Borussia Dortmund .:. Steckbrief

Mannschaft: Borussia Dortmund
vollst. Name: Ballspielverein Borussia 09 Dortmund
Land: Deutschland Deutschland
Spitzname: BVB
gegründet: 19.12.1909
Farben: schwarz-gelb
Mitgliederzahl: 55.000
Sportarten: Fußball, Handball, Tischtennis
Stadion: Signal Iduna Park
80.720 Plätze
Anschrift: Strobelallee 50
Postfach 100509
44005 Dortmund
Telefon: 02 31 / 90 20 0
Telefax: 02 31 / 90 20 105
Homepage: www.borussia-dortmund.de
E-Mail: verein@borussia-dortmund.de

Borussia Dortmund .:. Erfolge

1 x Weltpokalsieger
1997 
1 x Champions League Sieger
1997 
1 x Europapokalsieger der Pokalsieger
1966 
8 x Deutscher Meister
1956  1957  1963  1995  1996  2002  2011  2012 
3 x Deutscher Supercupsieger
1989  1995  1996 
3 x Deutscher Pokalsieger
1965  1989  2012 

Borussia Dortmund .:. Portrait

Geschichten in schwarz und gelb

Die Gründung des "Ballspielvereins Borussia Dortmund 1909" verläuft turbulent. Mitglieder der katholischen Dreifaltigkeitsgemeinde gründen den Verein aus Protest gegen die Vernachlässigung durch ihren zuständigen Kaplan Pater Dewald. Höchstselbst versucht dieser, die Gründung zu verhindern. Die Hälfte der "Rebellen" kann er einfangen, der BVB wird dennoch gegründet. Er spielt anfangs noch in blau-weiß gestreiften Hemden mit roter Schärpe, was dem "echten" Borussen heute ob der Ähnlichkeit zu den Farben des Erzrivalen Schalke 04 die Schamesröte ins Gesicht treibt. Schon bald setzt sich aber Schwarz-Gelb durch.

Erst 1935 bekommt der Verein überhaupt einen etatmäßigen Trainer. Fritz Thelen, ehemaliger Schalker Mittelläufer, verhilft dem BVB zu nationaler Konkurrenzfähigkeit und entdeckt später das junge Talent Reinhard "Stan" Libuda.

Dem Ruf als Malochermannschaft werden die Borussen immer wieder gerecht. Als der Borusse "Spinne" Michallek am 11.06.1949 den Zug zum Vorrundenspiel um die Deutsche Meisterschaft verpasst, reist er seinen Kameraden kurz entschlossen hinterher. Er hat nur zwei Probleme: Er muss an den russischen Zonenposten vorbei und es fehlt ihm an Geld für ein Zugticket. Kurzerhand verdingt er sich in der Zuglokomotive als Aushilfsheizer. An der Grenze, an der er eigentlich Probleme erwartet, winkt ihn der Grenzer durch: "Du Fußballer Michailow. Du weiterfahren." Seine Mannschaftskollegen hatten mit ihm gerechnet und die Grenzposten über den "Nachzügler" informiert. Auf dem Berliner Hauptbahnhof nehmen seine Mitspieler den über und über mit Kohlestaub bedeckten Michallek in Empfang.

Teamgeist bewies der BVB schon immer. Als am 24.06.1956 der Vereinsvorstand beschließt, den Vertrag von Erich Schanko nicht zu verlängern, zieht eine Spielerabordnung unter Führung von Adi Preißler zum Vorstandsbüro. Mit einem überzeugenden Argument: "Wenn Erichs Vertrag nicht verlängert wird, spielen wir heute nicht". Diese Verweigerungsdrohung bezieht sich immerhin auf das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. So besorgen sie ihrem Kameraden einen neuen Kontrakt. Der BVB wird - mit Schanko - zum ersten Mal Meister. Für die Jubelfeier in Dortmund hat der Vorstand andere Pläne als die Spieler: Die Chefetage will die Mannschaft ohne ihre "besseren Hälften" auf Triumphzug schicken. Ein Trick soll dabei helfen: Auf der Zugfahrt vom Endspiel in Berlin werden die Damen ins hintere Abteil des Sonderzuges verfrachtet, um diesen in Hamm abzukoppeln. Die Spieler vereiteln den Plan ihrer Vereinsführung indem sie sich rechtzeitig zu ihren Frauen begeben.

