Italien .:. Steckbrief
| Mannschaft: | Italien |
| Verband: |
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| Spitzname: | Squadra Azzurra |
| gegründet: | 15.03.1898 |
| Farben: | blau-weiß |
| Mitgliederzahl: | 4.042.887 |
| Stadion: |
Olimpico
72.698 Plätze |
| Anschrift: |
Federazione Italiana Giuoco Calcio Via Gregorio Allegri 14 C.P. 2450 00198 Roma |
| Telefon: | 06 / 84 911 |
| Telefax: | 06 / 84 912 526 |
| Homepage: | www.figc.it |
| E-Mail: | figc.segreteria@figc.it |
Italien .:. Portrait
| Italiens Fußballhistorie basiert im Wesentlichen auf den vier Vereinen Milan AC, Genoa 93, Bologna FC und Juventus FC. Aber auch hier - wie nicht anders zu erwarten - spielten Briten eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Fußballs. Neben diesen hatten auch die Schweizer Einfluss auf den Fußball in der Region um Turin und Genua, wo es zu den ersten Vereinsgründungen kam. Der italienische Fußball dehnte sich zu dieser Zeit langsam Richtung Süden aus. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts kam es in Rom, Neapel und Palermo zu ersten Vereinsgründungen. Die Italiener übernahmen aber nicht die Begriffe Football oder Soccer als Bezeichnung für ihren Fußball, sondern verwendeten das Wort Calcio. Das Spiel Calcio, welches seinen Ursprung in Florenz hatte und dem Fußball sehr ähnelte, hat jedoch wenig mit dem modernen Calcio gemein. Der Norden Italiens war um die Jahrhundertwende eine aufblühende Handelsmetropole geworden und Dank des Aufschwungs der italienischen Industrie fand der italienische Fußball ein ideales Fundament zum sichern Aufbau. Der Norden blieb aber bis 1920 unangefochten die Nr.1 im Fußball. Damit es zu einem geregelten Spielablauf kam, gründeten die Vereine einen gemeinsamen Verband, den FIF. 1905 wurde der Verband in den bis heute existierenden FIGC umbenannt, doch das Chaos im vorhandenen Spielbetrieb sollte bis 1929 anhalten. In diesem Jahr gründete der Verband die Nationalliga Serie A, die den Neid und die Missgunst unter den Vereinen eindämmte und die chaotischen Verhältnisse auflöste. Fußballclubs wurden mit der Zeit mehr und mehr ein Wirtschaftsfaktor, was der Industrie nicht verborgen blieb. Der Präsident der FIAT-Werke, Edoardo Agnelli, wurde Vorsitzender und Eigner von Juventus Turin und auch Milan hatte mit Piero Pirelli, dem Präsident der berühmten Autoreifenmarke, einen lukrativen Besitzer. Aufgrund der namenhaften Geldgeber setzte sich ein wirtschaftlicher und sportlicher Boom bei den Vereinen durch. Dies sorgte auch bei der squadra azzura, der Nationalmannschaft Italiens, für eine positive Entwicklung. Doch nicht nur am wirtschaftlichen Faktor war der Erfolg der Nationalmannschaft fest zu machen. Ein Mann spielte eine gewichtige Rolle für den damaligen Erfolg, der Trainer Vittorio Pozzo. Dank seines praktizierenden Spielsystems rückte die Nationalmannschaft schnell in die europäische Elite auf. Mit Vittorio Pozzo wurden Italien 1934 und 1938 Weltmeister. Doch dies war nicht der einzige Erfolg des ambitionierten Trainers. Mit der Amateurmannschaft holte sich Pozzo 1936 olympisches Gold und mit Bologna sicherte er sich 1932 und 1934 den begehrten Mitropa Pokal. In der Zeit des Erfolgs kam aber auch die Ära des Faschismus unter Benito Mussolini auf. Der Volkssport Fußball wurde zu dieser Zeit zwar gefördert durch den Bau von Stadien zugleich jedoch zur unterschwelligen politischen Meinungsmache missbraucht. Eingriffe in den Fußball durch die Politik war keine Seltenheit. Als Gegenpol zum starken Norden wurden zwei römische Vereine gegen ihren Willen zum AS Rom dazu fusioniert, dem Lieblingsverein Mussolinis. Die Roma, wie der AS Rom von seinen Fans genannt wurde, gewann als erste Mannschaft aus dem Süden 1942 den Scudetto, die italienische Meisterschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg blühten die großen italienischen Clubs auf. Vereine wie AC Milan oder Juventus Turin kauften sich die besten Spieler und repräsentierten einige der besten Mannschaften auf der Welt. Die Nationalmannschaft aber lief den Erfolgen der Vergangenheit hinterher und bot schwache Auftritte bei den Weltmeisterschaften Anfang der 50er bis Ende der 60er Jahren. Die größte Katastrophe ereignete sich bei der WM 1966 gegen Nordkorea, als die Mannschaft das Gruppenspiel mit 1:0 verlor und damit vorzeitig ausschied. Der Grund für diese schwarze Serie des Misserfolgs wurde schnell im hohen Anteil der ausländischen Spieler in der Serie A vermutet, woraufhin der italienische Verband 1964 ein Ausländerverbot für die Fußballvereine verhängte. Zwanzig Jahre blieb dieses in der Serie A bestehen und die Clubs hatten schwer mit den folgenden Rückschlägen zu kämpfen. Die Dominanz des italienischen Vereinsfußballs in Europa bröckelte und Vereine aus Spanien, Deutschland, England und Holland holten rasant auf. Der Erfolg der Nationalelf in diesem Zeitraum bleibt weiter zweifelhaft, auch wenn 1982 der WM Titel zum dritten und bis heute letzten Mal gewonnen wurde. Durch die erfolgreiche WM 1982 wurde das Verbot aufgehoben und die Vereine erholten sich von dem lange vorherrschenden Nachteil, keine Ausländer einsetzten zu dürfen. Mittlerweile sind italienische Vereine eine feste Größe in Europa und die Serie A gilt als eine der stärksten Ligen der Welt, aber auch als eine der höchst Verschuldesten. Die Begeisterung der italienischen Fans für ihren Heimatclub und ihrer Nationalelf, der squadra azzura kennt keine Grenzen. Die Mannschaft um ihren Trainer Giovanni Trapattoni gilt als einer der Favoriten für die EM 2004, da sie auf jeder Position sehr gut besetzt sind. Ob sie jedoch ihre Nerven im Zaum halten können, bleibt fraglich. Sowohl im Finale der letzten EM 2000 gegen Frankreich als auch im Achtelfinale bei der WM 2002 gegen Südkorea führte die Mannschaft 1:0 und sah wie der sichere Sieger aus. Am Ende verlor die Mannschaft die Partie gegen Frankreich mit 2:1 und auch gegen Südkorea blieb den Italiener nur der bittere Geschmack der Niederlage. Die Mannschaft hat mit Totti, Vieri, Nesta, Cannavaro und Inzaghi große Namen in ihren Reihen, doch hat sie auch das Zeug dazu, den ganz großen Coup bei dieser EM 2004 zu landen? Herausfinden werden wir es in Portugal, bis dahin, um es mit den Worten von Giovanni Trapattoni zu sagen: "Ich habe fertig"! |




