Schweden .:. Steckbrief

Mannschaft: Schweden
Verband: UEFA UEFA
gegründet: 18.12.1904
Farben: gelb-blau
Mitgliederzahl: 603.108
Stadion: Råsunda Stadion
37.285 Plätze
Anschrift: Svenska Fotbollförbundet
Råsunda Stadion
PO Box 1216
17123 Solna
Telefon: 08 / 73 50 900
Telefax: 08 / 73 50 901
Homepage: www.svenskfotboll.se
E-Mail: svff@svenskfotboll.se

Schweden .:. Portrait

Schweden gilt in seiner Fußballhistorie unter den skandinavischen Ländern als das erfolgreichste Land - trotz der Erfolge der Nachbarn Dänemark und Norwegen.

Die Vorraussetzung für die Erfolge in Fußball war im Sozialstaat Schwedens verankert, welcher eine einzigartige Symbiose zwischen Sport, der Politik und der Gesellschaft schaffte. Die exakte Fußballentstehung in Schweden ist bis heute ungewiss. Es ranken sich lediglich Vermutungen darum, wie der Fußball die Schweden erreichte. Unter diesen Vermutungen sind drei Annahmen die wahrscheinlich plausibelsten: Die ersten beiden Theorien gehen von dem Glauben aus, das schottische bzw. dänische Arbeiter das Fußballspiel aus ihrer Heimat mit nach Schweden brachten. Die dritte Theorie vermutet, dass eine schwedische Gymnastikgruppe bei ihrem Aufenthalt in England auf das Fußballspiel aufmerksam wurden und es in ihre Heimat hinübertransportierten.

Tatsache ist jedoch neben den ganzen Spekulationen um den Beginn der schwedischen Fußballgeschichte, dass der Fußball in Göteborg und der Hauptstadt Stockholm aufzublühen begann. Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich das Spiel über die Grenzen von Göteborg und Stockholm hinaus und sogar entlegene Städte kamen in den Genuss des Fußballspiels. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es innerhalb von zehn Jahren zu sprunghaft ansteigenden Vereinsgründungen in vielen Städten und kleineren Ortschaften.

Im Jahre 1904 kam es zur Gründung des bis heute bestehenden Verbandes Svenska Fotballförbundet (SFF). Es tauchten jedoch Probleme auf, die sich nicht unerheblich auf die Entwicklung des schwedischen Fußballs auswirkten. Aufgrund der weiten Entfernungen und der Platzverhältnisse war es zu Anfang unmöglich, eine Landesmeisterschaft auszutragen. Dies änderte sich 1910 mit der Gründung einer Nationalliga, die jedoch aufgrund ökonomischer Misswirtschaft nach einer Zeit von 5 Jahren wieder eingestellt wurde.

Die fußballerische Dominanz war zu jener Zeit vorwiegend in den Großstädten Göteborg und Stockholm beheimatet. 1924 führte der schwedische Verband erneut eine Nationalliga, die Allsvenskan, ein, die bis heute existiert.

Das Fußballspiel war jedoch mehr als nur eine Leibesertüchtigung für die Schweden. Ideale wie "Fair Play" und "gentlemanlike Play" waren für schwedische Fußballspieler nicht nur Worte, sondern eine Einstellung, die sie auf dem Platz zeigten und sich sportlich fair messen wollten. Aus diesem Grund genoss der Fußball auch in der Mittel- und Unterschicht große Beachtung.

Über einen langen Zeitraum musste sich der schwedische Fußball die Kritik der Kirche und von anderen sportlichen Institutionen gefallen lassen, dass sich im Fußball ein Profitum verstecke, das nicht förderlich sei. Das Problem des Profistatus' der Spieler sowie die Professionalisierung der Liga sollte trotz der überraschenden Erfolge der Nationalmannschaft über 32 Jahre nach der Gründung der Nationalliga nicht gelöst werden.

In der Zwischenzeit nahm die schwedische Nationalelf erstmals 1934 bei einer Weltmeisterschaft teil und erreichte bei ihrer Premiere das Viertelfinale. Bei den folgenden Weltmeisterschaften sollten die skandinavischen Kicker noch erfolgreicher abschneiden. Bei der WM 1938 in Frankreich erreichten sie Platz vier, in Brasilien bei der WM 1950 Platz 3 und als Gastgeber der WM 1958 errangen sie den Vizeweltmeistertitel.

Lange Zeit hielt der schwedische Verband eisern an dem Amateurstatus der Spieler und der Liga fest. Schwedische Spieler, die im Ausland professionell Fußball spielten, wurden vom Verband für die Nationalelf ausgeschlossen. Doch zwischenzeitliche Misserfolge der Nationalmannschaft und die bevorstehende WM im eigenen Land, bei der man sich eine Blamage als Gastgeber nicht leisten konnte, änderten die Auffassung des SFF, so dass schwedische Legionäre wieder in der Nationalmannschaft mitspielen konnten. Diese Entscheidung kann im Nachhinein als ein richtiger und weiser Entschluss des SFF betrachtet werden, denn die WM verlief für die schwedischen Kicker traumhaft. Die Nationalmannschaft begeisterte das eigene Volk mit offensiv ausgerichtetem Spiel und stürmte bis ins Finale.

Ähnliche ruhmreiche Erfolge sollten erst bei der EM 1992 mit dem Erreichen des Halbfinals und bei der WM 1994 in den USA eintreten, als die Mannschaft überraschend Turnier-Dritter wurde.

Die große Auswanderungswelle der schwedischen Fußballprofis und die stark nachlassende Qualität der schwedischen Nationalliga brachten Schweden lange Zeit eine Mittelmäßigkeit in Europa ein. Doch unterschätzen sollte niemand die mannschaftliche Geschlossenheit der Schweden, denn Überraschungen sind ihr immer wieder zu zutrauen. Diese gelang ihr zuletzt bei der WM 2002 in Südkorea/Japan, als sich die schwedische Nationalelf in der Gruppe gegen Argentinien, England und Nigeria durchsetzte.