30.09.2004 23:00 Uhr

Aachens wundersame Wandlung

Aachen (dpa) - Alemannia Aachen arbeitet weiter an der wundersamen Wandlung von der Skandalnudel des deutschen Zweitliga-Fußballs zu einem Club mit internationaler Reputation.

«Das ist wie ein Traum», sagte Clubchef Horst Heinrichs vor dem programmierten Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Pokals. Nach dem 5:1 im Hinspiel beim isländischen Meister FH Hafnarfjördur gibt sich Trainer Dieter Hecking vor der Heimpartie im Kölner RheinEnergieStadion gelassen: «Wenn alles normal läuft, sollten wir ohne große Probleme die nächste Runde erreichen. Über andere Dinge brauchen wir gar nicht zu reden.»

Für den im Juli noch mit 2,8 Millionen Euro verschuldeten Verein ist die Begegnung mit Hafnarfjördur eine doppelte Premiere: Es ist das erste «Heimspiel» im UEFA-Cup und das erste Vereinsspiel in der Kölner WM-Arena auf internationaler Ebene. Mehr als 20 000 Fans werden dabei sein. Das heimische Tivoli-Stadion würde nur 3500 Zuschauern Platz bieten, weshalb die Alemannia die Arena des Liga-Konkurrenten 1. FC Köln gemietet hat. «Schade, dass wir nicht zu Hause spielen können. Die Tivoli-Atmosphäre lässt sich nicht so einfach nach Köln transportieren», sagte Heinrichs.

Hecking und auch Kapitän Erik Meijer versprechen den Fans besseren Fußball als beim Zweitliga-1:1 in Aue. «Wir werden voll Gas geben. Es wird ein heißer Tanz, und wir wollen die Alemannia von ihrer besten Seite zeigen», kündigte Meijer an. Der Trainer rechnet dennoch mit mehr Widerstand der Isländer als vor zwei Wochen. «Es wird sicher ein knapperes Ergebnis als im Hinspiel», sagte Hecking, der fast ohne Personalprobleme ist. Lediglich Reiner Plaßhenrich und Moses Sichone sind beim Zweitliga-Sechsten leicht angeschlagen.

Das große Geld werden die Aachener vorerst nicht verdienen, wenngleich Heinrichs «die weitere finanzielle Gesundung» durch den UEFA-Pokal herbeiführen will. Im Etat hat die Alemannia feste Einnahmen nicht vorgesehen. «Das konnten wir ja alles nicht planen», sagte Heinrichs. Geld vom Fernsehen wird es gegen Hafnarfjördur nicht geben, weil die Partie nicht live übertragen wird. Das soll sich gegen attraktive Gegnerin der Gruppenphase ändern, hofft Heinrichs.