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13.08.2009 - 15:53 Uhr
Hoffenheim hält Kündigung von Tagoe für rechtens

Frankfurt/Main (dpa) - Im Streit um die fristlose Kündigung von Neuzugang Prince Tagoe sieht sich Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim im Recht und fürchtet keine sportrechtlichen Konsequenzen.

«Es liegt eine schwerwiegende Diagnose vor, die wir nicht ignorieren konnten. Die Ärzte haben keine Verantwortung übernommen, auch nicht fürs Training. Unsere Juristen haben uns daher dringend angeraten, zu reagieren», begründete Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa die Trennung von dem 22-jährigen Stürmer aus Ghana.

Das Ergebnis einer vor zwei Wochen bei einem Herzspezialisten in Heidelberg durchgeführten Untersuchung, zu dem der Verein unter Androhung einer Einstweiligen Verfügung keine Details nennen darf, sei so eindeutig ausgefallen, dass die Hoffenheimer vom Entzug der Spiellizenz für Tagoe ausgehen. «In dem Moment, wo die Sporttauglichkeit nicht mehr attestiert werden kann, muss die Lizenz entzogen werden. Es gibt keinen Ansatz zum Zweifel», sagte Schindelmeiser. Die relevanten Unterlagen zu dem Fall seien an die Deutsche Fußball Liga (DFL) weitergeleitet worden, wo sie laut Schindelmeiser bereits testiert wurden.

Tagoe hatte am 9. Juni einen Dreijahresvertrag in Hoffenheim unterschrieben, den der Verein am 30. Juli auflöste. Nach Ansicht von Tagoes Anwalt Markus Buchberger war dies nicht zulässig, weil sein Klient den obligatorischen medizinischen Check bei Vereinsarzt Pieter Beks bestanden hatte. Eine auf einer zweiten Untersuchung basierende Kündigung ist laut FIFA-Statuten nicht rechtens und kann im schlimmsten Fall mit einer Transfersperre für zwei Registrierungsperioden geahndet werden. Buchberger will die Kündigung juristisch anfechten, zumal ihm ein zweites Gutachten vorliegen soll, welches die erste Diagnose nicht bestätigt.

Schindelmeiser befürchtet dagegen keine Konsequenzen und beruft sich auf Paragraf 14 der FIFA-Statuten. Dennoch wolle man Tagoe weiter helfen. «Dass sich der Spieler eine zweite ärztliche Meinung einholt, ist doch selbstverständlich. Wir haben derzeit aber kein anderes Gutachten», sagte Schindelmeiser. Die Bemühungen des Vereins, den Fall einvernehmlich zu klären, seien bislang auf wenig Gegenliebe gestoßen. «Wir sind an einer Lösung interessiert, gerne auch unter Mitwirkung der Ärzte. Aber vonseiten des Herrn Buchberger besteht kein Interesse an einem Gespräch. Das finde ich irritierend und schade», erklärte Schindelmeiser.

Tagoe war nach einem Aufenthalt bei der Nationalmannschaft erst Mitte Juli im Trainingslager in Leogang zum Team gestoßen. Weil die dort genommenen Blutwerte auffällig waren und sich der Stürmer oft schlapp fühlte, wurde eine eingehende Untersuchung anberaumt. Die gesundheitlichen Probleme seien so diffizil, dass sie laut Schindelmeiser nur für einen Spezialisten erkennbar waren. Trotz der Vertragskündigung will 1899-Coach Ralf Rangnick vorerst keinen neuen Spieler holen. «Ich sehe im Moment nicht die Notwendigkeit, noch einen Ersatz zu verpflichten», sagte Rangnick.