Der erste Europäische Triumph lässt noch 10 Jahre auf sich warten: Im Mai 1966 fährt der BVB als krasser Außenseiter nach Glasgow, um im dortigen Hampden Park das Finale im Pokal der Pokalsieger zu bestreiten. Der Gegner - der FC Liverpool - scheint schier übermächtig. Dennoch gelingt es den Mannen um Assauer, Held, Tillkowski und Libuda, den Favoriten vor den Augen des damaligen Bundespräsidenten mit 2:1 niederzukämpfen.

Im gleichen Jahr gelingt, wiederum in England, dem Borussen Lothar "Emma" Emmerich das so genannte Jahrhunderttor: Nach Steilpass von Overrath fasst sich "Emma" aus nahezu aussichtslosem Winkel ein Herz und hämmert den Ball nahezu von der Grundlinie in den Winkel des verdutzten spanischen Torwarts. Das inzwischen verstorbene Dortmunder Urgestein gilt noch heute als einer der Borussen schlechthin. Als Identifikationsfigur ("Gib mich die Kirsche") bleibt er dem BVB, unter anderem als Fanbeauftragter, bis zu seinem Tod im Jahr 2003 treu.

Zu den absoluten Highlights der Borussen-Historie gehören natürlich auch die Spiele gegen den Erzrivalen Schalke 04.
Jahrzehntelang werden diese Vergleiche zwischen den beiden Revierklubs zwar mehr von Kampf und Krampf als von spielerischer Klasse bestimmt, setzen aber - vor allem am Rande des Spielfeldes - immer wieder Farbtupfer der ganz besonderen Art. So zum Beispiel in der Saison 1968/69, als sich ein Wachhund des Sicherheitspersonals losreißt, wie im Rausch auf den Schalker Spieler Friedel Rausch zustürmt und in dessen Hinterteil einen bleibenden Eindruck hinterlässt. In den frühen 70ern bekommt der Schalker Torwart Norbert Nigbur bei einem Spiel derartige Langeweile, dass er sein Tor verlässt und sich vor dem 16-Meter-Raum postiert. Ein Eisverkäufer sieht dies als Aufforderung, seinerseits das Spielfeld zu betreten und dem verdutzten Torhüter eine kalte Schleckerei zu reichen. Nigbur nimmt dankend an.

1974 wird das Westfalenstadion anlässlich der Fußball-WM eingeweiht. Seitdem sorgt die "Schwarz-Gelbe Wand", wie die von den treuesten der Fans bewohnte Südtribüne auch genannt wird, bei den Gegnern für Ehrfurcht und Schrecken. Die, nicht nur nach eigenem Ermessen, "besten Fans der Liga" haben endlich eine würdige Arena, die im Jahr 2003 sogar auf 80.000 Plätze ausgebaut wird.

In den 70er und 80er Jahren leidet der Verein unter Finanznot und geht mehrmals "pleite", bis das Vorstandsteam um Dr. Rainer Rauball und Dr. Gerd Niebaum die Mannschaft zu neuen Ufern führt. 1989 wird der BVB Pokalsieger und gewinnt im darauf folgenden Jahrzehnt mit einer neu aufgebauten Mannschaft um Flemming Povlsen, Michael Zorc und Jungstar Lars Ricken 1995 und 1996 zwei Meistertitel, 1997 die Champions League sowie in Tokio den Weltpokal. Borussia Dortmund ist, neben den Bayern, zu Beginn des neuen Jahrtausends eine feste Größe in der Bundesliga geworden.