04.12.2019 18:05 Uhr

Transfercheck: So plant der FC Bayern im Winter

Welche Transfers plant der FC Bayern im Winter?
Welche Transfers plant der FC Bayern im Winter?

In weniger als vier Wochen beginnt die Winter-Transferphase für die Bundesliga-Klubs. Für den FC Bayern eine gute Gelegenheit, um den Kader für die Rückrunde zu rüsten. sport.de blickt auf die Planungen der Münchner: Wer könnte gehen? Wer soll kommen?

  • FC Bayern im Transfer-Check: Die Torhüter

Vorhandenes Personal: Manuel Neuer, Sven Ulreich, Christian Früchtl, Ron-Thorben Hoffmann

Die Situation

Der FC Bayern ist weit davon entfernt, ein Torwart-Problem zu haben. Kapitän Neuer ist längst zurück zu alter Stärke gelangt und lässt keinen Zweifel an seinem Status als Nummer eins. Gut für die Münchner, dass sich Konkurrent Ulreich eben nicht als solcher präsentiert und vielmehr als stiller Bankdrücker von außen unterstützt. Sicher ist: Sollte Neuer mal ausfallen, wäre der 31-Jährige zur Stelle.

In der Hinterhand hat der Rekordmeister in Früchtl und Hoffmann gleich zwei Eigengewächse. Ersterer entschied das direkte Duell in der Drittliga-Mannschaft für sich und macht sich berechtige Hoffnungen, in nicht allzu ferner Zukunft befördert zu werden.

Wer könnte gehen? 

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Wer soll kommen?

Auch wenn derzeit keinerlei Bedarf besteht, kursiert der Name Alexander Nübel verdächtig oft in der bayrischen Metropole. Der Schalke-Kapitän ist im Sommer 2020 ablösefrei zu haben und könnte unter Neuer zum Stammkeeper angelernt werden. Ein Transfer im Winter gilt jedoch als ausgeschlossen.

  • FC Bayern im Transfer-Check: Die Abwehr

Vorhandenes Personal: Jérôme Boateng, Lucas Hernández, Niklas Süle, Lars Lukas Mai, David Alaba, Alphonso Davies, Benjamin Pavard, Javi Martínez, Joshua Kimmich

Die Situation

Im Sommer hat der Double-Sieger seine Defensive umgekrempelt und die Weichen für die Zukunft gestellt. Für insgesamt 115 Millionen Euro kamen die Weltmeister Hernández und Pavard (beide 23 Jahre), gleichzeitig ließ man Mats Hummels (30) zu Borussia Dortmund ziehen. Mit Alaba (links), Hernández und Süle (zentral) und Pavard (rechts) sollte sich eine neue Stamm-Viererkette etablieren. Nationalspieler Kimmich durfte - Pavard sei Dank - ins defensive Mittelfeld aufrücken.

Doch die schweren Verletzungen von Hernández (Innenbandriss im Spunggelenk) und Süle (Kreuzbandriss) wirbelten alle Pläne durcheinander. Als dann noch der zwischenzeitlich wiedererstarkte Boateng in der Liga wegen einer Roten Karte gesperrt wurde, gingen Bayern plötzlich die Alternativen aus.

Kurzerhand beorderte Ex-Coach Niko Kovac Außenverteidiger Alaba in die Zentrale. Dessen linke Seite übernahm Offensivspieler Davies.

Die Rochade ging auf, zumal der zuvor aussortierte Martínez Verantwortung übernahm und als Innenverteidiger gute Leistungen zeigte. "Er geht für einen durchs Feuer", schwärmte der neue Bayern-Coach Hansi Flick zuletzt. Aufkeimende Gerüchte über einen Winter-Abschied des Spaniers dürften daher Geschichte sein.

Heißt: Die prekäre Personalnot wurde in den vergangenen Wochen mit Bravour gelöst. Nachholbedarf gibt es keinen, zumal sich das Lazarett nach und nach lichtet.

Wer könnte gehen? 

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Wer soll kommen?

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  • FC Bayern im Transfer-Check: Das Mittelfeld

Vorhandenes Personal: Leon Goretzka, Thomas Müller, Corentin Tolisso, Philippe Coutinho, Thiago, Mickael Cuisance, Sarpreet Singh

Die Situation

Aufgrund des hohen Konkurrenzkampfes und der daraus resultierenden Rotation gleicht keine Mittelfeldbesetzung der anderen. Zuletzt machten Kimmich und Goretzka auf der Sechs das Rennen, der formschwache Thiago begnügte sich genauso mit einem Bankplatz wie Weltmeister Tolisso.

