08.11.2019 12:25 Uhr

Mainz will sich gegen Union rehabilitieren

FSV-Trainer Sandro Schwarz ist mit seiner Mannschaft nach der Leipzig-Klatsche auf Wiedergutmachung aus
FSV-Trainer Sandro Schwarz ist mit seiner Mannschaft nach der Leipzig-Klatsche auf Wiedergutmachung aus

Der FSV Mainz 05 will sich nach der Klatsche von Leipzig rehabilitieren. Das Kellerduell gegen Union Berlin ist aber nicht nur psychologisch wegweisend.

Sandro Schwarz lachte lauthals. Er hatte die Konfrontation mit einem der dunkelsten Momente in seiner Spielerkarriere schließlich erwartet, "ich wusste es ganz genau", sagte der Trainer des FSV Mainz 05. "Aber müssen wir darüber wirklich reden? Es gibt doch bessere Erinnerungen."

An jenem 5. Mai vor 17 Jahren traten die Rheinhessen noch in der zweiten Liga bei Union Berlin an, Schwarz wurde erst ein- und später ausgewechselt. Aber viel schlimmer: Durch die Niederlage (1:3) verspielte Mainz am letzten Spieltag noch den ersehnten ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. "Das war ein schwieriger Moment für den gesamten Klub", erinnert sich Schwarz: "Aber daraus haben wir Kraft gezogen."

Eine ähnlich befreiende Wirkung erhofft sich der 41-Jährige vom ersten Duell beider Vereine im Oberhaus am Samstag (15:30 Uhr). Die Situation der Mainzer ist nach sieben Niederlagen in den bisherigen zehn Partien, darunter die heftige 0:8-Klatsche am vergangenen Wochenende bei RB Leipzig, herausfordernd. Der Trainer hofft deshalb auf die wichtigsten Tugenden.

Emotionalität. Bereitschaft. Konsequenz. Schwarz nannte diese Schlagworte während der Pressekonferenz vor dem wegweisenden Duell wieder und wieder. "Wir wollen ein anderes Gesicht zeigen. Es geht um die Art und Weise, wie man sich auf dem Platz verhält", erklärte Schwarz. Die Einstellung seiner Schützlinge hatte in Leipzig nicht zum ersten Mal Fragen aufgeworfen.

Mainz muss gegen direkte Konkurrenten punkten 

Wie auch beim 1:6 Ende August bei Bayern München vermisste Schwarz "nach Gegentoren die Konsequenz", diese Nackenschläge in einer Saison mit bislang mehr Tiefen als Höhen waren daher "ziemlich gravierend".

Jedoch haben die Mainzer wie beispielsweise nach dem ebenfalls enttäuschenden 0:1 in Düsseldorf auch schon bewiesen, dass sie die richtige Reaktion zeigen können.

"Wir haben schon schwierige Situationen gemeistert, das gibt Grundvertrauen und Zuversicht", versicherte Schwarz, der weiß, wie wichtig Punkte gegen die direkten Konkurrenten sind. Vor allem, wenn davon bis zur Winterpause nicht mehr ganz so viele ihren Weg mit den Mainzern kreuzen.

Gegen Hoffenheim, Frankfurt, Dortmund und Leverkusen wird der derzeitige Tabellen-15. vom Papier her die Außenseiterrolle einnehmen, nur Bremen und Augsburg erscheinen nach aktuellem Stand auf Augenhöhe.

Sollte die Punkteausbeute nicht stimmen, könnte vielleicht auch Sportvorstand Rouven Schröder seine Meinung in Sachen Wintertransfers nochmal überdenken.

"Aktuell ist das nicht geplant", antwortete Schröder im kicker auf die Frage nach möglichen Einkäufen und ergänzte während der PK: "Die Mannschaft ist sehr reflektiert. Es ist kein Spieler dabei, dem wir nicht vertrauen." Das bleibt aber nur so, wenn auch wieder Einsatz und Leidenschaft stimmen.