26.10.2020 16:36 Uhr

Watzke besorgt wegen Seifert-Abschied

BVB-Boss Watzke (2.v.l.) beklagt Seifert-Abschied
BVB-Boss Watzke (2.v.l.) beklagt Seifert-Abschied

Die Spitze des DFB sowie weitere Fußball-Prominenz sieht den angekündigten Rückzug von Christian Seifert vom Chefposten der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht gerne. Unter anderem äußerte sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke besorgt.

"Ich bedaure es sehr, dass Christian Seifert nur noch bis 2022 Geschäftsführer der DFL bleibt", sagte DFB-Präsident Fritz Keller: "So wie ich es sehr bedauert habe, dass Christian Seifert bereits auf eigenen Wunsch hin nicht mehr Mitglied des DFB-Präsidialausschusses ist."

Laut Keller ist Seifert "ein unverzichtbarer, leidenschaftlicher, kenntnisreicher Streiter für den gesamten deutschen Fußball, nicht nur für den Profifußball, den er seit 15 Jahren glänzend vertritt und in dieser Zeit große wirtschaftliche Erfolge für die Klubs errungen und damit auch sportliche möglich gemacht hat".

Nach Ansicht des DFB-Chefs hat Seifert "die Bundesliga bislang herausragend durch die Corona-Pandemie geführt und ich bin froh, dass wir immerhin noch bis Juni 2022 gemeinsam an Lösungen und Lehren aus dieser Krise arbeiten, um den Fußball in Deutschland von der Spitze bis zur Basis zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen".

Seifert, der als Geschäftsführer und Sprecher des Präsidiums der DFL fungiert, wird seinen Ende Juni 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Seifert arbeitet seit 2005 bei der DFL und war ein großer Befürworter Kellers vor dessen Wahl zum DFB-Präsidenten.

Weitere Reaktionen aus der Bundesliga zum angekündigten Rückzug von Christian Seifert

Peter Peters (DFL-Aufsichtsratsvorsitzender): "Der Wechsel an der Spitze der DFL bedeutet einen Einschnitt. Christian Seifert hat in mehr als 15 Jahren herausragende Arbeit geleistet und damit wesentlich zum Erfolg von Bundesliga und 2. Bundesliga beigetragen. Ich bin davon überzeugt, dass Christian Seifert der DFL bis zum Ende der Vertragslaufzeit weiterhin mit vollem Einsatz zur Verfügung stehen wird. Der Aufsichtsrat wird die Neubesetzung ohne Zeitdruck professionell angehen und hierzu einen umfassenden Prozess aufsetzen."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund: "Der Ausstieg von Christian Seifert wird im Jahr 2022 ein herber Verlust für die Bundesliga sein. Ich kann nur mit höchstem Respekt von seiner Arbeit sprechen. Der deutsche Profifußball ist nun gefragt, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Einen Mann wie Christian Seifert, der so lange auf so hohem Niveau für den Fußball gearbeitet hat, 1:1 zu ersetzen, ist allerdings ein schwieriges Unterfangen."

Rainer Koch (DFB-Vizepräsident): "Christian Seifert hat als Chef der DFL den deutschen Profifußball in wirtschaftlich bis dahin unerreichte Dimensionen geführt. Dies ist seinem Scharfsinn, seinem Verhandlungsgeschick und seiner wirtschaftlichen Expertise zuzuschreiben. Die DFL verliert einen umsichtigen Macher, der auch jetzt höchste Professionalität beweist, wenn er seinen Rückzug so frühzeitig bekannt gibt, um bei der gewiss schwierigen Suche nach seinem Nachfolger nicht unter Zeitdruck zu geraten."

Fernando Carro (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): "Die Bundesliga und damit auch Bayer 04 Leverkusen ist Christian Seifert zu Dank verpflichtet für die herausragende Arbeit, die er für den deutschen Fußball bis hierher geleistet hat. Er wird große Fußstapfen hinterlassen, die es angesichts der weiterhin enormen Herausforderungen unbedingt zu schließen gilt."

Heribert Bruchhagen (früheres DFL-Vorstandsmitglied): "Ich habe ihn ein bisschen spöttisch behandelt. Deswegen hatten wir nicht so ein großartiges Verhältnis. Seifert war ein Volltreffer. Er hat die Skepsis, die auch ich hatte, eindrucksvoll widerlegt. Er hat uns aus dem Fußball kommenden Managern gezeigt, dass er es besser kann. Er hat bewiesen, dass jemand von außen, der keine Stollenschuhe getragen hat, genau der richtige Mann für die deutsche Fußballliga sein kann. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wer ihn ersetzen soll."