26.10.2020 14:37 Uhr

Klopp trifft mit Liverpool auf Vorreiter Midtjylland

Jürgen Klopp spielt mit seinen Reds gegen Midtylland
Jürgen Klopp spielt mit seinen Reds gegen Midtylland

Thomas Grönnemark trägt als Einwurftrainer zum Erfolg des FC Liverpool bei. Gefunden hat Jürgen Klopp ihn beim FC Midtjylland, dem Gegner der Reds am Dienstag. Die beiden ungleichen Klubs verbindet noch mehr.

Thomas Grönnemark war mit seiner Familie im Auto unterwegs, als sein Smartphone klingelte. Eine englische Nummer erschien auf dem Display - Grönnemark ging zunächst nicht ran. Beim Abhören der Mailbox kippte er dann fast aus den Latschen. Jürgen Klopp, Teammanager des FC Liverpool, wollte den Mann aus der dänischen Kleinstadt Skive treffen.

Seit dem Sommer 2018 arbeitet Grönnemark auf Honorarbasis als Einwurftrainer für die Reds - und leistet seinen kleinen Beitrag zu den großen Erfolgen des Champions-League-Siegers von 2019 und englischen Meisters von 2020. "Klopp will keine weiten Einwürfe, sondern sie sollen schnell und klug sein", sagte Grönnemark zuletzt dem "kicker".

Die Idee, einen Spezialisten anzuheuern, bekamen Klopp und Co. beim FC Midtjylland, Liverpools Champions-League-Gegner am Dienstag (21:00 Uhr). Der aktuelle dänische Meister wies in dem Spieldetail eine besonders gute Statistik auf. Und Daten erfahren im hoch professionalisierten Fußball eine immer größere Beachtung.

Midtjylland ist im europäischen Klubfußball ein Vorreiter in der Nutzung statistischer Datenanalyse. Der Verein aus Herning in Mitteljütland hat sich 2014 ganz einer Philosophie verschrieben, die an das vielfach kopierte Konzept des Baseball-Klubs Oakland Athletics um Manager Billy Beane erinnert. Das Buch Moneyball und dessen Verfilmung mit Hollywood-Star Brad Pitt machten das Prinzip berühmt. Auch Liverpool ist längst in die Materie eingetaucht.

Liverpool geht als klarer Favorit in die Partie

Statt irrationaler, subjektiver und emotionaler Motive sollen Entscheidungen viel mehr anhand wissenschaftlicher Kriterien getroffen werden. Das gilt sowohl in der Spielvor- und Nachbereitung als auch für das Agieren auf dem Transfermarkt. Dafür sollen noch mehr Daten gesammelt und in noch größerer Detailschärfe ausgewertet werden. Liverpool beschäftigt dafür auch einen Physiker, der seinen Abschluss an der renommierten Havard-Universität gemacht hat.

Um die Wahrscheinlichkeiten für das zweite Spiel in der Gruppe D zu berechnen, das der "Guardian" gar "Moneyball-Derby" taufte, muss Klopps Klub allerdings keine aufwändigen Modelle bemühen. Liverpool ist gegen den erstmals in der Champions League vertretenen Außenseiter klarer Favorit und peilt seinen zweiten Erfolg an. Grönnemark, dem Einwurfguru, wärs recht. "Dies sind die Menschen, mit denen ich kommuniziere und mit denen ich Erfahrungen teile, das schafft eine starke Bindung", sagte er dem "Herning Folkeblad".