Spanien .:. Steckbrief
| Mannschaft: | Spanien |
| Verband: |
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| gegründet: | 14.10.1909 |
| Farben: | rot-blau |
| Mitgliederzahl: | 2.457.654 |
| Anschrift: |
C/ Ramón y Cajal s/n Apartado de Correos 385 28230 Madrid |
| Telefon: | 09 / 14 95 98 00 |
| Telefax: | 09 / 14 95 98 01 |
| Homepage: | www.rfef.es |
| E-Mail: | secretaria@rfef.es |
Spanien .:. Portrait
Spanien ist in seiner Vielfalt ein pulsierendes und temperamentvolles Land. Am besten lässt sich die spanische Lebensart mit zwei traditionellen und kulturellen Erlebnissen beschreiben, dem Flamenco und dem Stierkampf. Speziell beim Flamenco wird schnell klar, welch Leidenschaft und Feuer in ihm und in der Bevölkerung Spaniens steckt. Wäre dieses Feuer auf die Nationalmannschaft übertragbar, so wären sie wohl in Europa unschlagbar. Dies ist jedoch nicht der Fall und so lässt sich resümieren, dass das Fußballspiel der Nationalspieler Spaniens nicht von sonderlich großem Erfolg gekrönt ist. Heute wie damals spielte sich der Fußball in den großen Metropolen Spaniens wie Madrid, Barcelona oder Bilbao ab. Der älteste Fußballclub Spaniens jedoch liegt weit ab von den Fußballhochburgen in der kleinen Hafenstadt Huelva. Hier gründeten britische Stahl- und Kupferarbeiter den Club Recreativo Huelva im Jahre 1889. Doch blieben die Arbeiter mit ihrer Freizeitbeschäftigung unter ihres gleichen und kehrten der Öffentlichkeit den Rücken. Der spanische Fußball hatte sich daher andere Standorte auserkoren, die Großstädte.
Im Norden Spaniens, womit wir uns im Baskenland befinden, gründeten britische Handelsvertreter im Jahr 1894 den ersten Fußballclub dieser Region, den Bilbao FC. Weitere Gründungen folgten ganz dem Beispiel des Bilbao FC. In kürzester Zeit nahm der Verlauf des Fußballs rasante Formen an. Das Jahr 1899 wurde die Geburtsstunde eines heutigen Weltklassevereins, dem Futbol Club Barcelona, stadtbekannt bei den Fans als "el Barça". Initiator für diese Gründung war seinerzeit ein Schweizer namens Hans Gamper. Damals wie heute bestand der Fußballkader überwiegend aus ausländischen Spielern. Als Gegenpol zum FC Barcelona wurde im Jahre 1900 der Espãnol FC gegründet, in dem nur Spieler spanischer Herkunft kicken durften. In Madrid, Spaniens Hauptstadt, entdeckten die Madrilenen den Fußball um 1900 für sich. Aus dem damaligen Madrid FC entwickelte sich 1920 das heute als einer der besten Vereinsmannschaften der Welt geltende Real Madrid, die "Königlichen". Ähnlich der Fußballentwicklung in Barcelona folgend entstand in Madrid neben Real ein zweiter Fußballclub und langjähriger Lokalrivale - Atlético. Doch wie in ganz Europa hatte auch Spanien mit anfänglichen Problemen zu kämpfen. Die Organisation eines regelmäßigen Spielbetriebs blieb zu dieser Zeit um 1900 mangelhaft. Jede Region Spaniens, sei es Kastilien, Katalonien oder Baskien spielte ihre eigene Meisterschaft aus. Damit gab es auch nicht nur einen Fußballverband Spaniens sondern zwei. Mit der 1909 gegründeten Federación Española de Clubs de Fútbol (FECF) und der baskischen Antwort im Jahre 1910, der Unión Española de Clubs de Fútbol (UECF), standen sich zwei direkte Kontrahenten gegenüber. Dies änderte sich aber mit einer Person, die großen Einfluss auf den spanischen Fußball ausübte und leidenschaftlicher Fan des Fußballs war. Die Rede ist vom damaligen spanischen König Alfonso XIII. Bis ins Jahr 1913 kam es unter den Vereinen zu großen Unstimmigkeiten und Differenzen. Größte Schwierigkeiten waren hierbei einen geeigneten Ligamodus zu finden und die organisatorischen Kompetenzen einzelner Vereinsfunktionäre innerhalb der Liga abzuklären. Da die Beteiligten zu keinem einstimmigen Ergebnis übereintrafen, blieben als logische Konsequenz weiterhin zwei unabhängige und nebeneinander operierende Fußballverbände bestehen. König Alfonso XIII trat dazwischen und löste beide Verbände, den FECF und den UCEF auf und gründete den bis heute einzigen existierenden Fußballverband Spaniens, den Real Federación Española de Fútbol (RFEF). Der spanische Fußball machte nun große Schritte. 1913/14 fand die erste offizielle Saison statt und 1928 gilt als Gründungsjahr der spanischen Profiliga Primera División. In dieser Blütezeit entwickelte sich auch die Nationalmannschaft prächtig und erreichte bei den Olympischen Spielen 1920 in Belgien mit Platz 3 eine kleine Sensation. Danach jedoch wurde es stiller um die spanische Nationalmannschaft, da es bei den Olympischen Spielen 1924 sowie bei der WM 1934 für Spanien nix zu holen war. Wenn der spanische Fußball der Neuzeit betrachtet wird, so fällt auch ins Auge, das die Politik lange Zeit ihre Finger mit im Spiel hatte. Militärdiktaturen unter General Primo de Rivera und Franco zerstörten mit einem Schlag den Fair Play Gedanken im Fußball und missbrauchten ihn für ihre nationalistischen Zwecke. Vereine wurden manipuliert und in den Händen der Faschisten verkam der Fußball zu einem Machtinstrument. Diese Ungerechtigkeiten spiegelten sich vorwiegend bei den katalanischen und baskischen Clubs wider. Real Madrid hingegen bekam die Sympathien der Diktatoren/Machtoberhäupter Spaniens und wurde im Laufe der 50er und 60er Jahre zu einer der erfolgreichsten Mannschaften Europas. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Die spanische Nationalliga Primera División gilt neben der italienischen Seria A und der englischen Premier League als eine der stärksten Fußballligen der Welt. Die spanische Nationalmannschaft hat jedoch keine gute Reputation in Europa und wird der Klasse ihrer heimischen Liga nicht gerecht. Nicht umsonst wird die Mannschaft "Qualifikationsweltmeister" genannt. Das Team nimmt zwar regelmäßig an Europa- sowie Weltmeisterschaften teil, der große Coup jedoch blieb trotz so international großer Spieler wie Rául, Fernando Morientes oder Valeron aus. Durch die guten Leistungen und die souverän gewonnen Relegationsspiele gegen Norwegen gilt Spanien mit als Anwärter auf den EM Titel 2004. |