Sommer-Neuzugang Cuisance ergeht es noch schlechter. Der ehemalige Gladbacher kommt häufiger in der Reserve als im A-Kader zum Einsatz. Mittelfeld-Talent Singh wurde hingegen von Flick zu den Profis beordert und darf sich Hoffnungen auf ein Debüt machen.

Um den offensiven Part konkurrieren Müller und Coutinho - mit besserem Ausgang für den Ur-Bayer. Wurde Müller in jüngerer Vergangenheit aufgrund seiner Dauer-Reservistenrolle mit einem Abschied in Verbindung gebracht, drehte er unter Flick wieder auf. 

Wer könnte gehen? 

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Wer soll kommen?

Wirklich Bedarf hat der FC Bayern im Winter nicht. Dennoch werden die Macher hinter den Kulissen die Weichen stellen müssen. Denn: Nationalspieler Kai Havertz soll im Sommer von einem Transfer überzeugt werden. Bis zu 130 Millionen Euro werden "Sport Bild" zufolge gefordert.

Heißt: Brasilien-Star Coutinho muss in der Rückrunde eine Leistungsexplosion hinlegen, will er auch weiterhin in München bleiben. Dessen Kaufoption beträgt 120 Millionen Euro - beide Spieler wird sich selbst der FC Bayern nicht leisten.

  • FC Bayern im Transfer-Check: Der Angriff

Vorhandenes Personal: Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Ivan Perisic, Kingsley Coman, Leon Dajaku, Joshua Zirkzee, Kwasi Wriedt, Jann-Fiete Arp

Die Situation

Die Lebensversicherung des FC Bayern hat in dieser Spielzeit einen Namen: Robert Lewandowski. Der Stürmer erzielte wettbewerbsübergreifend bereits 27 Buden in 21 Spielen, ist hinter Legende Gerd Müller zweitbester Schütze der Münchner.

Auf den Flügeln ist Nationalspieler Gnabry gesetzt, der das Rennen mit Coman und Perisic für sich entscheiden konnte. Letzterer, im Sommer als Leihgabe von Inter Mailand und auf Wunsch von Kovac gekommen, hat sich durchaus überraschend als perfekter Ersatzspieler entpuppt. Nur sechsmal stand der Kroate bislang in der Startelf, dennoch kommt er auf drei Tore und fünf Assists. Linksaußen Coman freut sich über die gleiche Ausbeute, stand aber auch deutlich länger auf dem Feld.

Um den Kader in der Breite zu vergrößern, holte Flick kürzlich die Eigengewächse Dajaku, Zirkzee und Wriedt in die erste Mannschaft. Sommer-Neuzugang Arp wurde derweil vom Verletzungspech zurückgeworfen und kommt bislang auf nur einen Einsatz für die Reserve.

Wer könnte gehen?

Kingsley Coman. Der junge Franzose soll eigentlich noch viele Jahre beim FC Bayern bleiben. Wenn es darum geht, Manchester City zu einem Verkauf von Leroy Sané zu überzeugen, könnte seine Zeit in München aber jäh zu Ende gehen. Laut "Sky" spielt er in den Planungen der Citizens eine "zentrale Rolle". Wie schwer wiegt am Ende sein Loblied auf München?

Wer soll kommen?

Leroy Sané. Der Wechsel des Flügelstürmers von Manchester City scheiterte im Sommer kurzfristig wegen einer schweren Knieverletzung. Gerüchte, der FC Bayern mache im Winter erneut ernst, halten sich seither beständig.


Mehr dazu: So läuft der Transfer-Poker des FC Bayern um Leroy Sané


Für Sané müssten die Münchner zwischen 120 und 150 Millionen Euro hinlegen. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hielt sich aber bedeckt: "Ich bin lange genug im Geschäft. Wenn ich jetzt irgendwas zu dem Thema Sané sagen würde, gäbe es Unruhe und vor allem der Preis würde aus Erfahrung nicht nach unten gehen. Beides ist nicht gut."

Sollte ein Wechsel im Winter nicht zustande kommen, könnte sich der FC Bayern auch mit Troy Parrott verstärken. Sportdirektor Hasan Salihamidzic soll den 17-jährigen Außenstürmer von Tottenham Hotspur seit Monaten im Visier haben.

Hartnäckig halten sich zudem Spekulationen, nach denen der Rekordmeister im Poker um Stürmer-Juwel Erling Haaland mitmischt. Der Norweger von RB Salzburg wird derzeit von beinahe allen Top-Klubs in Europa gejagt, ein Transfer im Winter gilt als wahrscheinlich. Bayerns Nachteil: hinter Lewandowski wäre der 19-Jährige nur zweite Wahl.

Gerrit Kleiböhmer