Ex-Weltmeister sieht gefährliche Parallelen zum BVB

Der ehemalige Fußball-Weltmeister Jürgen Kohler hat die deutsche Nationalmannschaft für ihr Weiterkommen im EM-Achtelfinale gegen Dänemark gelobt, gleichzeitig aber auch für zu viele Nachlässigkeiten in der eigenen Hintermannschaft kritisiert. Der 58-Jährige zog dabei einen Vergleich zu seinem Ex-Klub Borussia Dortmund.
Laut Kohler habe das DFB-Team beim 2:0 gegen die Dänen zwar grundsätzlich "eine gute Leistung gezeigt". In seiner "kicker"-Kolumne führte der Weltmeister von 1990 allerdings auch aus: "In der Defensive hat die DFB-Elf zu viel zugelassen. Drei Großchancen für Dänemark sind zu viele, manchmal reicht schon eine, um ein Spiel zu verlieren."
Kohler verwies dabei auf das jüngste Endspiel in der Champions League, als Borussia Dortmund nach einem vergleichbaren Spielverlauf gegen Real Madrid mit 0:2 den Kürzeren zog: "Borussia Dortmund war 70 Minuten überlegen, Real Madrid entschied das Spiel aber für sich."
Entscheidenden Anteil am Viertelfinal-Einzug sprach Kohler dabei Schlussmann Manuel Neuer zu, der in den wichtigen Momenten gegen Dänen-Stürmer Rasmus Höjlung zweimal entscheidend pariert hatte.
Kohler richtet mahnende Worte an BVB-Verteidiger Schlotterbeck
Dem BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck attestierte Kohler zwar ein insgesamt gelungenes Startelf-Debüt bei dieser EM. Allerdings mahnte der 105-malige Nationalspieler zu eine durchgehend konzentrierten Leistung, ohne den gezeigten Aussetzer vor der Halbzeitpause des Dortmunders.
"Schlotterbeck hat ein gutes Spiel gemacht, er war zweikampfstark, mit Kopfbällen gefährlich und der Vorbereiter des zweiten Tores. Aber ein Fehler wie sein Ballverlust im eigenen Strafraum kurz vor der Pause darf in einem K.-o.-Spiel auf diesem Niveau nicht passieren. So eine Aktion kann ein Spiel kosten", warnte Kohler, der selbst 1996 in England Europameister geworden war.