Eintracht Frankfurt .:. Steckbrief

Mannschaft: Eintracht Frankfurt
vollst. Name: Sportgemeinde Eintracht Frankfurt
Land: Deutschland Deutschland
gegründet: 08.03.1899
Farben: rot-schwarz-weiß
Mitgliederzahl: 16.000
Sportarten: Basketball, Boxen, Eishockey, Eissport, Fußball, Handball, Hockey, Leichtahtletik, Rugby, Tennis, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Fan- und Förderabteilung.
Stadion: Commerzbank-Arena
52.300 Plätze
Anschrift: Mörfelder Landstraße 362
60528 Frankfurt
Telefon: 01 80 5 / 06 03 03
Telefax: 06 9 / 95 50 32 68
Homepage: www.eintracht.de
E-Mail: info@eintracht-frankfurt.de

Eintracht Frankfurt .:. Erfolge

1 x Europa League Sieger
1980 
1 x UI-Cup-Sieger
1967 
1 x Deutscher Meister
1959 
1 x Meister 2. Bundesliga
1998 
4 x Deutscher Pokalsieger
1974  1975  1981  1988 

Eintracht Frankfurt .:. Portrait

Ihren Ursprung hat die Frankfurter in der Gründung des Vereins Germania Frankfurt im Jahr 1894. Wegen zu schnell wachsender Mitgliedszahlen gründen sich zu dieser Zeit immer mehr Vereine. Unter anderem auch der FFC Victoria, der am 8.3.1899 ins Leben gerufen wird. 1911 fusioniert die Victoria mit den Kickers Frankfurt zum Frankfurter Fußballverein.

Finanziellen und strukturellen Probleme nach dem ersten Weltkrieg (das Vereinsgelände wurde zwangsenteignet und in Ackerland umgewandelt) begegnet der Verein mit einer weiteren Fusion. Der FFV schließt sich 1920 mit der ebenfalls Sorgen behafteten Turngemeinde von 1861 zusammen und heißt fortan Turn- und Sportgemeinde Eintracht von 1861. Gemeinsam wird der Sportplatz am Riederwald eröffnet, wo die Eintracht noch heute ihre Spiele austrägt.

In der Folge erzielt die Eintracht erste Ergebnisse. 1928 und 1929 erringt die Mannschaft den Titel des Bezirksmeisters. Der zweite Titel ist gleichzeitig der erste des neuen Trainers Paul Oßwald. Er wird 30 Jahre später erneut für Furore sorgen.

Der 2. Weltkrieg trifft Frankfurt als Metropole besonders. Den schweren Luftangriffen der Alliierten fällt auch das Stadion am Riederwald zum Opfer. Nach Kriegsende reisen die Spieler zu einer Freundschaftstour in die USA; das mitgebrachte Geld wird für den Neubau des Stadions eingesetzt. Der Verein präsentiert sich immer mehr als launische "Diva": trotz überragender Spieler und einiger Herbstmeisterschaften in der Oberliga holt sie keinen Titel. Sie schafft es nicht, eine ganze Saison lang konstant gute Leistungen zu bringen, eine Krankheit die die Eintracht nie mehr vollständig ablegen sollte.

In der Spielzeit 1958/59 ist es dann trotzdem so weit: Nach einer nervenaufreibenden Saison sichern sich die Frankfurter knapp vor den Kickers Offenbach den Oberligatitel. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft treffen die Rivalen erneut aufeinander. In einem dramatischen Spiel hat die Eintracht wiederum die Nase vorn und schlägt den Konkurrenten mit 5:3. Eintracht ist zum ersten Mal unter dem reaktivierten Trainer Paul Oßwald deutscher Meister.

In den 60ern und 70ern erlebt die Eintracht ein stetiges Auf- und Ab. Zwar hält sie sich in der neu gegründeten Bundesliga, finanzielle Sorgen führen aber fast zum sportlichen Aus. Mit fast 2 Millionen DM Verbindlichkeiten ? damals ein wahrer Schuldenberg ? wird sogar ein Verkauf des Waldstadions in Erwägung gezogen. Mit einer neuen Führungsriege versucht die Eintracht den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Als Zuschauermagnet für türkische Gastarbeiter gedacht wird der Stürmer Ender Konca zum absoluten Flop; der erhoffe Boom bleibt aus. Der Kader dünnt sich von Jahr zu Jahr aus, so dass sich beim 2:1 über die großen Bayern die Mannschaft aus Not von selbst aufstellt. Der Trainer muss gegen Bayerns Top-Stürmer Gerd Müller einen bis dato völlig unbekannten 17-jährigen spielen lassen. Dieser macht einen ordentlichen Job und in den folgenden 19 Jahren noch 601 weitere, mitunter äußerst erfolgreiche Spiele in der Bundesliga. Er heißt Karlheinz Körbel ? genannt "Charly" - und ist damit noch heute Bundesligarekordspieler.

