14.11.2019 06:47 Uhr

Nordmazedonien ein gefährlicher Außenseiter

Österreich braucht noch Punkt - etwa gegen Nordmazedonien
Österreich braucht noch Punkt - etwa gegen Nordmazedonien

Auf den ersten Blick spricht wenig dagegen, dass Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Samstag im Happel-Stadion gegen Nordmazedonien zumindest einen Punkt holt und damit die EM-Teilnahme fixiert. Gleich fünf Stammspieler fehlen den Gästen wegen Verletzungen oder Sperren, und trotzdem hat die Auswahl des Balkan-Staates durchaus das Potenzial, höher eingeschätzte Gegner zu ärgern.

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Bewiesen haben das die Nordmazedonier unter anderem beim 0:2 im Oktober in Polen, als der Gruppe-G-Spitzenreiter vor eigenem Publikum einige Male schwer in Bedrängnis geriet. Auch davor gelangen dem 68. der FIFA-Weltrangliste - Österreich ist 25. - in der Qualifikation schon einige Achtungserfolge.

In die EM-Quali starteten die Nordmazedonier mit einem 1:1 in Slowenien und einem Heim-3:1 gegen Lettland, das darauffolgende 0:1 in Skopje gegen Polen kam auf unglückliche Art und Weise zustande. Außerdem schaffte die Mannschaft von Teamchef Igor Angelovski ein 1:1 in Israel, ein 2:0 in Lettland und ein 2:1 daheim gegen Slowenien. Die einzige klare Niederlage setzte es im Juni beim 1:4 im ersten Duell überhaupt mit dem ÖFB-Team.

Derzeit liegt Nordmazedonien, obwohl bei der Auslosung aus Topf fünf gezogen, fünf Punkte hinter Österreich an dritter Stelle. Im aktuellen Kader stehen Legionäre aus Spanien, Italien, Portugal, der Schweiz oder Belgien. Napoli-Profi Elif Elmas kam beim 3:2 der Süditaliener in der Champions League bei Red Bull Salzburg ab der 80. Minute zum Einsatz.

Selbst wenn es wie zu erwarten nicht mehr für Endrang zwei reicht, bleibt noch die Hintertür Nations League. Die Nordmazedonier gewannen im Vorjahr ihre Gruppe mit Armenien, Gibraltar und Liechtenstein und haben damit im kommenden März im Play-off noch eine EM-Chance. Ein Startplatz bei der EURO 2020 wäre der größte Erfolg in der Geschichte des Zwei-Millionen-Einwohner-Landes, das 1994 nach der Abspaltung von Jugoslawien Mitglied der FIFA und der UEFA wurde und seinen Namen am 12. Februar dieses Jahres von Mazedonien in Nordmazedonien änderte.

Seither gab es einige achtbare Ergebnisse. So wurden etwa Remis gegen Italien und die Niederlande sowie Siege über Kroatien und Serbien geholt. Für besonderes Aufsehen sorgten die Auswärts-Unentschieden gegen England im Rahmen der Qualifikationen für die Europameisterschaften 2004 und 2008.

Pandev eine Legende

In diesen beiden Partien war bereits Goran Pandev dabei, der noch immer zum Kader der Nationalmannschaft zählt. Der mittlerweile 36-jährige Stürmer ist mit 107 Länderspielen und 34 Treffern Rekordhalter seines Heimat-Nationalteams. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der Kapitän bei Inter Mailand, wo er von 2009 bis 2011 tätig war und 2010 - mit Marko Arnautović als Clubkollegen - das Triple aus Meisterschaft, Cup und Champions League gewann.

Auch bei Lazio Rom (2004 bis 2009) und Napoli (2011 bis 2014) zeigte Pandev regelmäßig starke Leistungen. Seit 2015 ist er für Genoa tätig, in dieser Saison hält er bei elf Serie-A-Einsätzen und zwei Toren.

Neben Pandev waren auch zwei ehemalige österreichische Bundesliga-Legionäre langjährige Stützen des ÖFB-Gegners. Der Ex-Mattersburger Goce Sedloski brachte es auf 100 Länderspiele und acht Tore und fungierte 2012 für ein Match als Interims-Teamchef. Ilco Naumoski, früher bei GAK und Mattersburg tätig, erzielte in 46 Matches neun Treffer.

apa