25.11.2020 09:15 Uhr

14 Stimmen entscheiden: So denkt das DFB-Präsidium über Löw

Die Nationalmannschaft bereitet dem DFB große Sorgen
Die Nationalmannschaft bereitet dem DFB große Sorgen

Muss Joachim Löw seinen Trainerstuhl beim DFB am 4. Dezember räumen? Von der Analyse seiner Arbeit, die Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff dem Präsidium vorstellen wird, hängt die Zukunft des 60-Jährigen ab. Innerhalb des Gremiums ist noch keine Tendenz zu erkennen.

Laut "Sport Bild" wollen die meisten der 14 stimmberechtigten Präsidiumsmitglieder erst einmal abwarten, was Bierhoff ihnen präsentiert. Einzig Verbands-Vize Peter Peters bekennt sich klar zum Weltmeister-Trainer von 2014.

"Wir arbeiten an den Problemen – zusammen mit dem Trainer. Und reden miteinander, nicht übereinander", machte der 58-Jährige deutlich.

Neben Peters werden Fritz Keller, Rainer Koch, Oliver Leki, Stephan Osnabrügge, Hannelore Ratzeburg, Christian Seifert, Ronny Zimmermann, Erwin Bugar, Friedrich Curtius, Steffen Schneekloth, Peter Frymuth, Dirk Janotta und Günter Distelrath ihren Daumen heben oder senken.

Angeblich herrschen im Präsidium unterschiedliche Auffassungen vor, was die größten Baustellen betrifft.

Einige Mitglieder empfinden demnach Löws Verzicht auf Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng als diskussionswürdig, andere lehnen eine Rückkehr der Routiniers kategorisch ab und stellen vielmehr die Systemfrage in den Vordergrund.

Fakt ist nur: Nach der 0:6-Klatsche gegen Spanien muss sich beim DFB-Team dringend etwas ändern. Vor der EURO 2021 gilt die Mannschaft nur als Außenseiter.

Löw hatte den Bundestrainer-Job 2006 von Jürgen Klinsmann übernommen. In den Folgejahren feierte er große Erfolge, der Höhepunkt war zweifelsfrei der WM-Titel in Brasilien.

Seit der Horror-Endrunde in Russland vor zweieinhalb Jahren hat es der 60-Jährige jedoch nicht geschafft, die Nationalelf wieder auf Kurs zu bringen. Ob er das Projekt Wiederaufbau weiter betreuen darf, entscheidet sich in Kürze.