Die beste Zeit der Eintracht dann Mitte der Siebziger: 1974 und 75 wird die Mannschaft unter Spielerpersönlichkeiten wie Körbel, Krauss und Hölzenbein zweimal in Folge Deutscher Pokalsieger. Den wahrscheinlich schönsten Einzelsieg erreichen sie ein Jahr darauf gegen den FC Bayern. Nachdem sie der Übermannschaft zur Pause bereits 5 Tore eingeschenkt haben, legt Bernd Nickel Sepp Maier noch ein richtiges Ei ins Netz, indem er erstmalig in der Bundesligageschichte einen Eckball direkt verwandelt.

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erringen die Frankfurter im deutsch-deutschen Finalduell des UEFA-Cups, als sie sich nach einem mit 2:3 verlorenem Hinspiel im Waldstadion mit 1: 0 gegen Borussia Mönchengladbach den Titel sichern. Im Jahr darauf gewinnen sie erneut den DFB-Pokal. Doch damit endet auch eine Ära: Bernd Hölzenbein verlässt den Verein Richtung USA; "Deutschlands Stolz, der Grabi und der Holz", wie das Weltmeisterduo Hölzenbein/Grabowski liebevoll genannt wird, ist damit entzweit.

Nach stürmischen Jahren erreicht die Eintracht erst unter dem Exspieler Dragoslav Stepanovic wieder alte Klasse. Das magische Dreieck Möller, Bein und Yeboah sorgt in der Liga für frischen Wind. Am letzten Spieltag kann die Eintracht, punktgleich mit Dortmund und Stuttgart auf Platz eins liegend, zum ersten Mal Bundesligameister werden. Doch ein nicht gegebener Strafstoß nach Foul an Ralf Weber lässt alle Träume Platzen. Die Frankfurter verlieren in Rostock, Stuttgart dagegen gewinnt in Leverkusen und sichert sich den Titel.

1996 versinkt die Eintracht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Zweitklassigkeit. Selbst der eilig reaktivierte Stepanovic kann das Desaster nicht verhindern, sein Kommentar unmittelbar nach dem letzten Spiel ("Lebbe geht weiter"), soll sich aber schon im nächsten Jahr mit dem direkten Wiederaufstieg bewahrheiten.

Kurios, wie die Eintracht sich in der Saison 1998/99 vor dem erneuten Abstieg rettet. Nur ein hoher Sieg bei gleichzeitiger Niederlage des Mitabstiegskonkurrenten Nürnberg kann den Verein noch retten. Und tatsächlich: kurz vor Spielende liegen die Nürnberger hinten, die Eintracht führt mit 4:1. Beide haben nun ein identisches Torverhältnis bei gleicher Punktzahl. Fünf Minuten vor Spielende Totenstille im Frankfurter Waldstadion: Die Franken haben soeben den Anschlusstreffer geschossen, Frankfurt ist momentan wieder zweitklassig. In der letzten Minute kommt Jan-Age Fjörtoft nach einem Stolperer seines Mitspielers Westerthaler im gegnerischen Strafraum an den Ball und besitzt noch die Coolness, vor dem erfolgreichen Abschluss einen Übersteiger der Extraklasse zu zelebrieren. 5:1 Frankfurt, Nürnberg nur aufgrund der weniger geschossenen Tore abgestiegen!

2000/2001 dann doch der erneute Abstieg, 2002/2003 der Wiederaufstieg. Die "Diva" bestätigt weiterhin ihren Ruf unberechenbar zu sein. Für Feind wie Freund, zum Leidwesen der Fans.

Und diese Tradition wird auch 2003/2004 fortgeführt, in der die Eintracht nach einem zwischenzeitlichen Höhenflug letztlich wieder den Weg in Liga 2 antreten muss.