15.05.2019 09:45 Uhr

Ribéry verrät: "Sieben Topklubs wollten mich"

Franck Ribéry verabschiedet sich am Saisonende vom FC Bayern
Franck Ribéry verabschiedet sich am Saisonende vom FC Bayern

Franck Ribéry kann in seiner letzten Saison beim FC Bayern München noch das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewinnen. Wenige Wochen vor seinem letzten Pflichtspiel für den deutschen Rekordmeister ließ der Bayern-Star seine zwölf Jahre in München aber schon mal Revue passieren - und erinnerte sich an spektakuläre Transferverhandlungen.

Besonders heiß kochten die Transfergerüchte um Ribéry 2009 und 2010 hoch. "Bayern wollte mich auf keinen Fall gehen lassen", sagte der Franzose der "Sport Bild". "Wissen Sie, was Uli Hoeneß zu mir gesagt hat? 'Barcelona hat Messi. Real Madrid hat Ronaldo. Und wir haben dich.'" Hoeneß verglich Ribéry mit den besten zwei Fußballern der Welt und wollte damit zeigen, dass Ribéry für den FC Bayern genauso wichtig war wie die beiden Stars für die spanischen Spitzenteams.

Dabei waren sie auch in Spanien interessiert an Ribéry, wie der 36-Jährige nun bestätigte: "Das war verrückt damals! Sieben Topklubs wollten mich verpflichten. Juventus, Inter Mailand, AC Milan, Chelsea, Real Madrid, Barcelona und Manchester United – alle fragten an. Da waren viele Gedanken in meinem Kopf, es war keine leichte Zeit."

Ribéry dachte über Real-Wechsel nach

Da seien die Gedanken an einen Transfer durchaus konkreter geworden, meinte der Offensiv-Star. "Real wollte 65, 70 Millionen Ablöse zahlen. Ich wusste wirklich nicht: Soll ich bleiben oder gehen? Im Nachhinein muss ich aber ganz klar sagen: Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, bei Bayern zu bleiben."

Der Verbleib lohnte sich: Mit den Bayern gewann Ribéry 2013 die Champions League, am kommenden Samstag kann er seine neunte deutsche Meisterschaft holen, eine Woche später seinen sechsten DFB-Pokal.

Ribérys besondere Beziehung zu Bayern-Präsident Hoeneß

Insbesondere Uli Hoeneß setzte sich sehr für einen Verbleib des Franzosen bei den Bayern ein. Bis heute haben der Bayern-Präsident und Ribéry eine besondere Beziehung. "Er war, bis er Präsident wurde, immer mit uns unterwegs, ganz nah am Team", erinnerte sich der Dribbelkünstler. "Ich habe oft nach den Spielen, wenn ich die Highlights noch einmal im TV angesehen habe, bemerkt, wie er sich über schöne Aktionen und Tore von mir gefreut hat: Sein Gesicht strahlte dann wie das eines glücklichen Kindes."

Aber es gab auch weniger schöne Jahre: Als Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zwischen 2014 und 2016 im Gefängnis saß, besuchte Ribéry seinen väterlichen Freund. "Das war richtig traurig, es tat mir weh, Uli so zu sehen. Ich wollte ihn unbedingt im Gefängnis besuchen, denn die Situation war schwierig: für Uli Hoeneß, für seine ganze Familie", erinnerte sich der Bayern-Star.

"Wir haben zwei, drei Stunden gesprochen, das war für uns beide wichtig. Ich kam, um ihn aufzumuntern, ließ mir nichts anmerken. Als ich das Gefängnis dann verließ, war ich es, der niedergeschlagen war. Ihn hinter geschlossenen Türen zu sehen tat richtig weh", so der Franzose.

So sprachen die Bayern-Bosse mit Ribéry über seinen Abschied

Am 30. Juni endet Ribérys Vertrag beim FC Bayern, dann wird er den Verein nach zwölf Jahren vorerst verlassen. Die Entscheidung der Bayern-Bosse wurde ihm erst Anfang Mai mitgeteilt. "Es war ein sehr menschliches Gespräch, das keinem leichtfiel. Aber ich muss die Entscheidung akzeptieren, respektieren, was der Verein und ich gemeinsam geleistet haben", erklärte Ribéry. "Uli Hoeneß hat zu mir gesagt: 'Du bist 2007 gekommen, als wir nicht einmal in der Champions League waren. Der Verein ist mit dir gemeinsam gewachsen.'"

Trotz des Lobes sei das Gespräch aber nicht einfach gewesen, gab Ribéry zu. "Ich habe gemerkt, dass es Uli und Karl­-Heinz Rummenigge schwergefallen ist, die richtigen Worte zu finden. Wir alle wussten jedoch, dass das Thema jetzt durch ist."