05.12.2022 15:03 Uhr

Neuer Job für Karl-Heinz Rummenigge beim DFB?

War bis 2021 Vorstandschef beim FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge
War bis 2021 Vorstandschef beim FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge

Ginge es nach Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, würde Karl-Heinz Rummenigge rund eineinhalb Jahre nach seinem Abschied als Vorstandschef des FC Bayern einen neuen Job beim DFB erhalten.

"Er bringt große Erfahrung mit. Er kennt den Vereinsfußball, er hat selbst Weltmeisterschaften gespielt. Und er hat das Spielerdenken", sagte Matthäus gegenüber "Sky".

Leute wie Rummenigge würden dem DFB bei der Aufarbeitung und der Neuausrichtung nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Katar "ganz sicher gut zu Gesicht stehen", so der 61-Jährige.

Gefragt seien nun Führungspersönlichkeiten, "die auch mal querdenken, die auch mal den Finger in die Wunde legen und nicht nur den Kuschelkurs mitgehen", sagte Matthäus.

Wer heute beim DFB angestellt sei, habe sich quasi selbst eingestellt, kritisierte der Weltmeister von 1990. "Oliver Bierhoff hat sich dort seit 18 Jahren sein Imperium aufgebaut. Viele Bekannte aus seiner Vergangenheit sind jetzt beim DFB und arbeiten ihm dort zu. Wo sind die ehemaligen Spieler, die Erfahrung mitbringen? Die Oliver Bierhoff oder auch Hansi Flick vielleicht mal in sportlichen Fragen widersprechen oder sie unterstützen können? Das fehlt mir."

Fußball-WM 2022: Kritik auch an DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Er hoffe, sagte Matthäus weiter, dass beim DFB nun über die eigenen Fehler in Katar "offen und ehrlich" gesprochen werde.

In diesem Zusammenhang erwähnte der 150-malige Nationalspieler auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Dieser habe FIFA-Boss Gianni Infantino zunächst öffentlich kritisiert und sich dann "drei Minuten in die Kamera lächelnd" mit dem umstrittenen Funktionär auf der Tribüne gezeigt. "So etwas bekommen die Spieler auch mit", so Matthäus, der zudem den Familienbesuch im Teamhotel bereits während der Vorrunde und das Vorbereitungsspiel im Oman hinterfragte.

Matthäus selbst wird dem DFB nicht helfen. Er schloss eine beratende Tätigkeit für den Verband aus: "Ich habe schon in den letzten Jahren immer 'Nein' gesagt, wenn ich gefragt worden bin. Deswegen bleibt es bei mir beim Nein."