12.09.2019 09:07 Uhr

Ist der BVB wirklich zu emotionslos? Weigl äußert sich

Julian Weigl äußerte sich zur Dortmunder Mentalitätsdebatte
Julian Weigl äußerte sich zur Dortmunder Mentalitätsdebatte

Nach den dürftigen Bundesliga-Auftritten gegen den 1. FC Köln (3:1) und 1. FC Union Berlin (1:3) musste sich der deutsche Vize-Meister Borussia Dortmund von allen Seiten den Vorwurf gefallen lassen, zu emotionslos und lethargisch auf dem Platz agiert zu haben. 

Der BVB verlasse sich zu sehr auf seine individuellen Qualitäten und verliere dabei bisweilen die Zielstrebigkeit und den Kampfgeist aus den Augen, so die Vorwürfe der Verantwortlichen, Fans und Beobachter der Schwarz-Gelben.

Von einer mangelnden Emotionalität bei den Dortmundern will Mittelfeldmann Julian Weigl derweil nichts wissen: "Um es klar zu sagen: Es ist bei uns ganz sicher nicht mucksmäuschenstill in der Kabine", so der 24-Jährige, der erklärend hinzufügte: "Natürlich ist Marco Reus einer, der immer vorangeht und versucht die Mannschaft – wenn es nicht läuft – nochmal wachzurütteln. Auch Co-Trainer Edin Terzic hält Ansprachen. Ich denke nicht, dass das Thema Emotionalität ein Problem von uns ist."

Dass gerade Cheftrainer Lucien Favre nicht unbedingt als Motivationskünstler gilt und eher mit seinen fachlichen Kompetenzen als Coach überzeugt, ist für Weigl ebenfalls kein Problem: "Lucien Favre ist jemand, der vieles analytisch sieht und vieles versucht taktisch zu lösen. Da hat jeder Trainer seinen eigenen Ansatz."

Neben der Mentalitätsdebatte beim BVB äußerte sich der fünfmalige deutsche Nationalspieler auch zu seiner eigenen sportlichen Situation bei den Westfalen. Nachdem er im letzten Winter fast schon gegangen wäre, ist er derzeit wieder eine feste Größe bei der Borussia und stand in allen drei Saisonspielen in der Bundesliga in der Startelf.

Weigl bestätigte, dass er Dortmund im Januar diesen Jahres gerne verlassen hätte, wohl zu Ex-Coach Thomas Tuchel zu Paris Saint-Germain. Warum der Transfer nicht zustande kam, erklärte der defensive Mittelfeldspieler: "Ganz einfach: Der Klub wollte Meister werden, und es war noch nicht abzusehen, wann die verletzten Innenverteidiger zurückkehren. Natürlich war das nicht unbedingt befriedigend für mich. Aber ich habe trotzdem keinen Stunk gemacht oder versucht, mich wegzustreiken. Dafür habe ich Dortmund viel zu viel zu verdanken."

Aussagen, die in Dortmund mit den Erfahrungen bei Ousmane Dembélé vor zwei Jahren nicht mehr selbstverständlich scheinen.