19.01.2020 11:01 Uhr

Union-Trainer Fischer will Fanproteste "akzeptieren"

Urs Fischer nimmt die Proteste gegen RB Leipzig gelassen
Urs Fischer nimmt die Proteste gegen RB Leipzig gelassen

Am Ende wurde es im Gästeblock noch einmal laut. Mit Gesängen verabschiedeten Tausende Fans von Fußball-Bundesligist Union Berlin ihr Team nach der 1:3 (1:0)-Niederlage bei Herbstmeister RB Leipzig.

Zuvor hatten die mitgereisten Berliner lange geschwiegen - als Zeichen gegen das in ihren Augen "ungeliebte Konstrukt aus Leipzig".

Schon zwei Stunden vor Anpfiff hatten die Proteste in der Leipziger Innenstadt begonnen, als sich ein selbst erklärter "Trauermarsch" aus Hunderten Fans vom Hauptbahnhof zur Arena in Bewegung setzte. Dabei hielten die Fans Särge, Kreuze und ein Banner ("In Leipzig stirbt der Fußball") in die Höhe. Im Stadion betraten die Union-Anhänger erst fünf Minuten vor dem Anpfiff geschlossen den Gästeblock.

Der Stimmungsboykott, der für die ersten 15 Minuten angekündigt war, wurde allerdings kurzzeitig unterbrochen: Marius Bülter (10.) hatte Union in Führung gebracht.

Trainer Urs Fischer zeigte Verständnis für die Proteste, wenngleich er sie inhaltlich nicht kommentierte. "Wenn sich die Fans entscheiden, etwas zu machen, glaube ich, muss man das akzeptieren", sagte der Schweizer und ergänzte: "Ich glaube, dass wir uns Stimmung wünschen. Das steht außer Frage. Für uns war entscheidend, dass wir von der ersten Sekunde bereit sind für die Aufgabe. Und ich glaube, das ist uns geglückt."

RB-Coach Julian Nagelsmann verzichtete ebenfalls auf eine Bewertung der Aktionen. "Ich fand es ab der 15. Minute ein bisschen schöner, da war es lauter", sagte er.

Kritik begleitet den Aufstieg des von Red Bull finanziell unterstützten Klubs seit der Gründung im Jahr 2009. Die Akzeptanz des Vereins ist aber längst gestiegen, Proteste wie am Samstag sind seltener geworden.