08.12.2022 15:04 Uhr

Watzke will Schulterschluss mit dem FC Bayern

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke setzt auf den FC Bayern
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke setzt auf den FC Bayern

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ihre Führung unter Führung von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke neu geordnet und will die Probleme schnell angehen - mit dem FC Bayern im Boot.

Als Hans-Joachim Watzke 56 Minuten über die Neuordnung des deutschen Fußballs referierte, lag seine Stirn durchgehend in Falten.

Die Sorgen will der Königsmacher bei DFB und DFL durch einen Schulterschluss vertreiben - mit dem FC Bayern München als mächtigem Verbündeten im Kampf gegen die Krise.

"Wir müssen alle Kräfte bündeln. Der FC Bayern ist in alle Überlegungen eingebunden", sagte Watzke am Donnerstag bei der Präsentation der neuen DFL-Spitze staatstragend: "Es gibt nur einen deutschen Fußball."

"Keine One-Man-Show" von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Den Aufbruch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) sollen erst einmal die beiden Bundesliga-Manager Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Oliver Leki (SC Freiburg) bewerkstelligen.

Sie werden den Profiverband nach dem Aus für die bisherige Chefin Donata Hopfen interimsweise als Doppelspitze bin zum 30. Juni 2023 führen. Die endgültige Hopfen-Nachfolge soll bis dahin geregelt werden. Watzke präferiert auch dabei zwei Spitzenkräfte.

"Bei der Bandbreite von Anforderungen kann man keine One-Man-Show mehr abliefern. Es sollten mindestens zwei Schultern sein", sagte der 63-Jährige, der dabei auf die Symbiose eines externen und eines internen Anwärters hofft: "Wir werden etwas ganz Revolutionäres machen und die geeigneten Kandidaten selbst suchen."

FC Bayern: Mehr DFL-Engagement von Oliver Kahn?

Einbringen soll sich auch der Rekordmeister. "Es ist wichtig, dass der größte und erfolgreichste Klub eingebunden ist", äußerte Watzke hinsichtlich seiner zurückliegenden Gesprächen mit dem Münchner Ex-Chef Karl-Heinz Rummenigge und dem aktuellen Boss Oliver Kahn: "Ich empfehle, für ein Amt zu kandidieren - das hilft."

Das deckt sich mit den Aussagen von Bayern-Präsident Herbert Hainer. Der hatte zuvor erklärt, dass sich Kahn verstärkt engagieren möchte.

Vorerst sollen sich der Freiburger Finanzvorstand Leki (49) und der Frankfurter Vorstandssprecher Hellmann (51), die beide bereits wichtige Positionen in DFL-Gremien besetzen, um die zahlreichen Probleme des Profifußballs kümmern. Für beide Funktionäre spricht ihre gute Vereinsarbeit. Sowohl der Sport-Club wie auch die Eintracht stehen für sportlichen Erfolg und solides Wirtschaften.

"Wir müssen sofort handlungsfähig sein. Wenn jemand von außen gekommen wäre, wäre die Zeit, die wir nicht haben, verstrichen gewesen", sagte Watzke: "Beide haben die absoluten Fähigkeiten. Ich habe großes Vertrauen. So haben wir Zeit, um eine zukunftsfähige Lösung zu finden."

Hopfen musste am Mittwoch nach nicht einmal einem Jahr im Amt ihren Posten räumen. Die 46-Jährige hatte am 1. Januar die Nachfolge des langjährigen Chefs Christian Seifert angetreten, ihr Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2024.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke "ein glühender Demokrat"

Große Teile der DFL-Gremien und der 36 Profiklubs waren mit der Arbeit Hopfens unzufrieden. Das lag vor allem daran, dass sie bei zahlreichen Baustellen wie der 50+1-Regel, der Digitalisierung, dem Einstieg eines Investors, der Auslandsvermarktung, dem neuen Grundlagenvertrag mit dem DFB und der kommenden Ausschreibung der Medienrechte nach Ansicht ihrer Kritiker nicht entscheidend vorangekommen ist.

"Wir befinden uns im deutschen Profifußball in einer herausfordernden Lage, in der Entscheidungen getroffen werden müssen, die eine große Bedeutung für die Zukunft haben", äußerte Hellmann: "Es ist für mich selbstverständlich, dass ich mich gemeinsam mit Oliver Leki und einem starken Team dieser Herausforderung stelle und Verantwortung übernehme."

Diese Herausforderungen sieht auch Watzke, der die Probleme bei 50+1 ("Die Regel ist bedroht"), einem Investor ("Der muss uns einen Mehrwert bringen") und der Auslandsvermarktung ("Da liegen wir nicht da, wo wir hin möchten") klar benannte.

Watzke sieht sich selbst allerdings nicht als alleiniger Problemlöser, sondern als Teamplayer: "Ich bin ein glühender Demokrat und richte mich nach dem, was die Mehrheit der Klubs will."

Vorerst richten sich aber alle nach Watzke.