11.09.2018 10:38 Uhr

Arsenal-Star: "Die Leute haben mich Lesbe genannt"

Héctor Bellerín muss sich mit homophoben Beleidigungen auseinandersetzen
Héctor Bellerín muss sich mit homophoben Beleidigungen auseinandersetzen

Im Profi-Fußball ist Homosexualität ein heikles Thema, Homophobie immer noch weit verbreitet. Das bekommt auch Arsenal-Star Héctor Bellerín zu spüren.

"Die Leute haben mich Lesbe genannt, weil ich meine Haare wachsen ließ. Es gibt andere homophobe Beschimpfungen. Das kann sehr hart sein, die Beschimpfungen finden meistens online statt, aber man hört sie auch im Stadion", klagte der Teamkollege von Mesut Özil in einem Interview mit der "Times".

Das Problem sei laut Bellerín, dass es eine bestimmte Vorstellung von Fußballern gebe, "wie sie sich benehmen und worüber sie reden sollen. Wenn man sich ein bisschen anders verhält, wird man zur Zielscheibe."

Der Spanier fällt in der Tat durch seine gewagten Outfits auf. Auf Instagram postet er immer wieder Fotos von seinen "außergewöhnlichen Styles". "Es gibt einen Druck, dich anzupassen. Das ist sehr gefährlich. Im Leben soll erlaubt sein, sich auszudrücken. Man ist so glücklicher", mahnte Bellerín.

Vor wenigen Monaten wurde der Verteidiger sogar als VIP-Gast bei der Formel 1 in Montreal vorgeführt und als "Hipster mit rasierten Haaren, kurzen Hosen und coolen Sonnenbrillen mit rosafarbenen Gläsern" bezeichnet.

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You do you, I'll do me.

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Ohnehin sei Homophobie ein riesiges Problem im Fußball. "Es ist unmöglich, dass sich jemand als schwul outet. Einige Fans sind nicht bereit", so der Arsenal-Star, der den ehemaligen walisischen Rugby-Profi Gareth Thomas als Paradebeispiel anführt. Der heute 44-Jährige hatte sich 2009 als erster prominenter Rugbyspieler geoutet.

"Die Leute haben seine Entscheidung respektiert", so Bellerín: "Im Fußball ist die Kultur anders. Es kann sehr persönlich, sehr fies sein."