Kylian Mbappé: Der König der Königlichen muss liefern

Kaum ein Ereignis im modernen Fußball schlug ähnlich hohe Wellen, wie der Wechsel von Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain zu Real Madrid. In der Stadt der Liebe soll man dem Superstar diese mit nahezu aberwitzigen Offerten entgegengebracht haben - erwidert wurde sie letztlich nicht (mehr). Der Entscheidungsprozess des 25-Jährigen, der sich darauf festlegte, seine Karriere bei Real Madrid fortzusetzen, zierte monatelang Schlagzeile um Schlagzeile. Kein Wunder also, dass Mbappés Start in der spanischen Hauptstadt ebenfalls extrem im Fokus liegt. Dumm nur, dass der Nationalspieler seine neue Heimat noch nicht im Sturm erobern konnte.
Dass laut "BBC" allein 150 Millionen Euro Handgeld auf das Konto von Kylian Mbappé geflossen sein sollen, damit der französische Nationalspieler bei Real Madrid anheuert, untermauert: Der Stürmerstar thront quasi als eine Art König der Königlichen über dem Starensemble der Madrilenen. Dass Mbappé mit rund 30 Millionen Euro im Jahr zudem Topverdiener sein soll, versteht sich beinahe von allein.
Verdient hat sich der Ausnahmekönner dieses Standing unter anderem mit 191 Toren und 74 Vorlagen in der französischen Ligue 1. 48 Treffer (26 Vorlagen) in 73 Spielen der Champions League und zwölf Buden in 14 WM-Spielen zementieren Mbappés Status als Lichtgestalt des Weltfußballs. Daran, dass der Edeltechniker Cristiano Ronaldo und Lionel Messi als Seriengewinner des Ballon d'Or ablöst, zweifelt eigentlich niemand.
Selbiges galt für die Vermutung, dass Mbappé Real von Sekunde eins an seinen Stempel aufdrücken würde - passiert ist das allerdings nicht.
Ancelotti sieht keinen Grund zur Sorge
Klar, bei seinem Pflichtspieldebüt, dem 2:0-Sieg gegen Atalanta Bergamo im UEFA Super Cup, erzielte Mbappé tatsächlich auf Anhieb sein erstes Tor im Trikot des Weißen Balletts. Ab davon war er aber eher Statist als Alleinherrscher.
Bei den folgenden Ligaspielen gegen RCD Mallorca (1:1) und Real Valladolid (3:0) blieb Mbappé torlos - und zudem blasser als seine offensiven Nebenmänner Rodrygo und Vinicius Junior. Dass die letzten beiden Treffer beim Sieg gegen Valladolid erst fielen, als Mbappé ausgewechselt wurde, erhärtet den Eindruck, dass noch nicht alles rund läuft.
Während vor allem französische Medien schon die ersten Abgesänge anstimmten, bleibt man in Madrid ruhig.
Mbappé mache "gute Fortschritte" und werde "jeden Tag besser", betonte Coach Carlo Ancelotti auf einer PK am Mittwoch im Vorfeld des nächsten Ligaspiels (29. August, 21:30 Uhr gegen UD Las Palmas). "Ich glaube, dass das letzte Tor von Mbappé am 14. August fiel, heute haben wir den 28. August. Es sind zwei Wochen vergangen, es ist also noch nicht an der Zeit, sich Sorgen zu machen", fegt der Startrainer jegliche Bedenken vom Tisch.
Nette Worte, die allerdings nicht einmal im Ansatz etwas daran ändern werden, dass die Erwartungen an ein Real mit Mbappé und den Superstar im Allgemeinen enorm sind.
Das beste Team der vergangenen Dekade UND der wohl beste Spieler der letzten Jahre bilden eine Kombination, die eigentlich verpflichtet ist, Woche um Woche ihre Gegner zu zerlegen. Bleibt man den Beweis dieser Fähigkeit noch länger schuldig, dürfte es bald brodeln. Dass Tore allein nicht reichen, um Lobeshymnen zu erzeugen, hat Mbappés Debüt bereits bewiesen.