26.03.2018 18:03 Uhr

Damals: Kuriose Verschwörungstheorien in Köln

Srđan Čebinac konnte beim FC Köln nur im Probetraining überzeugen
Srđan Čebinac konnte beim FC Köln nur im Probetraining überzeugen

"Ich kenne keinen, der besser mit dem Ball umgehen kann" - mit diesen verzückten Worten adelte der damalige Köln-Boss Franz Kremer vor der Saison 1965/1966 Neu-Geißbock Srđan Čebinac. Eine Einschätzung, die in der Folge für einige Verwirrung sorgen sollte.

Mit einem ganzen Korb voller Vorschusslorbeeren, unter anderem geriet Kölns Ex-Meister- und damaliger Bayern-Trainer Tschik Čajkovski angesichts des Serbens ins Schwärmen, wechselte Srđan Čebinac 1965 vom OFK Beograd zum FC. Nicht zuletzt, da der Angreifer beim Probetraining in Müngersdorf einen überragenden Eindruck hinterließ. Im Bundesligaalltag war von der viel gepriesenen Klasse des Offenisvmanns jedoch kaum noch etwas zu sehen.

Lediglich im März 1966 stand der Mann aus Beograd (einmal im Pokal und dreimal in der Liga) für die Elf aus der Domstadt auf dem Rasen, Eindruck konnte er dabei wenig schinden. Der Wandel vom brillanten Probekicker zum Pflichtspiel-Rumpelfüßler war so bemerkenswert, dass einige kuriose Verschwörungstheorien schnell die Runde machten. Anstelle des Serben sei sein 15 Minuten jüngerer Zwillingsbruder Zvezdan Čebinac einst beim FC vorstellig geworden, um seinem Bruder den Platz im Kader zu sichern, munkelte man.

Die Geschichte wurde vom Klub zwar im Keim erstickt, geistert allerdings bis heute hartnäckig durch die Medienlandschaft. Seinen größten Auftritt im Dress der Kölner feierte Čebinac übrigens vor am 26. März 1966: Vor genau 50 Jahren gastierte der damals 26-Jährige mit den Geißböcken in Neunkirchen und erzielte bei der 1:2-Pleite gegen die Borussen sein einziges Pflichtspieltor im deutschen Profifußball.

Übrigens: Sein Zwillingsbruder Zvezdan Čebinac kam zwischen 1967 und 1971 für Nürnberg und Hannover immerhin auf 93 Einsätze im deutschen Oberhaus.