23.02.2020 09:57 Uhr

Watzke gesteht: "Bayern-Hasser war ich nie"

Ewige Rivalen: Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern (l.) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke
Ewige Rivalen: Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern (l.) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich zum einst konfliktreichen Verhältnis von Borussia Dortmund zum FC Bayern München geäußert.

Zwei bis drei Jahre lang um das Endspiel im DFB-Pokal 2012 herum sei die Beziehung zwischen den beiden Bundesliga-Schwergewichten "durchaus kritisch" gewesen, gab Watzke in einem Interview mit "tz" und "Münchner Merkur" zu.

Der Rekordmeister hätte in dieser Zeit "natürlich mit aller Macht versucht, uns zurückzudrängen", so der BVB-Klubchef. "Und wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich auch Späne."

Inzwischen habe sich "das aber wieder gelegt", sagte Watzke. "Dadurch, dass sich der Fußball ja immer weiter internationalisiert, gibt es in der Zwischenzeit auch eine Menge Dinge, bei denen wir zum Wohl des deutschen Fußballs an einem Strang ziehen. Ich glaube nicht, dass Borussia Dortmund und Bayern München jemals auf einer stabileren Basis standen als speziell in den vergangenen Monaten."

FC Bayern ein Vorbild für den BVB? Hans-Joachim Watzke äußert sich

Grund dafür sei auch die "sehr gut Basis" mit Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Im Laufe der Jahre habe ich schnell erkannt, dass man sich auf Rummenigges Wort zu einhundert Prozent verlassen kann", lobte Watzke den früheren Weltklasse-Stürmer.

Watzke ergänzte: "Wir werden immer Rivalen sein und uns sportlich streiten. Solange es das Tandem Watzke-Rummenigge gibt, ist die gegenseitige Wertschätzung zwischen den Klubs aber definitiv gewährleistet."

In gewisser Hinsicht sieht der Unternehmer die Münchner auch als Vorbild für den BVB. "Von diesem extremen Selbstbewusstsein könnten wir uns manchmal schon eine Scheibe abschneiden." Die Dortmunder hingegen seien für ihre "starke Bodenhaftung bekannt, vielleicht würde das auch anderen Klubs gut zu Gesicht stehen."

Hans-Joachim Watzke: "Bayern-Hasser war ich nie"

Seine ersten Berührungspunkte mit dem FC Bayern hatte Watzke schon Mitte der 1960er-Jahre. "Ich bin ein Kind der Bundesliga. Seit meinem Schuleintritt 1965 habe ich die Bundesliga verfolgt und somit auch den Werdegang des FC Bayern. Der Klub hat mir schon immer Respekt abgenötigt, keine Frage. Bayern-Hasser war ich jedenfalls nie", berichtete der BVB-Boss.

Zum anstehenden 120. Geburtstag des FC Bayern am 27. Februar wünschte Watzke den Münchnern, "dass sie den Status quo erhalten."

Der 60-Jährige führte aus: "Ich wünsche den Bayern, dass sie auch weiterhin so ein großer Verein bleiben. Dass sie auch weiterhin Leute an der Spitze haben, die sich die aktuellen Verantwortlichen zum Vorbild nehmen und den Verein ordentlich führen. Und dass sie weiterhin solide wirtschaften und eine Institution bleiben, die auch in Zukunft in die Gesellschaft hineinwirkt."

tkn