der das Duell gegen seinen langjährigen «Chef» Ralf Rangnick verlor. Slomka durfte sich allein über das Ende der Funkstille zwischen ihm und Rangick freuen, mit dem er sich nach dessen Rauswurf «auf Schalke» überworfen hatte: «Es war schön, sich endlich einmal wiedergesehen zu haben.»

Auch der Tabellen-17. 1. FC Nürnberg konnte den VfB Stuttgart nicht stoppen, der unter Christian Gross volle Fahrt aufgenommen hat. Doch das späte 1:2 durch Roberto Hilbert warf FCN-Coach Dieter Hecking nicht um: «Meine Mannschaft hat klasse gespielt. Wenn sie so weitermacht, kommt sie da unten raus.» Die abgeschlagenen Berliner dagegen kann wohl nur noch ein Wunder vor dem Abstieg retten.

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