Mathias Schober – für die einen ist er einer der besten Torhüter der Bundesliga, für die anderen nur der Mann, der die Bayern zum Meister krönte.
Man erinnere sich nur an das Bundesligafinale 2000/01: Schalke musste gewinnen, die Bayern nur einen Punkt in Hamburg holen. S04 schaffte die Pflichtübung leicht mit 5:3 gegen Unterhaching. Beim Nord-Süd-Gipfel in der AOL-Arena steht es bis zur 90. Minute 0:0 – das würde reichen für den Rekordmeister. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Barbarez überspringt die gesamte Bayernabwehr und köpft am konsternierten Oliver Kahn zum 1:0 ein. In diesem Moment ist Schalke Deutscher Meister. Doch die Bayern, angepeitscht von King Kahn, preschen nach vorne, Ujfalusi bekommt den Ball nicht raus und spielt in Bedrängnis zurück zu Mathias Schober. Eigentlich kein Problem für ihn, er muss die Pille nur raushauen – doch was macht Schober? Nicht etwa das, was er in 99,9% dieser Fälle tun würde, nein, er nimmt den Ball mit der Hand auf und Schiri Markus Merk entscheidet regelkonform auf Rückspiel, Freistoß für die Bayern. Den Rest kennt jeder und keiner wird die Szenen in Gelsenkirchen und Hamburg so schnell vergessen. Später sollte das geflügelte Wort vom „Meister der Herzen“ die Runde machen und viele Emotionen entluden sich – auch auf und gegen die Person Mathias Schober.
Doch eben diese Person Schober nur in diesem Zusammenhang zu sehen, wäre einfach ungerecht, denn seit Jahren gehört er stets zu den besten Spielern seiner Zunft. In Ländern wie England oder Frankreich, die keine oder nur eine handvoll Keeper internationaler Klasse haben, wäre er wohl schon im Kader der jeweiligen Nationalmannschaft. Er verfügt über ausgezeichnete Reflexe, eine gute Strafraumbeherrschung und eine ausgeprägte Sprungkraft.
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