22.03.2020 11:28 Uhr

Coronavirus-Pandemie spaltet Serie-A-Klubs

Der SSC Neapel steigt kommende Woche ins Training ein
Der SSC Neapel steigt kommende Woche ins Training ein

Trotz weiterhin steigenden Infektionszahlen in Italien infolge der Coronavirus-Pandemie wollen einige italienische Fußballklubs so rasch wie möglich wieder das Training aufnehmen. Die Erstligisten sind jedoch gespalten. 

Während Lazio Rom und die SSC Neapel schon in den nächsten Tagen mit dem Training beginnen wollen, wollen sich andere Klubs eine längere Auszeit nehmen und abwarten, dass die dramatischen Infektionszahlen sinken.

Lazios Klubpräsident Claudio Lotito will um jeden Preis einen Formverlust der Mannschaft verhindern, die auf Platz zwei der Serie-A-Tabelle steht und will am Donnerstag in kleineren Gruppen aus maximal drei Spielern das Training aufnehmen lassen. Das berichtete die Gazzetta dello Sport. Auch die Trainingszeiten sollen für die Spieler unterschiedlich sein. Die Kabinen sollen speziell desinfiziert werden, die Körpertemperatur der Spieler soll täglich kontrolliert werden. 

Laut Lotito genügen diese Vorsichtsmaßnahmen zur Wiederaufnahme des Trainings. Damit steht er jedoch kontrovers zum Sportärzte-Verband und der Fußballgewerkschaften. Diese vertreten nach wie vor die Auffassung, dass die Spieler weiterhin zu Hause bleiben sollten.

Napoli-Chef Aurelio De Laurentiis will das Mannschaftstraining bereits am Mittwoch aufnehmen lassen. Dagegen wehrt sich jedoch der Bürgermeister der Ortschaft Castel Voltuno bei Neapel, Luigi Umberto Petrella, in dem sich das Neapel-Trainingsquartier befindet. Der Bürgermeister fordert noch restriktivere Vorsichtsmaßnahmen zur Eingrenzung der Seuche. "In dieser Phase muss der Sport einen Schritt zurück machen, denn die öffentliche Gesundheit hat Priorität", sagte der Politiker.

Andere Erstligisten wie Juventus Turin, Sampdoria Genua, AC Mailand und AC Florenz, die mehrere positiv getestete Spieler zählen, wollen mindestens bis zum 3. April pausieren. Der Fußballverband FIGC hat den Klubs bisher noch keine Direktiven gegeben. Der Verband sammelt zurzeit die Forderungen der Klubs an die Regierung für stützende Maßnahmen zugunsten der wegen der Coronakrise schwer belasteten Vereine.