14.04.2019 20:24 Uhr

Kimmich räumt ein: Habe über Bayern-Abschied nachgedacht

Kimmich hat Kovac gegen Kritik an seinem Spielstil in Schutz genommen
Kimmich hat Kovac gegen Kritik an seinem Spielstil in Schutz genommen

Joshua Kimmich ist aus der Mannschaft von Fußball-Bundesligist FC Bayern München nicht mehr wegzudenken. Am Anfang hatte der 24-Jährige jedoch einige Probleme. Der Rechtsverteidiger hat nun zugegeben, dass er nach seinem Wechsel zum Rekordmeister zunächst enttäuscht war.  

"Ich sage ganz offen, dass es für mich Zeiten gab, in denen es sehr schwierig war. Da war ich unzufrieden über fehlende Einsatzzeiten und habe darüber nachgedacht, ob der FC Bayern der einzige Verein ist, den es für mich auf der Welt gibt", erläutert Joshua Kimmich im Gespräch mit der "Welt am Sonntag".

Der Rechtsfuß war im Sommer 2015 vom VfB Stuttgart an die Isar gewechselt, fand sich unter den damaligen Trainern Pep Guardiola und Carlo Ancelotti aber zunächst meist nur auf der Bank wieder. Auf der rechten Abwehrseite war die Konkurrenz mit Philipp Lahm enorm.

Kimmich verteidigt Bayern-Coach Kovac

Inzwischen ist der Verteidiger in München längst zu einem Stamm- und Führungsspieler gereift, der in der Öffentlichkeit auch einmal klar Stellung bezieht. Seinen Trainer Niko Kovac verteidigt er deshalb vehement. 

"Am Anfang hieß es: Das ist der perfekte Trainer! Wir haben zu Beginn der Saison die Spiele sehr souverän gewonnen. Dann waren wir oft zu nachlässig. Da waren viele individuelle Fehler dabei, für die der Trainer gar nichts kann", sagte Kimmich und führte aus: "Wir haben den Kader mit der höchsten Qualität, daher wird von uns erwartet, dass wir in der Liga durchmarschieren. Wir werden am Maximum gemessen. Als Trainer und als Spieler bei Bayern muss man damit umgehen", ergänzte er.

Kimmich gab sich dabei selbstkritisch. In vielen Spielen habe die Mannschaft nicht die nötige Qualität auf den Platz gebracht. "In dieser Saison haben wir leider schon richtig viele Gegentore kassiert. Bayern steht auch für einen Fußball, der im letzten Drittel überraschend und dynamisch ist, der sich durch Überraschungsmomente und besondere Pässe auszeichnet. Auch das konnten wir viel zu selten zeigen", so der 40-fache deutsche Nationalspieler weiter.

Kimmich: "Wir Jungen streben das Maximum an"

Mit Blick auf das DFB-Team hat Kimmich die jüngeren Nationalspieler im Team von Bundestrainer Joachim Löw einmal mehr in die Pflicht genommen. "Wir müssen alle mehr Verantwortung übernehmen. Es gibt keine Ausreden mehr", sagte der 24 Jahre alte Defensivakteur.

"Bisher war es für uns junge Spieler immer recht einfach, sozusagen mitzuschwimmen. Eben weil die Verantwortung vor allem auf den Schultern der Weltmeister lastete, denn sie haben so viel erreicht und wurden immer am Höchsten gemessen. Jetzt streben wir Jungen das Maximum an. Jetzt kann man sich nicht mehr in ihrem Schatten verstecken", betonte Kimmich.

Er selbst, führte er weiter aus, "muss und möchte künftig mehr Verantwortung übernehmen. Mein Ziel ist es, mit Leistung voranzugehen und die anderen mitzuziehen".

Löw hat durch die jüngste Ausbootung der Rio-Weltmeister Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller den Umbruch in der deutschen Nationalmannschaft weiter vorangetrieben. Künftig sind Spieler wie eben Kimmich, Leon Goretzka oder Niklas Süle als Wortführer der neuen Generation gefordert.