SC Freiburg .:. Steckbrief

Mannschaft: SC Freiburg
vollst. Name: Sport Club Freiburg
Land: Deutschland Deutschland
gegründet: 30.05.1904
Farben: rot-weiß
Mitgliederzahl: 2.700
Sportarten: Fußball, Tennis
Stadion: Mage Solar Stadion
24.000 Plätze
Anschrift: Schwarzwaldstraße 193
79117 Freiburg
Telefon: 07 61 / 38 55 10
Telefax: 07 61 / 38 55 15 0
Homepage: www.scfreiburg.com
E-Mail: scf@scfreiburg.com

SC Freiburg .:. Erfolge

3 x Meister 2. Bundesliga
1993  2003  2009 

SC Freiburg .:. Portrait

Am 3. März 1912 schließen sich die beiden Freiburger Fußballvereine FC Union (ehemals Mars und Schwalbe) und der Freiburger Fußballverein 04 zum Sportclub Freiburg zusammen. Die Vereinsführung - bestehend aus zwei Zahnärzten namens Rohr und Federer - hoffen, dem Lokalrivalen Freiburger FC, der 1907 bereits deutscher Meister geworden war, mit diesem Schachzug endlich Paroli bieten zu können. Der Greif wird als Wappentier ausgewählt, sein Kopf soll auch hundert Jahre später noch das Wappen des Vereins schmücken.

Nachdem, bedingt durch die landesweite Hungersnot, im ersten Weltkrieg die Sportplätze umgepflügt und zu Kartoffelackern umfunktioniert werden, ist die Situation nicht gerade als rosig zu bezeichnen. Nicht die heute sprichwörtliche liberale Freiburger Art, sondern Geldsorgen sind der Auslöser für die erste große Auslandstournee des Sportclubs: 1922 bestreitet das Team fast 40 Begegnungen gegen nicht-deutsche Teams und beschafft sich so die nötigen Devisen für das finanzielle Überleben. Das Geld reicht für den Bau einer neuen Trainingsanlage auf dem Gelände des heutigen Freiburger Flugplatzes.

Als kommunistisch geprägter, damals schon "etwas anderer" Arbeiterverein stehen Spieler und Fans der Naziregierung nach Hitlers Machtübernahme feindselig gegenüber. Man gestattet dem "Führer" nicht, im neuen Winterer-Stadion eine Rede zu halten. Angeblich soll der Hitler-Konvoi sogar mit Steinen beworfen worden sein.

Als Reaktion auf dieses unbotmäßige Verhalten wird auch die mühsam aufgebaute neue Sportstätte 1937 von den Nazis wieder eingeebnet. Freiburg rettet sich in eine "Zwangsehe" mit der Freiburger Turnerschaft, aus der sie erst Jahre nach dem Krieg wieder entlassen werden. In den 50er und 60er Jahren fristen die Freiburger weiterhin ein Dasein im Schatten des Stadtrivalen FFC: Für Leistungsträger fehlt dem Arbeiterverein das Geld, junge Talente wandern so mit schöner Regelmäßigkeit zum Lokalrivalen oder anderen finanzstarken Clubs ab. Immerhin finden die Breisgauer endlich eine sportliche Heimat auf der Anlage des heutigen Dreisamstadions.

Sportlich startet der SC Freiburg erst in den 70ern unter dem Vereinsvorsitzenden Achim Stocker durch. Die gezielte Förderung junger Talente – was anderes bleibt dem Verein gar nicht übrig – wird in Freiburg zur Staatsraison ernannt. 1991 verpflichten die Breisgauer einen bis dahin unbekannten Fußballlehrer namens Volker Finke. Der sympathische Querkopf wird 12 Jahre später immer noch auf dem Trainerstuhl sitzen. Bereits zwei Jahre später steigt der SC erstmalig in die Bundesliga auf. Die junge Mannschaft überrascht und begeistert mit gepflegtem Kurzpassspiel und einem modernen Spielsystem. Sie setzt die Fußballphilosophie ihres Trainers ansprechend um und qualifiziert sich weitere zwei Jahre danach erstmalig für den UEFA-Cup.

Der Verein ist inzwischen – vor allem bei den Freiburger Studenten – ein echter Geheimtipp und das kleine Dreisamstadion ist fast immer bis auf den letzten Platz belegt. Zwar steigen die Breisgauer 1998 noch einmal ab, bleiben ihrer Linie und ihrem Trainer dennoch treu. Der schafft es, trotz einiger prominenter Abgänge wie Jörg Heinrich und Sebastian Kehl, die in Freiburg zu Nationalspielern geworden sind, durch gezielte Sichtung und Förderung junger Spieler, stets ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen.

Als erste Mannschaft der Bundesliga baut sich Freiburg, Deutschlands erste Stadt mit grünem Bürgermeister, eine Solaranlage auf ihr Stadiondach. Als man den amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund 2002, Werbepartner des Atomstromanbieters e.on, aus dem DFB-Pokal wirft, nennt Volker Finke süffisant die Überlegenheit erneuerbarer Energien gegenüber der Kernkraft als Grund für den sensationellen Sieg.

Auf dem ehemaligen Vereinsgelände des Konkurrenten FFC, der zuletzt in der Verbandsliga gespielt hat, ist inzwischen ein modernes Leistungszentrum, die Freiburger Fußballschule, eingeweiht worden mit dem der SC Freiburg seinen Weg ins neue Jahrtausend konsequent weiter beschreitet. Nun fehlt den Breisgauern nur noch ein Titel...