08.11.2019 11:29 Uhr

Lok-Ikone Müller: "Ostklubs waren nicht gut aufgestellt"

Lok-Ikone René Müller über Ostklubs nach der Wende
Lok-Ikone René Müller über Ostklubs nach der Wende

Für Lok Leipzigs Torwart-Ikone René Müller war es keine Überraschung, dass viele Topklubs des DDR-Fußballs nach dem Mauerfall Existenzprobleme bekamen.

"Die Fußball-Vereine im Osten waren für die Wende nicht gut aufgestellt. Die besten Spieler wurden in den Westen verkauft, einige Ostklubs fielen in ein tiefes Loch", sagte Müller angesichts des 30. Jahrestages des Mauerfalls am Samstag dem "SID".

Nach Einschätzung von Müller fehlte es vielen Ostklubs nach der Wende an Finanzkraft und Know-how. Auch habe es keinen echten politischen oder wirtschaftlichen Willen für einen Aufschwung Ost im Fußball gegeben. "Nehmen sie das Beispiel Lokomotive Leipzig. Der Klub wäre doch vom Namen her interessant für die Deutsche Bahn gewesen. Doch es gab nicht einmal eine Annäherung", sagte Müller.

Neben Lok, das von 1991 bis 2004 unter dem Namen VfB Leipzig firmierte, taumelten mit Dynamo Dresden und dem 1. FC Magdeburg weitere DDR-Topklubs durch die Nachwendezeit. Hansa Rostock und Energie Cottbus schafften den Sprung in die Bundesliga, fristen heute mit DDR-Europapokalstartern wie Carl Zeiss Jena, BFC Dynamo oder Rot-Weiß Erfurt aber ein kärgliches Dasein in der 3. oder 4. Liga.

Vor dem Mauerfall hatte der Schlussmann mit Lok für große Momente gesorgt, stand in 39 Europapokalspielen zwischen den Pfosten. Höhepunkt war das Rückspiel im Halbfinale des Pokalsieger-Cups 1987. Vor 73.000 Zuschauern schmiss die Loksche im Leipziger Zentralstadion Girondins Bordeaux im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb. Müller hielt einen Schuss, ehe er den entscheidenden Elfer selbst unter die Latte donnerte.