13.02.2020 12:38 Uhr

Parallelen zum Vorjahr: BVB fürchtet nächsten Absturz

Die Spiele gegen Frankfurt und PSG sind für BVB-Coach Lucien Favre richtungsweisend
Die Spiele gegen Frankfurt und PSG sind für BVB-Coach Lucien Favre richtungsweisend

Die Mannschaft in der Bringschuld, der Trainer in der Kritik - nach zuletzt zwei Niederlagen im DFB-Pokal und in der Meisterschaft geht in Dortmund die Sorge vor einem weiteren unruhigen Februar um.

Parallelen zum Vorjahr, als der Revierklub zu diesem Zeitpunkt den Vorsprung in der Meisterschaft verspielte und sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal patzte, sind unverkennbar.

Ein Sieg am Freitag über Eintracht Frankfurt könnte helfen, die böse Geister vorerst zu vertreiben. Sportdirektor Michael Zorc nahm die schwarz-gelben Schönspieler in die Pflicht: "Wir führen die Fairplay-Tabelle an. Aber dafür gibt es keine Punkte."

Die generöse Art, mit der das offensivstarke, aber abwehrschwache Team in bedenklicher Regelmäßigkeit Punkte verschenkt, ist beim BVB zum Reizthema geworden.

Die Geduld der BVB-Bosse scheint allmählich aufgebraucht zu sein

Ähnlich wie schon Neuzugang Emre Can, der nach dem 2:3 in Bremen und dem nicht minder überflüssigen 3:4 in Leverkusen eine "dreckigere" Spielweise angeregt hatte, forderte auch Zorc mehr Zweikampfhärte: "Das ist in manchen Situationen das Mittel der Wahl. Was fehlt, ist das Bewusstsein, das eigene Tor zu beschützen", klagte der Sportdirektor. Genervt fügte er an: "Wir reden immer über das Gleiche."

Doch diese Gesprächstherapie scheint nicht zu fruchten. Bereits die vergangene Saison ging in die Vereinshistorie als Zeit der verschenkten Möglichkeiten ein. Und auch in dieser Spielzeit ist es Lucien Favre nicht gelungen, seiner mitunter spektakulär aufspielenden Mannschaft mehr Stabilität zu verleihen. Nicht zuletzt deshalb steht der Fußball-Lehrer wieder in der Kritik. "Es braucht einfach Zeit, es wird kommen", versprach er noch am Mittwoch.

Doch die Geduld der Vereinsbosse scheint allmählich aufgebraucht zu sein. Bei Niederlagen gegen Frankfurt und vier Tage später an gleicher Stätte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain dürfte die Diskussionen über den Schweizer wieder lauter werden. "Favres Kreditlinie endet auf Platz 4", schrieb das Fachmagazin "kicker".

Personalnot als Chance für Götze? 

Die Ausfälle der beiden offensiven Stammkräfte Marco Reus und Julian Brandt machen seine Aufgabe nicht leichter. Möglicherweise gibt Favre dem in der bisherigen Rückrunde nur für wenige Minuten eingesetzten Edelreservisten Mario Götze die Chance, sich zu bewähren. Eine weitere personelle Alternative wäre der erst 17 Jahre alte Giovanni Reyna. "Er ist immer ein Kandidat", sagte Favre.

Zumindest die Zahlen machen Mut. In den vergangenen 28 Heimspielen an einem Freitagabend gab es keine Niederlage. Zudem gewann der BVB gegen die Eintracht vor eigener Kulisse zuletzt acht Mal in Serie.

Doch ungeachtet dieser ernüchternden Bilanz wähnen sich die Frankfurter für das schwere Spiel beim bisher einzigen daheim noch ungeschlagenen Bundesligisten gerüstet. Immerhin gelang mit zehn Punkten und 10:2 Toren der besten Rückrundenstart der Vereinsgeschichte. "Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Spiel", sagte Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic.