20.09.2019 13:17 Uhr

"Hopp-oder-Top-Spiel" zwischen Hertha und Paderborn

Ante Covic und die Alte Dame stehen unter Druck
Ante Covic und die Alte Dame stehen unter Druck

Es spielt der Letzte gegen den Vorletzten, doch ein tristes Keller-Duell ist eher unwahrscheinlich. Tabellen-Schlusslicht Hertha BSC brennt auf Wiedergutmachung für den völlig verpatzten Saisonstart, und Aufsteiger SC Paderborn will von seinem bedingungslosen Offensiv-Fußball keinen Millimeter abweichen. Wichtig ist am Ende aber das Ergebnis: Der Verlierer des direkten Duells am Samstag steckt wohl für lange Zeit im Abstiegskampf fest.

Hertha-Trainer Ante Covic erwartet daher ein "Hopp-oder-Top-Spiel", bei dem er und sein Team allerdings deutlich stärker unter Druck stehen. Mit nur einem Punkt aus den ersten vier Spielen legte die Alte Dame ihren schlechtesten Saisonstart seit 29 Jahren hin - und das ausgerechnet im Jahr eins nach der 125-Millionen-Euro-Finanzspritze durch Investor Lars Windhorst. Vom Ziel Europacup ist das Team nicht nur tabellarisch, sondern auch spielerisch weit entfernt.

Covic hielt sich mit Kritik vor dem richtungsweisenden Heimspiel aber zurück. "Die Spieler sind ehrlich und zum Teil auch sehr streng zu sich selbst", sagte der 44-Jährige: "Das ist ein anderer Ansatz, als wenn ich die Keule auspacken müsste. Ich muss eher den Druck etwas rausnehmen."

Druck lastet auch auf ihn selbst. Der Kroate sollte bei seiner ersten Station als Profitrainer mehr aus der talentierten Mannschaft herausholen als Vorgänger Pál Dárdai. Gelungen ist ihm das bislang nicht, aber Geschäftsführer Michael Preetz zeigt Geduld mit seinem früheren Jugendcoach: "Wir bleiben ruhig und konzentriert. Es haben sich Dinge verändert, und die brauchen etwas Zeit, bis sie greifen."

"Kein Umdenken" beim SC Paderborn

In Geduld muss sich auch Steffen Baumgart üben. Paderborns Trainer hofft, dass sich seine zwar engagiert, teils aber auch sehr naiv agierenden Spieler schnell an die Bundesliga anpassen. Ansonsten drohen weitere Pleiten wie zuletzt gegen Schalke 04 (1:5). Am aggressiven und kompromisslos offensiven Spielstil will Baumgart aber nicht rütteln.

"Es gibt kein Umdenken. So lange ich hier in der Verantwortung stehe, spielen wir nach vorne", sagte Baumgart: "Nicht weil ich trotzig bin, sondern weil ich von diesem Fußball überzeugt bin." Auch der Ex-Profi erwartet am Samstag im Berliner Olympiastadion ein durchaus attraktives Spiel zweier Kellerkinder: "Beide wollen den ersten Sieg mit aller Macht einfahren."